(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

8. Transosophisches Naturgesetz: Treppen erfordern Aufmerksamkeit

Wenn wir Mädels mal ein paar Monate Erfahrung darin gesammelt haben, auf hochhakigen Pumps herumzustöckeln ohne uns dabei das Genick zu brechen, werden wir langsam übermütig und unvorsichtig. Das kann sich rächen, vorallem auf Treppen, die geradezu darauf lauern, uns auf die Knie zu zwingen. Ich hab nun ein halbes Jahr Erfahrung, werde langsam unvorsichtig und bin übermütig wie eh und je. Heute hat mich die Treppe erwischt, zwar nicht auf die Knie gezwungen, aber doch immerhin reingelegt.

Bei uns im Geschäft kommt immer am morgen so eine Futter-Frau, die einen Wagen voll Futter für uns ankarrt (wir nennen sie die fahrende Futterkrippe). Sie hupt dann draussen und ich hüpf wie von ner Tarantel gebissen vom Stuhl und stöckle gefräsig wie eine abgemagerte Löwin runter. Diesmal hatte ich zwei meiner Jungs direkt hinter mir, das dürfte auch der Grund sein, weshalb die Treppe heute die Gelegenheit wahr nahm. Während ich die Treppe runterwuselte, konnte ich es mir unvorsichtigerweise nicht verkneifen, den Kopf zu drehen und irgendwas nach hinten zu brabbeln. Als ich das tat, blieb der Absatz meines hinteren Fusses an einer Treppenstufe hängen. Da mein Körper bereits davon ausging, dass der Fuss nun demnächst auf der nächsten Stufe landen müsste, verlagerte er sein Gewicht nach vorne und ich verbog mich nach den Gesetzen der Schwerkraft abwärts. Daraus resultierte eine faszinierende Stolper-Kombination, die irgendwie mit überkreuzten Beinen endete (Fachleute nennen das den transosophischen Trippel-Axel) und wenn das Geländer nicht grad zufällig in der Nähe gewesen wäre, hätte es mich wohl ungespitzt in den Boden gerammt.

Beim Eiskunstlauf hätte das die technische Note 10 gegeben (erstaunlich), dafür wären die künstlerischen Aspekte wohl eher weniger gut benotet worden. Hier im Treppenhaus gabs nur Gelächter und ein obligater Spruch über zu hohe Absätze. Was heisst hier zu hoch, 10cm sind nicht hoch, das ist nicht mal 10% meiner Körpergrösse. Immerhin erzählten mir dann meine Jungs, dass sie selber auch schon die Treppe rauf oder runter gefallen sind. Aha….. wohlgemerkt ohne hohe Absätze!

Fazit der Geschichte: Wenns darum geht, auf Treppen zu verunfallen, beherrschen wir Mädels die Königsdisziplin. Wir sind also die Elite der Treppenverunfaller und dafür gebührt uns Ruhm und Ehre.

9. Transosophisches Naturgesetz: Der Wind ist ein Mann

Wir Mädels lernen ja schnell, dass wir ohne aktuellen Wetterbericht nicht überlebensfähig sind. Entweder am Vorabend oder am frühen morgen gucken wir den Wetterbericht, weil wir sonst unmöglich entscheiden können, was wir heute anziehen sollen.

Heute habe ich dazu gelernt. Wir Mädels brauchen nicht nur den Wetterbericht sondern auch die zu erwarteten Windgeschwindigkeiten. Tun wir das nicht, wählen wir ob des heissen Wetters hocherfreut unser luftigestes Kleidchen und müssen dann mit Schrecken erleben, wie der Wind uns irgendwann an die Wäsche geht. Das erhöht zwar den Unterhaltungswert für die herumstehenden Jungs, aber für uns selber ist es schon etwas befremdend, wenn uns ein unsichtbares Etwas plötzlich den Jupe in die Höhe wirbelt und man plötzlich unfreiwillig eine Unterwäsche-Modeshow inszeniert. Vorallem hat man nur zwei Hände und das reicht unmöglich, um den Jupe auf allen Seiten gleichzeitig im Zaum zu halten.

Marylin Monroe wurde berühmt mit einem hochgelüfteten Rock, in Holywood ist sowas cool, aber im Alltag kann das ganz schön unangenehm werden. Eigentlich wäre das vorhersehbar gewesen, es heisst schliesslich “der Wind”, ergo männlich und wir Mädels wissen ja, dass Jungs uns gerne an die Wäsche gehen. Überrascht hat es mich aber heute trotzdem. Nun, man lernt nie aus ;-)

Transsexualität, Transidentität, TransFrau, T-Girl, GaOp, preOp, postOp….. hä?

Wer sich erstmals mit Transsexualität auseinandersetzt, steckt schnell mal in einem Begriffsgewirr und wer sich nicht damit auseinandersetzt, versteht erst Recht nur noch Bahnhof, deshalb hier mal einige der häufigen Begriffe. Es würde den Rahmen dieses Artikels übersteigen, wenn ich all die dutzenden von Bezeichnungen erklären würde, deshalb beschränke ich mich auf die Begriffe, die ich hier im Blog auch verwende oder die ich sonst für speziell erwähnenswert halte.

Sex / Gender
Im englischen wird zwischen zwei Worten für “Geschlecht” unterschieden. Das Wort “sex” bedeutet biologisches, also körperliches Geschlecht, während “gender” die Geschlechtsidentität, also das tief empfundene Gefühl ist.

Transgender
Dieser Überbegriff beinhaltet alle Fascetten der geschlechtlichen Andersartigkeit, von Transsexuellen zu Transvestiten zu DragQueens and DragKings u.s.w. Unter diesen Begriff sind alle, die in irgend einer Weise Geschlechtergrenzen überschreiten.

Transsexualität
Wenn die Geschlechtsidentität (gender) nicht mit dem körperlichen Geschlecht (sex) übereinstimmt, spricht man von Transsexualität. Da die Geschlechtsidentität nicht änderbar ist, kann den Betroffenen nur durch eine Angleichung des Körpers an den Geist geholfen werden. Das Wort Transsexualität hat leider gerade im deutschsprachigen Raum einen nachteiligen Beigeschmack, weil das Wortteil “Sexualität” den Eindruck erweckt, als ob es sich hier um ein sexuelles Problem handelt. Aber im englischen Sinn des Worts “Transsexuality” ist eine “Verdrehung” des biologischen Geschlechts gemeint.

Transidentiät
Heutzutage wird offiziell von Transidentität gesprochen, in Anlehnung an die englische Diagnose “gender identity disorder”, also Geschlechts-Indentitäts-Störung. Eigentlich klingt das schon mal viel besser, weil es dieses “Sexualität” nicht drin hat. So klingt es irgendwie mehr nach einer psychischen Erkrankung. Aber ist es das wirklich? Ich tue mich etwas schwer damit, denn meines Empfindens nach ist Transsexualität eine körperliche Störung und keine Psychische. Ich bin nachwievor hin- und hergerissen, welchen Ausdruck ich verwenden möchte.

Eine Transsexuelle / Ein Transsexueller
Eine Transsexuelle resp eine transsexuelle Frau ist ein Wesen mit weiblicher Geschlechtsidentität in einem männlichen Körper. Die weibliche Form des Wortes drückt aus, dass es sich hier um ein weibliches Wesen handelt, auch wenn der Körper nicht danach aussieht. Analog dazu ist ein Transsexueller ein Wesen mit männlicher Geschlechtsidentität in einem weiblichen Körper.

Trans-Frau / Trans-Mann
TransFrau ist die Kurzform für eine transsexuelle Frau, während TransMann die Kurzform für einen transsexuellen Mann ist. Ich benütze – sofern ich nicht grad zu übermütig bin – am meisten das Wort TransFrau um mich selbst zu beschreiben. Der Grund liegt darin, dass die Hauptbetonung des Wortes auf “Frau” liegt. Egal ob EheFrau, HausFrau, PutzFrau, es sind immer Frauen, so ist auch das “Trans” im Wort TransFrau nur eine näherere Umschreibung des zentralen Wortschlusses. Für mich klingt TransFrau unterdessen wie Frau, damit kann ich mich sehr gut identifizieren.

T-Girl
Ok und wenn ich übermütig bin – wie bei der Namensgebung dieses Blogs und bei tausend anderen Gelegenheiten – dann rede ich gerne von T-Girls. Ich bin nicht mal sicher, ob darunter nur Transsexuelle Ladies zu verstehen ist oder alle Transgenders. Aber es ist in der Transgender-Szene weit verbreitet und hat so was girliges, das ich mag. Naja ich bin nunmal mitten in meiner zweiten Pupertät und fühl mich mehr als oft genug girlig, um mich mehr als T-Girl denn als TransFrau zu empfinden. Es hat etwas freches und kokettierendes und darin fühle ich mich oft sehr wohl.

Geschlechtsangleichung / Geschlechtsumwandlung
Im Volksmund redet man oft von Geschlechtsumwandlung, wenn eine transsexuelle Person das körperliche Geschlecht dem Seelischen anpasst. Aber man kann das Geschlecht nicht umwandeln, man kann es nur angleichen (ähnlich machen). Deshalb redet man offiziell von einer Geschlechtsangleichung resp von geschlechtsangleichenden Massnahmen.

Alltagstest
Bevor Transidente geschlechtsangleichende Massnahmen einleiten können, müssen sie einen sogenannten Alltagstest absolvieren. In der Schweiz heisst das, dass ich z.B. ein Jahr lang täglich als Frau leben muss, bevor ich medizinische Unterstützung bekomme. Grundidee davon ist, dass man erst mal “ausprobieren” muss ob man mit so einem doch steinigen und harten Weg klar kommt. Die ersten Wochen sind echt rauh, die Outings, die Öffentlichkeit, tausend Dinge sind extrem belastend. Ich halte es für alles andere als selbstverständlich, dass jemand damit einfach so klar kommt, soweit halte ich die Idee vom Alltagstest für sinnvoll. Wenn man nach diesen Erfahrungen immer noch davon überzeugt ist, dass dies der Weg ist, dann geht die Hormonbehandlung los. Das Tragische ist, dass dieser Alltagstest in der Schweiz ein Jahr dauern muss, was de-facto das Leiden der Betroffenen um ein Jahr verlängert. Nach meiner Erfahrung hat man schon nach einem Monat genug erlebt um zu wissen, was alles auf einem zukommt. Mehr als drei Monate Alltagstest zu fordern halte ich persönlich sogar für menschenunwürdig und für unterlassene Hilfeleistung.

Östrogene / Testosteron
Das weibliche Geschlechtshormon nennt man Östrogen (Estradiol), das männliche Testosteron.

Hormontherapie (HRT)
Um das Geschlecht anzugleichen, nehmen Transsexuelle Hormone. Ich als TransFrau einerseits einen Testosteron-Blocker namens Androcur und anderseits Östrogene, in meinem Fall mittels Antibabypillen. Diese HRT reduziert einerseits männliche körperliche Merkmale und fördert dafür die Entwicklung weiblicher Merkmale. Das bedeutet einerseits Veränderungen wie Brustwachstung bei TransFrauen oder Stimmbruch bei TransMännern, anderseits führt es bei TransFrauen zu einer “chemischen Kastration”. In der Regel wird diese Therapie mindestens ein Jahr lang gemacht, anschliessend kann die chirurgische Operation folgen, muss aber nicht.

Geschlechtsangleichende Operation (GaOp)
Bei der GaOp wird im Falle einer TransFrau kurz gefasst der Penis ausgehöhlt und nach innen gekehrt, bei TransMännern ist es noch viel komplizierter. Die Op dauert um die 8 Stunden, ist reich an Risiken, schmerzhaft, erfordert einen langen Genesungsprozess, aber wenn alles gut geht, kann das Resultat überwältigend gut sein, so dass selbst Gynäkologen kaum noch einen Unterschied sehen. Leider ist die Namensänderung und Zivilstandsänderung in der Schweiz nur nach erfolgter GaOp möglich. Damit werden zwei Dinge miteinander verbunden, die m.E. nichts miteinander zu tun haben.

preOp / postOp Transsexuelle
preOp heisst “vor der Operation”, postOp bedeutet “nach erfolgter Operation”.

Transe
Seid so nett und vergesst dieses Wort einfach, es ist ein Schimpfwort und niemand aus Trangenderland schätzt es, so abfällig genannt zu werden. Wenn Communities wie z.B. das Transensyndikat dieses Wort benützt, dann ist das ein begrüssenswerter und renitenter Akt der Wertumkehrung, in dem man die Wertung eines Wortes auf den Kopf stellt. So wie sich amerikanische Schwarze plötzlich Nigger nennen oder Frauen Bitches (Nutten). Man nimmt einem negativ gefärbten Wort die Macht indem man es sich aneignet und daraus sozusagen etwas Witziges macht. Wenn wir T-Girls uns gelegentlich so nennen, heisst das also nicht, dass Aussenstehende das auch tun sollten, weil wir damit den Eindruck bekommen, dass sie ein ebensolches Bild von uns haben. Oder nennt Ihr Eure Kolleginnen Bitch?

Es gäbe noch vieles zu erklären, aber fürs Erste sollen wir zumindest hier im Blog mal klar kommen. Vielleicht ergänze ich diesen Beitrag gelegentlich. Falls jemand mal etwas nicht versteht, dann fragt einfach via Kommentarfunktion.

Wenn ein T-Girl spinnt, dann spinnt’s aber gröber

Wer mich kennt, weiss, dass ich des öfteren eine Fabrik für Unsinn bin – das wurde mir schon in der Kindheit attestiert. Wenn ich grad mal wieder einen übermütigen Tag habe und dann noch etwas Lustiges passiert, kann es gut sein, dass sich mein Hirn verselbstständigt und beginnt, Unsinn rauszuspucken wie eine Popcorn-Maschine.

So geschah es auch gestern, als ich quietschvergnügt mal wieder die Google-Anfragen in meiner Blogstatistik durchwühlte und eine Anfrage fand die da hiess: “suche transsexuelle putzfrau”……….. hääää?

Ich bin mich ja vieles gewohnt und weiss mittlerweile, dass in einem männlichen Gehirn teils bizarre Phänomene zu beobachten sind, aber wer in aller Welt sucht eine transsexuelle Putzfrau und vorallem, wozu? Putzen wir sauberer als Bio-Frauen? Diese tiefgründige philosophische Frage beschäftigte dann mein skuriles Hirn so sehr, dass es begann, in einer Art Endlosschleife immer neue Stellenangebote und Anzeigen. Hier eine kleine Auswahl……

  • suche transsexuelle Automechanikerin
  • Zoo sucht transsexuelle Tierpflegerin
  • Forstamt sucht transsexuelle Försterin
  • Lustiges Paar sucht transsexuelle Nanny
  • Vatikan sucht transsexuelle Bischöffinnen
  • Guinness sucht transsexuelle Biertesterin…. ok den Job nehm ich :-)
  • Katholische Glaubenskongregation sucht transsexuelle Exorzistin
  • Deutschland sucht die Super-Transsexuelle
  • Mafia sucht transsexuelle Auftragskillerin mit Erfahrung im Umgang mit Scharfschützengewehren
  • suche transsexuelle preOp-Schildkröte, zahle Liebhaberpreis
  • Transsexuelle Köchin wegen Umstellung der Essgewohnheiten günstig abzugeben – nur an einen guten Platz – Preis Verhandlungssache – muss abgeholt werden – kein Rückgaberecht
  • Erzengel Michael sucht transsexuelle Engel zur Sicherung des himmlischen Flugverkehrs – Flugerfahrung und blonde Haare von Vorteil – Fremdsprachenkenntnisse erwünscht – Gesangsausbildung auf Konservatoriumsniveau erforderlich
  • Teufel sucht transsexuelle Pyrotechnikerin
  • und er sprach: “wer Transsexuelle sucht, der wird auch eine Putzfrau finden”….. und sie alle waren erstaunt über seine Rede und die Macht die von ihm ausging

Zum Glück konnte ich mich dann doch dazu bewegen, wieder etwas TV zu gucken, andernfalls würde ich vermutlich jetzt noch vor dem Bildschirm schicken und mich mit solchem Blödsinn selber zutexten.

Und wer jetzt denkt, ich sei komplett wahnsinnig, der soll mich mal im realen Leben erleben, glaubt mir, es kann noch viel schlimmer sein ;-)

Maria Mena – I was made for lovin’ you baby

Manchmal begegnen sich Zwei, die für einander bestimmt sind.
Manchmal spürt man es vom ersten Augenblick an.
Manchmal, ja manchmal geschehen Wunder.
Deshalb dürfen wir weiterträumen und weiter hoffen,
auf das Wunder, das vielleicht irgendwann Realität wird.

Tonight I wanna give it all to you
In the darkness
Theres so much I wanna do
And tonight I wanna lay it at your feet
cause girl, I was made for you
And girl, you were made for me

I was made for lovin you baby
You were made for lovin me
And I cant get enough of you baby
Can you get enough of me

………

Dark Sanctuary – Des Illusions

Nachdem wir heute Nietzsche mal Tacheles reden liessen, hier noch die passende musikalische Untermalung

Un regard
Une illusion
Un sourire
Une autre illusion
Une main tendue
De nouveau une illusion

D’allusions sont
faits mes rêves
D’illusions est
faite ma quête

Le vide
La réalité
L’amertume
La dure réalité
La solitude
De nouveau la réalité

Je me suis lassée de
cette humanité
J’ai la vision de
lutter seule
contre tous

Heute Weltuntergang – ab in den Schuhladen

Hey Girls, heute gibts die ultimative Gelegenheit. Anscheinend soll heute die Welt untergehen, weil der 9.9.09 ist, also nutzen wir diese Gelegenheit doch und profitieren auch a bissrl vom Weltuntergang. Und das geht so:

Nehmt heute frei und stürmt alle teuren Schuhläden. Kauft alles zusammen was Ihr tragen könnt und zahlt mit Kreditkarte. Diese wird ja erst in ein paar Wochen dem Bankkonto belastet und bis dann gibts ja keine Welt mehr, ergo keine Banken, ergo Gratis-Schuhe.

Nun werden die Schnelldenker unter den Lesern einwenden, dass wir ja gar nix von den neuen Schuhen haben, wenn die Welt eh untergeht. Falsch, so denken nur Männer, denn wir Mädels freuen uns schon beim Schuhkauf wie ein Kleinkind wenn es erstmals ein Eichhörnchen sieht, wir schweben dann ne Weile im 7. Himmel, da brauchen wir die Schuhe gar nicht anzuziehen, kaufen und heimschleppen ist schon die halbe Freude.

Also los Ladies, räumen wir die Regale, das ist Extreme-Sales wie man es nur selten erlebt :-)

Proklamation meiner emotionalen Autarkie

Auf Menschen zu hoffen, bedeutet schlussendlich, von Menschen enttäuscht zu werden, wozu also all die Anstrengung und wozu all der Schmerz und die Verzweiflung?

Die Einsamkeit zerfrisst mich, von Tag zu Tag mehr, aber das scheint mein Schicksal zu sein und es wird Zeit, das zu akzeptieren und zu lernen damit umzugehen.

Eine selbstgewählte Einsamkeit scheint mir die bessere Alternative zu sein als der immer wieder vergebliche Versuch, in dieser kalten Welt so etwas wie Liebe zu finden, mich immer wieder in Hoffnungen zu verlieren die mich nur immer wieder in den Abgrund der Resignation werfen.

Heute habe ich meinen Facebook Account gelöscht, es macht einfach keinen Sinn, Menschen kennen zu lernen, nur um sich dann in der Gemeinschaft allein zu fühlen.

Von nun an werde ich versuchen, der Welt ohne Erwartungen und Hoffnungen zu begegnen.
Es wird Zeit, mich zurückzuziehen, zumindest innerlich – entweder es geht alleine…… oder es geht gar nicht.

Ein Meer voller Seelen
Doch so allein bleibt der Mensch in sich verschlossen
Er redet viel zu viel
Doch sagt er nichts – nichts gibt er preis – nichts nimmt er auf
Nur die Fassade schmückt er treu

Diese Welt ist fern von mir – und ich gehöre nicht zu ihr

Nichts gleicht sich aus – nichts bleibt bestehen
Nichts aus dieser Welt ist echt

Wie ein Traum
Ein tiefes Sehen
Du allein -
Kannst strahlen in der Welt?

Nichts bleibt bestehen
Nichts hält mich auf
Ich will raus – aus dieser Menschen kalten Welt
Und will hinein – in jener Liebe warmen Hand

Wie ein Traum
Ein tiefes Sehnen
Du allein -
Kannst strahlen in der Welt

Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe
Es gibt keine Liebe ohne Wahrheit
Nichts bleibt bestehen
Nichts hält mich auf
Ich will raus – aus dieser Menschen kalten Welt

(Lacrimosa – Fassade 2. Satz)

Somit proklamiere ich hier und heute meine emotionale Autarkie.
Vorhang!

SVP Motion: Endlösung Transsexualität

Eher zufällig bin ich über eine Motion des SVP-Politikers Peter Föhn gestossen. in der er samt einem Rudel seiner Brandstifter Parteigenossen die Endlösung für Transsexuelle fordert.

Konkret wollen die Minderheiten-Fresser der SVP, dass die geschlechtsangleichende Operation nicht mehr von der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt wird, weil eine “Geschlechtsumwandlung” nicht dem allgemein verständlichen Krankheitsbegriff entspräche.

Neuerdings bestimmt also die SVP, wer krank ist und wem und wie geholfen werden kann. Einmal mehr suchen sich diese Volksverhetzer eine kleine Randgruppe, die sie in Grund und Boden stampfen können.

Transsexuellen geschlechtsangleichende Massnahmen zu verweigern, kommt jedoch einer “Endlösung” für Transsexuelle gleich, weil es keine Alternativen gibt, ausser lebenslangem Leiden. Aber den Politikern der SVP war das Leid von Minderheiten schon immer egal, ob es nun Invalide, Asylsuchende oder Transsexuelle sind.

Der Bundesrat hat vorgeschlagen, nicht auf die Motion einzugehen, der Fall liegt nun beim Nationalrat. Hoffen wir, dass die Nationalräte über mehr Restverstand verfügen als die Unterzeichner dieser charakterlosen Motion.

Der Motionstext, die Antwort des Bundesrats und die Liste der 38 Unterzeichner können hier nachgelesen werden:
Streichung von Geschlechtsumwandlungen aus dem Leistungskatalog

Lenka – The Show (geht weiter)

In letzter Zeit hat mich mein Beziehungs-Vakuum ziemlich mitgenommen und gerade die letzten Tage ist das Ganze heftig eskaliert in mir drin. Die regelmässigen Leser seien um Nachsicht geben, dass mein Liebesgejammer momentan soviel Raum einnimmt. Aber das ist nunmal das Wesen eines Tagebuchs, der Tag bestimmt, was hier erwähnt werden soll.

Wie dem auch sei, Stürme haben immer auch etwas Gutes, sie wühlen auf und verwandeln Welten. So Zeiten sind der perfekte Platz um sich neu zu orientieren. Ich muss mich von diesem Beziehungsgedanken lösen und der Welt ohne diese Erwartung entgegentreten, das scheint der einzige Weg zu sein, wie auch immer man das auch schaffen kann. Aber ich muss innerlich loslassen und mein Leben unabhängig von dieser Frage geniessen.

Dieses Lied passt irgendwie sehr gut, vorallem zwei Stellen sprechen bildhaft das aus, was meiner Situation entspricht (etwas fragwürdig übersetzt).

Ich bin nur ein bisschen gefangen in der Mitte.
Das Leben ist ein Irrgarten und die Liebe ein Rätsel
Ich weiß nicht wo ich hin soll, ich kann es nicht alleine
Ich habe es versucht und ich weiß nicht warum

und was ich zu tun habe, klingt dann etwa so

Ich bin nur ein kleines Mädchen, verloren in dem Moment.
Ich habe so viel Angst aber ich zeige es nicht.
Ich kann es nicht unterdrücken, es drückt mich hinunter
Ich weiß, ich lasse es gehen….. und genieße einfach die Show.

Wie Seneca schon sagte: “Mit dem Leben ist es wie mit einem Bühnenstück: Was zählt, ist nicht die Länge, sondern das gekonnte Spiel.”…… nun denn, lassen wir die Spiele beginnen…… ich glaub ich geh heute wieder mal ins Pub ;-)

I’m just a little bit caught in the middle
Life is a maze and love is a riddle
I don’t know where to go I can’t do it alone I’ve tried
And I don’t know why

Slow it down
Make it stop
Or else my heart is going to pop
‘Cause it’s too much
Yeah, it’s a lot
To be something I’m not

I’m a fool
Out of love
‘Cause I just can’t get enough

I’m just a little bit caught in the middle
Life is a maze and love is a riddle
I don’t know where to go I can’t do it alone I’ve tried
And I don’t know why

I’m just a little girl lost in the moment
I’m so scared but I don’t show it
I can’t figure it out
It’s bringing me down I know
I’ve got to let it go
And just enjoy the show

The sun is hot
In the sky
Just like a giant spotlight
The people follow the sign
And synchronize in time
It’s a joke
Nobody knows
They’ve got a ticket to that show
Yeah

I’m just a little bit caught in the middle
Life is a maze and love is a riddle
I dont know where to go I can’t do it alone I’ve tried
And I don’t know why

I’m just a little girl lost in the moment
I’m so scared but I don’t show it
I can’t figure it out
It’s bringing me down I know
I’ve got to let it go
And just enjoy the show

I want my money back
I want my money back
I want my money back
Just enjoy the show

“Mal schnell” gibts nicht für T-Girls

Eigentlich liebe ich es ja über alles, mich am Morgen so richtig ausgiebig mit mir selbst zu beschäftigen (nein Jungs, das meine ich nicht!). Das obligate Gesichts-Tuning und die sich mit jedem neuen Kleidungsstück schwieriger gestaltende Kleiderwahl sind für mich als T-Girl eine wahre Freude. Aber wie alles im Leben hat auch das zwei Seiten. Ich darf mich jetzt endlich mit all dem so intensiv beschäftigen, aber ich muss es auch. Und das ist an manchen Tagen doch eher nervig.

Jungs kennen das ja von der Seite, man möchte den ganzen Tag einfach blöd rumliegen und muss aber vorher noch schnell einkaufen gehn. Also Jeans und T-Shirt an und raus, mal schnell Bier holen. Als T-Girl geht das nicht. Da ist nix mit “ich geh mal schnell…..”, ohne Tuning geht da gar nix. Und das heisst, gründlich rasieren, Kriegsbemalung ins Gesicht, ratlos vor dem Kleiderschrank rumstehen u.s.w. und bevor man sich’s versieht, hat man zur Vorbereitung des Hausverlassens soviel Zeit benötigt wie für den kleinen Einkauf selbst. Irgendwie ganz schön sinnentleert, so eine Aufmotzaktion für so einen kurzen Einkauf. Aber ohne all das Tuning sähe ich aus wie eines Huhn.

Heute ist wieder so ein Tag, ich möchte einfach sinnlos rumliegen, Musik hören, nachdenken, vielleicht das Blog füttern, einfach gemütlich, ruhig und bequem soll es sein….. wenn da nur nicht dieser Einkauf wäre, der sich aufgedrängt hat. Ich lag sage und schreibe zwei Stunden lang Kaffee schlürfend auf dem Sofa, bis ich mich endlich überwinden konnte, das ganze Prozedere durchzugehen. In so Momenten wünscht man sich, einfach so unrasiert in der Trainerhose rausgehen zu können, aber sowas geht nun wirklich nicht mehr.

Trotz solcher Tage, an denen das Frausein mehr ein Müssen als ein Dürfen ist, gäbe ich dieses Leben für nichts in dieser Welt zurück. Vieles ist umständlicher und zeitraubender, manches wie so Kurzeinkäufe einfach nur sinnlos, aber es entspricht mir, so fühle ich mich in mir zuhause.

Kaufrausch im Wohnzimmer

kleid-schwarzweiss-modeundpreis-1Tja was macht n’Mädel an einem Samstag, an dem es sich entschlossen hat, heute einfach nur blöd rumzuliegen? Richtig, sie geht Internet-Shoppen. Und das war hier längst überfällig.

Erstens liegen hier ein dutzend Kataloge herum, die mit Eselsohren darauf hinweisen, wo was bestellt werden sollte. Zweitens ist Sommerausverkauf, da wimmelts nur von Sales-Gelegenheiten. Und drittens ist das mein erster Herbst und da ich bisher noch keinen Herbst erlebt habe, besitze ich auch keine Herbstkleidung. Also war Shopping-Marathon angesagt und das sieht dann in etwa so aus:

  • 16:30 Ronja-Versand: 2 Jupes, 1 Top, 1 Rollkragen-Top
  • 17:00 Mode und Preis: 5 Shirts, 2 Pullover, 2 Kleider, 1 Jeansrock
  • 17:30 Ackermann: 1 Fleecejacke, 4 Kleider, 5 Shirts, 3 Slips, 1 paar schwarze Stiefel :-)
  • 18:00 Bonprix: 1 Pullover, 5 Shirts, 1 Kleid
  • 18:30 Jelmoli: 1 Spitzen-Rollkragen-Shirt *sic*, 1 Stufenrock
  • 19:00 Bader: schon wieder Shirts? Dasselbe in 3 Farben? Hab ich heute nicht schonmal Shirts gekauft?

An diejenigen, die jetzt denken, soviele Kleidungsstücke könne man doch gar nicht brauchen: Klappe Jungs :-)

Na heute habe ich meinem Namen alle Ehre gemacht, die Göttin der Jagd hat gaaaaanz viele Kleider erbeutet. Braves Mädel ;-)

Fragen die die Welt nicht braucht – Teil 2

Es gibt Fragen, die man nicht stellen darf, solche die man nicht stellen sollte und vorallem gibt es Fragen, die man nicht stellen will. Es wird Zeit, es trotzdem oder gerade erst Recht zu tun.

  1. Wozu brauchen wir Komiker, wenn wir doch Politiker haben? Und wozu brauchen wir Horrorfilme, solange wir die Folgen der Politik ebendieser Komiker Politiker erleiden müssen?
  2. Können Gummibärchen in diesen Plastiktüten überhaupt atmen? Und wenn nein, wo bleibt da PETA?
  3. Wenn Gott tot ist und Nietzsche auch nicht mehr lebt, wer von beiden hat dann gewonnen?
  4. Wenn Anfang der Urknall war und vorher nichts, wer hat dann geschossen? Und womit? Und auf wen? Und warum?
  5. Haben Schuhe eine Seele und wenn ja, kommen sie auch in den Himmel, wenn sie der Besitzerin Blasen bescheren?
  6. Dürfen Engel High-Heels tragen oder würde das die Wolken beschädigen? Und würde Gott sich am Anblick High-Heels tragender Engel erfreuen?
  7. Wie schnell muss man laufen, um sich selbst zu entfliehen? Und wie kann man sich tarnen, damit man sich selbst nicht mehr findet?
  8. Warum rennen erwachsene Männer in kurzen Hosen und Kniesocken einem Ball hinterher und kicken ihn dann weg sobald sie ihn endlich gefangen haben? Und warum sitzen andere erwachsene Männer in zerlumpten Jogginghosen und dem elften Bier in der Hand vor dem Fernseher und brüllen wie ein Elch im Frühling, wenn sie diesen Männern in Kniesocken bei dieser doch irgendwie unsinnig wirkenden Tätigkeit zusehen?
  9. Wer hat das Bier in meinem Bierschrank Kühlschrank ausgesoffen?
  10. Und warum reden wir uns weiter ein, die Krone der Schöpfung zu sein, wenn wir doch unterdessen wissen, dass der Orgasmus eines Schweins 30 Minuten dauert?

Antworten oder der vergebliche Versuch dessen können beim Bundesamt für Unsinn, bei den Akademien für obszöne Theologie oder in diesem Blogbeitrag abgegeben werden.

Regen und Gewitter im Orchester

Wow, sowas Irres habe ich ja noch nie gesehen, ein Orchester, das die Geräusche von Regen und Gewitter nachahmt. Unbedingt in Ruhe und laut genug bis zum Schluss ansehen, es lohnt sich…..

apropos Irre, das Musical Stomp ist ebenfalls eine Skurilität der besonderen Art, sehr empfehlenswert, ich hab das mal live gesehen, geeeeniiiiiiaaaaalllll……..

Neues aus der Blogstatistik

Die letzten Wochen habe ich wieder ein paar Google-Suchanfragen gesammelt und jeweils meine Gedanken dazu geschrieben. Nun sind ein paar zusammen, also kriegt Ihr das Zeug zum lesen und philosophieren ;-)

  1. bist du transsexuell? Ja, bin ich, zumindest bis zur geschlechtsangleichenden Operation. Und Du?
  2. wäsche waschen: langsam könnt Ihr mir den Buckel runter rutschen, ich bin doch nicht für jedermann’s Wäsche zuständig.
  3. transsexuelle putzfrau: häää? erst Wäsche waschen und jetzt will noch einer eine Trans-Putzfrau? Jungs, also echt, Ihr seid wirklich schräg, das muss einfach mal gesagt sein. Worauf Ihr so alles abfahrt, das hält n’Mädel im Kopf nicht aus ;-)
  4. wann ist jemand nicht mehr transsexuell: Fragt sich, wie man “transsexuell” definiert. Wenn Transsexualität bedeutet, dass man im falschen Körper geboren ist, dann ist man frühstens nach dem Tod nicht mehr transsexuell. Bedeutet es aber, im falschen Körper zu leben, dann ist man nach der geschlechtsangleichenden Operation nicht mehr transsexuell.
  5. wie liebt man eine transsexuelle: man öffnet sein Herz und liebt sie einfach……. aber mal ernst, jetzt hab ich mal Fragen: 1. liebt man Transsexuelle anders als Nicht-Transsexuelle und wenn ja, warum? 2. Kann man rational erklären, “wie” jemand lieben soll oder muss? 3. Wie muss man sich eine Liebesanleitung vorstellen? 4. Wer ist “man”? Jeder Mensch liebt ja auf seine Weise fern jeglicher Rationalität, diese Frage macht also nur Sinn, wenn “man” eine bestimmte Person ist. Also wer ist das?
  6. wer liebt transsexuelle: keine Ahnung, aber falls Du es rausfindest, sags weiter
  7. androcur im trinkwasser: Ja der Gedanke ist mir auch schon gekommen. Ach was hätten wir für eine friedliebende und aggressionslose Menschheit, wenn der Testosteronpegel weltweit abgebaut würde. Falls das eine Abstimmung ist….. ich bin dafür :-)
  8. perverse psychotherapeutin videos: mir fehlen da grad irgendwie die Worte, aber klar doch, such Dir eine Psychotherapeutin, die scheint bitter nötig zu sein
  9. diana transe blog: dafür wirst Du in der Hölle schmoren, Du krummbeiniger, schief-pinkelnder Troll *fauch*
  10. bild transfrauen beim gynäkologen: kann man diese Frage noch toppen? Ich mach mir wirklich langsam Sorgen um die Zukunft der Menschheit. Wenn Jungs sich für sowas interessieren, können wir echt langsam einpacken.
  11. transsexuelle preise: könnte mir irgend jemand diese Frage erklären? oder etwas über den Gesundheitszustand des Fragenden sagen? Ich steh hier echt vor einem Rätsel.
  12. alte transen: und Google schickt Dich zu mir? Also jetzt reichts, ich muss da wirklich mal energisch mit diesen Leuten reden, 42 Jahre ist nicht alt und ich bin keine Transe….. Deppen *schmoll*
  13. frau füsse geld: hä? ja was jetzt, willst Du Frauenfüsse kaufen? Schweinspfoten kriegst Du beim Metzger, aber Frauenfüsse? Und was in aller Welt willst Du mit diesen Füssen tun, auf’s Regal stellen, mit ins Bett nehmen oder was?
  14. transen mensch: nein wir sind getarnte Ausserirdische und planen die Machtübernahme auf diesem Planeten, aber sags nicht weiter, es soll eine Überraschung werden
  15. wie wird man zur transfrau: man stellt sich bei der Körperverteilung in die falsche Warteschlange und schon kommt man als TransFrau zur Welt.
  16. transsexuelle finden: Herzliche Gratulation, Du hast eine gefunden, soll ich sie Dir einpacken oder nimmst Du sie gleich so mit?
  17. endenden: was Du gesucht hast, ist mir echt ein Rätsel, aber wenn Google Recht hat, dann hast Du es hier gefunden,. auch Dir herzliche Gratulation
  18. trans diana kontakt: *urks* sie sind hinter mir her :-O

Wer zeichnet mein Selbstbild?

Nur allzu schnell möchte man diese Frage mit “ja ich natürlich” beantworten – das dürfte eine der grössten Illusionen des modernen Menschen sein.

Das erste, was ein Kleinkind lernt, ist sich ausserhalb seinerselbst zu orientieren. Es tut etwas, guckt wie das Umfeld darauf reagiert und misst daran, ob etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch, hilfreich oder schädlich ist. Die Welt um uns herum zeichnet unser Selbstbild und daran angelehnt entwickeln und entfalten wir uns, soweit dieses von Aussen kommende Selbstbild dies überhaupt zulässt.

Dieses Funktionsprinzip behalten wir ein Leben lang, was auch immer wir tun, wird an der Reaktion unseres Umfelds gemessen und bewertet. Und so spielt jeder seine Rolle im Schauspiel seines Lebens.

Transsexuellen wird dieses Funktionsprinzip jedoch in doppelter Weise zum Verhängnis.

Wenn ein transsexuelles Mädchen wie ich ihr Verhalten und Handeln an den Reaktionen ihres Umfelds misst, bekommt es eine vernichtende Kritik für alles, was aus ihrem Inneren kommt. Du benimmst Dich wie ein Mädchen, Du bewegst Dich wie ein Mädchen, Du weinst wie ein Mädchen, Du spielst wie ein Mädchen……. jeder Versuch der Entfaltung eines inneren Selbst wird so im Keim erstickt…. es ist nicht gut, ich zu sein. Und so zimmert sich dieses Mädchen einen Menschen, der der Vorstellung ihres Umfelds entspricht.

Wenn dieses Mädchen dann eine Frau ist und dabei das Leben eines von aussen definierten Mannes lebt, kommt irgendwann fast zwangsläufig der Tag, an dem dieses Zerrbild ihrerselbst nicht mehr aufrecht gehalten werden kann. Diese Frau legt diese männliche Karikatur in Schutt und Asche und beginnt, ihr Selbst von innen her neu aufzubauen resp entfalten zu lassen.

Spätestens jetzt ist dieses Funktionsprinzip tödlich. Wenn diese Dame ihr Selbstbild weiterhin von aussen werten lässt, wird sie im Spiegel einen durchgeknallten Mann in Frauenkleidern sehen. Die Umwelt ist spätens jetzt kein brauchbarer Spiegel mehr.

Aber was nun? Ein Leben lang war man darauf konditioniert, sein Selbst von aussen definieren zu lassen. Diese Fremdbestimmung ist weggefallen, aber was bleibt dann? In welchem Spiegel soll sie sich jetzt noch spiegeln um zu erkennen, ob sie ok ist so wie sie ist? Da ist kein Richter mehr, keine Jury, sie muss sich nun selbst beurteilen.

Dieses Mädel wird es nicht einfach haben, sich zu finden und sich neu zu erfinden, da sind keine Grenzen und Absperrungen mehr die hindern, da ist keine Orientierung ausserhalb ihrerselbst. Das ist eine grosse Herausforderung und es ist gleichzeitig die grösste Freiheit die man sich denken kann. Selbstentfaltung ohne Fremdbestimmung.

Alles wird kompliziert: Online shoppen will gelernt sein

kleid-lila-bonprix-1Wenn man als frischgebackenes Mädel online shoppen geht, kommt es in der Regel zu verblüffenden Überraschungen.

Zuerst ist der Pöstler überrascht, weil er 2 Wochen lang fast täglich ein Paket abliefern muss.
Dann ist das Mädel überrascht, weil es sich nicht erklären kann, wer soviel Zeugs bestellt und vorallem warum und noch mehr wozu.
Dann ist sie nochmal überrascht, weil ihr nicht ganz klar ist, wohin mit diesem dutzend Oberteilen, die überraschenderweise zugesandt wurden.
Und zuguterletzt ist sie grad noch einmal überrascht, weil das Kleid ohne entsprechendes Decolté nunmal nicht so aussieht wie bei dem Model im Katalog, genau genommen sieht’s Scheisse aus….. Sachen gibt’s!

Da wünscht man sich manchmal, Mann zu sein. Man geht in den Laden zu den T-Shirts…. schwarz, passt…… Grösse M, passt…… Rundhals, passt…….. kauft drei Stück und damit ist der Einkauf erledigt.

Aber gerade für T-Girls ist das eine wirklich herausfordernde Welt, weil man einfach nicht alles anziehen kann, was nett aussieht. Bei mir heisst das beispielsweise:

  • dass die Schultern bedeckt sein sollten (such mal ein schönes Abendkleid mit bedeckten Schultern).
  • Im Hüftbereich darf’s nicht eng sein, weil das Passing andernfalls auf 0% sinkt.
  • Oben trage ich 38, unten 36, dafür hab ich 40er Füsse.
  • Rundhals sieht weniger feminim aus als V-Ausschnitt und was mit Kragen geht überhaupt nicht.
  • Der V-Ausschnitt darf aber nicht zu gross sein, weil sonst eben das Decolté fehlt.
  • Taillenbetont ist genial, aber ich hab keine Taille, somit wär ein Versuch, diese zu betonen ziemlich gleich idiotisch wie das Betonen des nicht wirklich existierenden Decoltés.
  • Und logischerweise kann man nicht jede Farbe mit einer anderen kombinieren. Nach 40 Jahren schwarz-blau oder blau-schwarz steht man hier vor einem Buch mit sieben Siegeln.
  • Zeugs, dass man bügeln muss, geht sowieso nicht, ich hab nämlich kein Bügeleisen und will auch keins…….

Und so gibt es noch unzählige klitzekleine Details, die einem richtiggehend schocken können vor dem Spiegel, weil der Anblick des Spiegelbilds im Vergleich zum Katalogbild wie eine Folge von schwer-halluzinogenen Drogen wirkt.

Aber da müssen wir Mädels durch und tapfer wie wir sind, packen wir das auch an……. und so ganz unter uns: wir tun’s trotz des Schwierigkeitsgrades und der gelegentlichen Schockmomente eigentlich gerne ;-)

Sag mir Deinen Namen und ich sag Dir wie Du heisst

Man sagt im Volksmund: “Kleider machen Leute” und das hat ja irgendwie schon was. Gerade bei mir als TransFrau sind die Kleider neben der Schminke etwas vom Wesentlichsten, um mein Ich äusserlich darzustellen. In einem Rock oder auf Pumps fühle ich mich viel weiblicher als in Latzhosen und Gummistiefeln. Mein Aussehen verstärkt sozusagen meine Selbstwahrnehmung und gibt mir inneren Halt.

Aber es gibt etwas, was mindestens wenn nicht sogar mehr zur Selbstwahrnehmung beiträgt: der Name und die Anrede. Auch Namen machen Leute und Anreden teilen die Geschlechter, etwas was für uns Transsexuelle elementar ist.

Mir fällt auf, dass ich irgendwie eine diebische Freude habe, wenn ich irgend etwas bestellen kann im Wissen, dass dies nun an meine weibliche Identität geschickt wird. Ich freue mich sogar über Rechnungen, nur weil sie an Diana adressiert sind. Ok bei Rechnungen hält sich die Begeisterung etwas in Grenzen, aber es ist doch ein wunderschönes Gefühl, so eine Rechnung in den Fingern zu haben und die Anschrift zu lesen.

Umso schmerzlicher ist die Post von den Stellen, die aus formal-juristischen Gründen keine preOp-Transsexuelle anerkennen. Banken, Steuern, Gemeindequatsch, all das kommt weiter mit penetranter Hartnäckigkeit an einen Mann adressiert, den es nur zum Schein gab und der nun nicht mehr existiert. Hat irgendwie was Surreales, sozusagen Post an einen längst Verstorbenen oder eher eines Niegeborenen.

Dass mich die Uni-Klinik mit “Herr X.Y. (Diana)” anschreibt, entbehrt nicht einer gewissen Komik, da ich von ihnen stets mit Frau angesprochen bin und dort ja auch als Trans-FRAU in Behandlung bin. Es zeigt aber in skuriler Weise, mit was für einer Realität Transsexuelle konfrontiert werden und wie sie wahrgenommen werden.

Man könnte meinen, dass all das irgendwie nicht wirklich wichtig ist. Zumindest bei mir wirft das grosse Wellen. Wenn ich irgendwo in weiblicher Form angesprochen werde, im Restaurant gefragt wird, ob die Damen schon bestellen möchten oder Post für Diana im Briefkasten liegt, dann fühlt sich das an als ob ich wachsen würde, als ob das vier Jahrzehnte lang gefangene und verkümmerte Ich sich ausstreckt und entfaltet, mit jedem Mal ein klein wenig mehr, so wie man einen Luftballon aufbläst.

Oder wenn ich zurück denke, wie es damals war, als mich plötzlich alle mit Diana ansprachen oder mit der Zeit von “sie” anstatt von “er” redeten……..

Der Name und die Anrede definieren uns, sie sind das Fundament der äusseren Identität. So gesehen ist es tragisch, dass preOp-Transsexuellen in diesem Land dieses wichtige Stück Identität verweigert wird. Und es ist noch viel tragischer, wenn man bedenkt, dass diese Identität nur unter der Bedingung der Kastration gewährt wird. Aber diese “Zwangskastration Transsexueller” soll ein andermal Thema sein – demnächst auf diesem Kanal – bleiben Sie dran ;-)

Neue Stiefel braucht das Land

stiefel-braun-schwarz-ackermannJaaaahhhhhh, endlich habe ich die richtigen Stiefel gefunden und weil ich davon so begeistert bin, habe ich soeben dieselben nochmal in braun bestellt :-) Ach es gibt doch nix Schöneres, als ein Mädel glücklich zu machen, erst Recht, wenn man selbst dieses nun verzückt vor sich hinlächelnde Mädel ist.

Gestern hab ich mich ja beklagt, wie sehr man beim online shoppen erschrecken kann, wenn das was man bekommt dann nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hat. Vorallem Schuhe sind da heikel, weil man nicht sehen kann, ob sie einem passen und man damit bequem laufen kann.

Letzten Samstag hatte ich ja einen mittelschweren Kaufrausch und hab nebst unzähligen Oberteilen und Kleidern noch ein paar schwarze Stiefel gekauft. Die Pumps-Zeit ist ja bald vorbei und die Stiefel aus der letzten Kälteperiode sind langsam instabil aufgrund der exzessiven Lauferei damit. Als ich diese hier sah, wars mal wieder Liebe auf den ersten Blick, aber was ich bekam, überstieg alles.

Diese Stiefel sitzen so satt am Fuss, dass man darin wie eingegossen läuft, ohne dass sie dabei drücken. Eigentlich gibts so Schuhe gar nicht, ich hab jetzt aber trotzdem welche. Der Gang ist sehr stabil und ich find sie einfach wunderschön. Da die Absätze leider zum Glück nicht allzu hoch sind, lässt es sich damit prima laufen. Jedenfalls war ich so aus dem Häuschen, dass ich mir die Braunen gleich noch hinterher bestellt habe. Wow gibt das ein Winter, mit diesen zwei Stiefeln hab ich für alle Kleidungsarten perfekte Schuhe.

Es wird endlich Zeit, dass wieder mal jemand mit mir ein ausgiebiges Fotoshooting macht, die Bilder hier im Blog sind entweder veraltet oder mit Selbstauslöser in schlechtem Licht fotografiert. Hmmmm……. Juuuuliääääätttttt…….. ich hätte da eine Idee, was wir machen könnten wenn Du im November zu Besuch kommst :-)))

So und jetzt muss ich im Onlineshop nachgucken, wie das Kleid angezogen aussieht, das mich vorhin beim Versuch es anzuziehen in bestürzende Ratlosigkeit versetzte, weil ich einfach nicht rausfand, was vorne und hinten ist und was ich mit dem grossen Auschnitt tun soll und überhaupt, was zur Hölle ich da bestellt hab *verwirrtguckt*

Einladung für Juliet ans 1. Luderweekend mit Diana

Juliet-1Juliet ist ein ganz verrücktes Mädel. In den rund zwei Monaten, in denen sie hier in diesem Blog ihr Unwesen treibt, hat sie rund 380 Kommentare geschrieben und mich so richtig auf Trab gehalten. Unzählige Male habe ich mich vor dem Bildschirm weggekichert, weil wir Zwei einfach einen blödsinnigen Humor haben. Es ist genial, wenn eine Bloggerin mit ihren Lesern so kommunizieren kann und solche Freundschaften entstehen. Kommentare sind nicht umsonst ein wesentlicher Aspekt eines Blogs, alle können ihren Senf dazu geben und die gute Juliet tut das, als wär’s ihre Berufung.

Dafür liebe ich sie und deshalb ist’s auch höchste Zeit, dass dieses Weibsbild mal zu mir zu Besuch kommt und wir uns ein Wochenende lang die Bäuche krumm lachen können. Wir haben öfters darüber geredet, jetzt ist’s endlich soweit und ich lade Dich, liebe Juliet am Wochenende vom 28.-31. November herzlich zu einem durchgeknallten Weiberweekend im Schweizerland ein, da wo’s noch richtige Indianer gibt ;-)

Hier die Traktandenliste, die sicher noch um einige Punkte erweitert wird:

  1. Dummes Zeug reden und blöd rumlachen
  2. Gescheites Zeug reden und staunen
  3. Zusammen an den Stammtisch des Transensyndikats stöckeln und den Widerstand gegen Geschlechtskonformität feiern
  4. Ein Abend lang in meinem Stammpub Guinness trinken bis sie uns wegen groben Unfugs rausschmeissen
  5. Shopping-Tour durch Zürich, bis die Füsse qualmen oder man uns wegen Zahlens mit Falschgeld verhaftet
  6. Aufsehen erregen in öffentlichen Verkehrsmitteln
  7. Zusehen wie Diana all ihre Lieblingskleider aus dem Schrank zerrt und damit eine Modeshow inszeniert
  8. Ein paar tausend Fotos machen während Diana ihren Wohnzimmer-Catwalk vorführt
  9. Schminkexperimente mit gemeinsamem sich gegenseitig auslachen
  10. Pizza bestellen, Kebab heimschleppen und seltsame Dinge kochen, die eigentlich nicht zum Verzehr vorgesehen sind oder zumindest nicht danach aussehen
  11. Horrorfilme gucken und bei jeder spannenden Szene ängstlich aneinander kuscheln
  12. Waldspaziergang in einem Riedgebiet (ausnahmsweise ohne Stöckelschuhe) inklusive Besichtigung einer leider nicht mehr bewohnten Fuchshöhle
  13. Täglich zu zweit Blogbeiträge schreiben um die Welt über den von uns gefeierten Niedergang des Patriarchats zu informieren
  14. evtl. Hirsche von Hand füttern in einem lieblichen Tierpark in Arth Goldau
  15. oder bei Regen Schneckenrennen auf dem Vorplatz meines Wohnhauses zur weiteren Irritation der Nachbarschaft

Ich bin mir sicher, uns fällt bis Ende November noch so einiges ein, ich werd das dann hier updaten.

Alles Weitere können wir hier kommentierenderweise weiter planen, das sind wir uns ja schon gewohnt.

Hey honey, ich freu mich im Fall mega auf Deinen Besuch :-x



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