(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Highland Games und Chili Pipers

So da wär ich wieder. Letzte Woche hat’s mich ins Bett gehauen, irgend so eine Magen-Darm-Wäk-Geschichte. Am Freitag war ich dann bei meiner Hausärztin und liess meine Blut-, Leber- und Hormonwerte prüfen. Am 13. dieses Monats werd ich dann erfahren, ob mein Blut die Konsistenz von Himbeersirup hat oder meine Leber kollabiert ist. Ausserdem erfahre ich dann, ob ich nun hormontechnisch mehr Männlein oder Weiblein bin – es wird also spannend nächste Woche.

Apropos, hab ich schon mal erzählt, dass meine Hausärztin eine der edelsten Frauen dieses Landes ist? Echt, ich bin nach jedem Arztbesuch etwas durcheinander, dieses Mal musste ich mich mit aller Gewalt davon abhalten sie zu fragen, ob sie zufällig lesbisch sei und eine nicht-ganz-der-Norm-entsprechende Lebenspartnerin sucht. Diese Lady ist echt eine Wucht, da wünscht man sich, öfters mal krank zu sein :-)

Obwohl ich am Samstag noch wacklig auf den Beinen war, konnte ich es nicht lassen, an die Highland Games in Fehraltdorf zu gehen. Zwar nicht so ausgiebig wie ursprünglich geplant, aber ich musste zumindest die Red Hot Chili Pipers endlich live erleben. Und es hat sich gelohnt. Es gibt nur wenige Bands die schottische Great Highland Bagpipes mit Rockmusik mischen, aber es gibt nur eine Band, die in dieser Art “we will rock you” von Queen und ähnliches spielen. Diese Band schaffte es innert kürzester Zeit, das Zelt in einen Hexenkessel zu verwandeln.

Zu meiner eigenen Überraschung bemerkte ich irgendwann, dass ich da in der Menge stand und sowas ähnliches tat wie zu tanzen. Das ist echt ein Wunder, denn seit meiner Kindheit habe ich nicht mehr getanzt. Seit ich damals in der Schülerdisco ausgelacht wurde, weil ich so weibisch tanzte. Das hat mich so traumatisiert, dass ich seit da in der Hüftregion irgendwie blockiert bin. Aber als am Samstag die Chili Pipers loslegten, ging irgendwas in meinen Hüften los und ich konnte nicht mehr aufhören, meinen Hintern in der Gegend rum zu schmeissen. Ok ich will nicht wissen, wie das aussah, ich rechne da mit dem Schlimmsten, aber es war soooooo schön, den Körper endlich mal gehen zu lassen :-)

Apropos Menge, das war das erste Mal, seit ich als Frau lebe, dass ich an einem Grossanlass teilnahm. Wenn ich zurück denke, wie ängstlich ich noch zu Beginn meiner Metamorphose durchs Leben schlich und nun erlebe, wie ich inmitten von einer Tausendschaft an Leuten herumtanze, dann staune ich nur noch über meine Dreistigkeit :-)

Ein weiterer Höhepunkt war, dass ich erstens mit meiner besten Freundin und ehemaligen Lebenspartnerin dort war und ausserdem fast das gesamte Personal meines Stamm-Pubs anwesend war und so sassen wir dann den ganzen Abend an einem Tisch und hattens saugemütlich. Ach ich lieb diese Pub-Leute einfach, einzelne sogar mehr als ich jetzt hier offenbaren werde ;-)

Schlussendlich schaffte ich es aber doch noch, aus einem wunderbaren Abend einen kleinen Albtraum zu fabrizieren. Als ich heimging, gabs keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, also bestellte ich mir ein Taxi und wartete, und wartete, und wartete. Nach ner halben Stunde rief ich wieder an, worauf mir der Taximensch sagte: “ja war mein Kollege nicht da? ok ich komm gleich”….. und ich wartete, und wartete…. nach einer neuen halben Stunde rief ich nochmal an, unterdessen völlig durchgefroren, da ich im kurzen Jupe nur mit T-Shirt und ohne Strümpfe einfach nicht mehr adäquat angezogen war. Derselbe Taximensch, diesmal noch verblüffter: “ich war jetzt schon drei mal dort und hab jedes Mal jemanden mitgenommen”. Schlussendlich stellte sich heraus, dass ich ganz einfach am falschen Ort wartete. Eine Stunde lang in dem Outfit in der kalten Nacht rumzustehen, dafür muss man schon ganz schön bescheuert sein.

Als ich endlich zuhause ankam, musste ich feststellen, dass meine neuen und ausnahmsweise absatzlosen Schuhe mir eine tiefe Kerbe in die linke Ferse gefressen hat. Sieht aus als hätt mir jemand mit nem Fleischermesser quer durchgesäbelt und es fühlt sich auch so an. Ich sags ja, Schuhe ohne Absätze sind einfach nix für n’Mädel wie mich. Ich schätze, dass es mindestens eine Woche geht, bis diese Wunde verheilt ist, sieht wirklich abartig übel aus.

Aber all das hat sich gelohnt, wegen den Chili Pipern, weil ich das Tanzen wieder gefunden habe und ……. und so :-)

Macht Testosteron blöd?

Mal so ganz unter uns, ich fand Jungs ja schon in frühster Kindheit irgendwie seltsam. Ich konnte schon damals die Vorstellung nicht teilen, dass man nur cool ist wenn man auf dem Pausenplatz laut rumschreit, einem Schulkollegen auf die Fresse haut oder einem Ball hinterherrennt. Aber wie verblödet ein Grossteil der Jungs wirklich ist, lernte ich erst seit ich als Frau lebe.

Was man als Frau mit Jungs so erlebt, glaubt echt kein Schwein. Ich geistere in verschiedenen Internetportalen rum und kriege dort regelmässig “Freundschaftsanfragen” die immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Ne es sind eigentlich zwei Gruppen.

Die erste Gruppe schreibt einen völlig idiotischen und unglaubwürdigen Text in dem man mit Komplimenten überhäuft wird die fern jeglicher Realität sind. Diesen Text schicken sie dann an alles was einen Rock trägt. Dabei wird nicht mal der Name in die Anrede eingefügt um ein Minimum an Glaubwürdigkeit zu haben, es heisst dann einfach “hello”. Vorallem MySpace ist da der pure Horror. Da kriegt n’Mädel täglich mindestens eine Handvoll solcher Angebote. Diesen Account habe ich unterdessen gelöscht, weils einfach zu anstrengend war, so oft den “ignore” Knopf zu drüciken.

Wir T-Girls haben dann noch eine zweite Gruppe, die baggern alles an was eventuell noch eine Überraschung zwischen den Beinen haben könnte. Das klingt dann in etwa so: “Ich hatte noch nie was mit einer Transe, hast Du heute Abend Zeit? Meine Handynummer lautet……”. Also, erstens bin ich keine Transe sondern eine Transsexuelle oder TransFrau und zweitens lasse ich mich doch nicht von allem bespringen, was heute Abend grad zufällig Zeit hat und ein Handy bedienen kann.

Kürzlich hatte ich so ein Exemplar aus der zweiten Gruppe am Hals. Er erzählte mir nach dem obligaten “ich möcht mal mit einer Transe…..”, dass er seiner Frau gesagt hätte, dass er halt viel mehr Sex brauche als sie ihm gibt und er deshalb andersweitig rumsauen müsse. Ich erlaubte mir dann mal den Spass und fragte ihn kokettierend, was er denn mit mir anstellen wolle. Ich vermutete bereits, dass ich nun ungeahnte Abgründe des männlichen Irrsinns kennenlernen würde und in der Tat kam im nächsten Mail eine Ansammlung von sexuellen Handlungen, die ausreicht um garantiert sämtliche Krankheiten austauschen zu können. Und das auf drei Zeilen! Hinterher kam dann die Handynummer.

Einen anderen Herrn aus Barcelona versuchte ich abzuwimmeln mit dem Hinweis, dass ich eine feste Beziehung suche. Darauf meinte er, er würde auch eine feste Beziehung suchen. Auf meine Frage, wie in aller welt er sich das vorstellt, wenn er dort wohnt und ich hier, antwortete er, dass er ab und zu in der Schweiz sei. Der Unterschied zwischen einer festen Beziehung und einer Übernachtungsmöglichkeit für Auslandaufenthalte scheint gering zu sein, zumindest wenn 99% der Hirnmasse zwischen den Beinen eingelagert wurde.

So erlebt man als Frau halt, dass einem wildfremde Jungs im vorbeirennen einen Klaps auf den Hintern geben, aus Autos pfeiffen oder hupen und winken, dass sie einem Schlampe hinterher rufen oder einem als Bitch betiteln, weil man ihre Freundschaftsanfrage abgelehnt hat.

Ich vermute, dass das irgendwie hormonell bedingt ist. Testosteron fördert ja die Körperbehaarung und macht den Menschen wieder etwas mehr den Primaten gleich und tatsächlich ist auch das Verhalten bei testosteron-gefüllten Menschen deutlich affiger. Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, wenn wir das Trinkwasser mit dem Testosteronblocker Androcur vermischen, ich bin mir sicher, dass das der ganzen Menschheit gut tun würde ;-)

Achja die lustigste Gruppe habe ich ja noch vergessen, das sind die, die in so Internetportalen ihr Geschlechtsteil als Profilbild verwenden und dieses dann ungefragt in der Gegend rumschicken. Ok ich finds ja gut, wenn jemand einsieht, dass seine ganze Persönlichkeit in diesen kleinen Ding drin steckt, aber muss er mir das unaufgefordert auf meinen Bildschirm knallen, ohne dass ich situationsadäquat reintreten könnte?

Ne echt, ich versteh’s nicht. Wär echt toll wenn mir mal eins dieser Exemplare erklären könnte, wie er darauf kommt, dass er so eine Frau erobern kann.

Fragen die die Welt nicht braucht – Teil 1

Die Welt ist voll von Fragen die auf eine Antwort warten.
Mit diesem Blogbeitrag beginnt eine Serie mit Fragen, die die Welt nicht braucht, nicht will oder nicht verkraftet.

  1. Bin ich ich und wenn nicht, wieviele?
  2. Wenn  man Tiere nicht essen soll, weshalb sind sie dann aus Fleisch?
  3. Dürfen Vegetarier meinem Futter das Futter wegessen?
  4. Gibt es ein Leben vor dem Tod?
  5. Kann man Männer ernst nehmen, wenn sie nicht mal auf High-Heels laufen können?
  6. Wer herrscht über diesen Planeten wenn wir uns selbst zerstört haben?
  7. Kann man von artgerechter Haltung sprechen, wenn Gummibärchen in Plastiktüten gehalten werden?
  8. Ist Leben ohne Liebe Leben oder nur noch keine Liebe?
  9. Warum trägt der Papst ein Kleid und was trägt er darunter?
  10. Darf man Vasellas Haus abfackeln oder sollte man lieber Tiere quälen?

Antworten oder der vergebliche Versuch dessen können beim Bundesamt für Statistik, bei den Akademien für groteske Philosophie oder in diesem Blogbeitrag abgegeben werden.

Die zerbrochene Maske und das verlorene Ich

Was tut man, wenn man eine Woche weg war, nachhause kommt und merkt, dass man nicht mehr da ist?

Und wo sucht man am besten nach sich selbst?

Und was tut man, wenn man sich gar nicht mehr findet?

Als ich mich vor einem halben Jahr als Trans-Frau outete, sah ich mich bezwungen, einen einzigen Kompromiss zu machen, um meine Tochter nicht zu verlieren. Ich musste ihr versprechen, dass ich an den Wochenenden wenn sie bei mir ist, weiterhin als Vater und somit als Mann für sie da bin. Ich dachte damals, dass das ein kleiner Preis ist, immerhin habe ich ein Leben lang mit einer männlichen Maske ein Leben gespielt, da kann ich das auch 2 Tage alle 2 Wochen machen, hauptsache ich kann den grossen Rest lang mein eigenes Ich leben. Denkste!

Von Monat zu Monat wurde es immer schwieriger, je mehr ich mich in meiner jetzt endlich gelebten weiblichen Identität einfand, umso mehr verschwand die Lüge meines Lebens. Mit jedem Mal wurde es schwieriger und schmerzhafter, für 2 Tage so zu tun als ob ich noch das wäre, was ich eigentlich nie wirklich war.

Letzte Woche hatte ich endlich wieder einmal Ferien mit meiner Tochter, etwas worauf ich mich immer extrem freue, wenn ich wieder für längere Zeit mit ihr zusammen sein kann. Aber diesmal hatte ich enorme Angst, weil alles in mir signalisierte, dass ich das nicht mehr auf die Reihe kriege. Doch es kam schlimmer.

Warum so tief – und warum gerade jetzt?
Warum vor ihr – warum diese Ironie?
Warum so hart – und warum nicht einfach besiegt?
Muss ich denn wirklich für jede Begegnung
Für immer und ewig mit all meiner Liebe bezahlen?

(Lacrimosa – Warum so tief?)

Diese Woche ging an mir vorbei als ob ich in Trance wäre oder eher sowas wie ein Wach-Koma. Ich wollte nicht rausgehen, fühlte mich ständig bedrückt und von Tag zu Tag mehr desorientiert. Trotz aller guten Vorsätze schaffte ich mit ihr grad mal zwei Zoobesuche und einen Kinobesuch, den Rest der Woche verbrachten wir zuhause vor dem TV oder Computer oder spielten Spiele. Ich war irgendwie so weggetreten, dass ich gar nicht richtig realisierte, was da mit mir passierte.

Erst Ende der Woche, als ich in einem ruhigen Moment zurückblickte und betrachtete, was da abgegangen ist, musste ich schockiert feststellen, dass mich diese Woche komplett zerlegt hat. Ich habe eine ganze Woche lang nicht geduscht, hatte eine Woche lang dieselben Kleider an und das wohlgemerkt in einer brütenden Sommerhitze, die mich täglich in Schweiss badete. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich mich so gehen lasse. Normalerweise dusche ich täglich und wechsle täglich die Kleider, es ist mir sehr wichtig wie ich aussehe. Aber in dieser Woche war es, als ob ich nicht existieren würde oder es zumindest nicht wert wäre, in irgend einer Form gepflegt zu werden.

Als sie am Sonntag wieder ging, zersplitterte ich wie erwartet erst mal in tausend kleine Teile, heulte mir die Seele aus dem Leib und wusste eigentlich nicht mal recht warum. Einerseits war ich tief betrübt, dass ich nicht mehr für meine Tochter da sein konnte und ihr nicht mehr geben konnte. Aber ich glaub, mehr als das heulte ich, weil es einfach unerträglich war, diese männliche Fratze so lange zu tragen.

Ich erinnerte mich plötzlich an einen Aufsatz den ich als Kind mal schrieb, in dem es um einen Clown ging, der eines Tages seine Maske abzog. Beim Ausziehen zerbrach die Maske und als er sie wieder hätte anziehen sollen, ging das nicht mehr.

Genau das scheint mir jetzt passiert zu sein. Diese Maske der Männlichkeit, die ich ein leben lang trug und mehr oder weniger ertrug, die war zerbrochen, dieser Mann existiert einfach nicht mehr. Wenn ich meine Weiblichkeit in einen Koffer verstaue und mich abschminke, dann kommt da nicht einfach dieser alte Mensch hervor, dann erscheint einfach eine gähnende Leere, dann bin ich ohne ein Ich und das wiederum ist so ziemlich das grässlichste was ich je erleben musste.

Meine Augen der Angst sind geflohen
Mein Geist will sich mit mir verschliessen
Mein Herz ist verhungert
Und meine Seele blickt mich fragend an

(Lacrimosa – Tränen der Existenzlosigkeit)

Ich hielt mich an der Hoffnung fest, dass ich am Sonntag Abend wieder ich sein würde, dass ich diese zertrümmerte Maske abziehen kann und darunter wieder Diana erscheint. Aber so kam es nicht. Seit Sonntag Abend fühle ich mich völlig leer, es ist als ob ich das Tor zu meinem Inneren geöffnet hätte und mich da herausholen wollte und plötzlich nicht mehr da war. Ich war in der totalen Ichlosigkeit gelandet.

Heute fühlte ich mich genauso und dachte mir, dass ich mich jetzt einfach mal schminke, nett anziehe und nach Zürich gehe um etwas zu shoppen. Nichts lockt Diana so sehr wie Shoppingtouren, ich würde sie sicher irgendwo in einem der Läden finden. Zurück kam ich mit 3 neuen Jupes, einem Kleid, einer neuen Tasche, zwei paar Schuhen, von denen mir ein Paar bereits auf dem Heimweg meine kleinen Zehen lebendig gehäutet hat…. aber mich fand ich nicht.

Klingt irre, was? Fühlt sich auch so an. Ich zweifle nicht daran, dass ich mich wieder finden werde und das Leben wieder so läuft wie vorher. Aber ich muss doch anerkennen, dass sich das Ich nicht einfach eine Woche lang wegsperren lässt und dann auf Kommando wieder aus der Kiste hüpft. Irgend etwas in mir wurde diese Woche extrem erschüttert und ich fühle mich so “deranged”, dass mir die Worte fehlen um das auch nur annähernd auszudrücken.

Eines ist klar, so kann und darf es nicht weiter gehen. Wenn ich versuche, meine Tochter weiterhin so zu “schonen”, dann gehe ich dabei drauf. Die Maske ist zerbrochen und die Lüge meines Lebens entlarvt – ich muss jetzt wirklich vorwärts schauen und vorwärts gehen und allfällige Fesseln zerschneiden, egal welche Konsequenzen das hat.

Aber fürs Erste muss ich jetzt erst mal mein Ich suchen oder warten bis es mich findet …. und hoffen, dass ich mir bald wieder begegne.

Nichts bewegt sich – nichts bleibt stehen
Ich kann im Kreise mich nur drehen
Ich kann noch nicht mal vorwärts gehen
Noch kann gerade ich jetzt stehen
Ich kann im Spiegel mich nicht sehen
Kann mich im Spiegel nicht mehr sehen
Verloren streife ich umher und suche nach der Kraft in mir
Ich weiß sie war doch einmal hier – in mir

(Lacrimosa – Nichts bewegt sich)

Egal wer ich bin, Hauptsache ich bin

Da ich mich auch heute nirgends fand, führte ich ein längeres Gespräch mit meinem besten Freund. Er schafft es immer wieder, mir andere Sichtweisen aufzuzeigen und ist mir seit Jahren ein treuer Helfer in so Situationen.

Einmal mehr überraschte er mich mit einem ganz anderen Denkansatz. Im Gegensatz zu mir fand er meine momentane Ich-losigkeit gar nicht so übel, weil das die beste Ausgangslage ist, um sich wirklich zu finden.

Dieses Gespräch hat mich ziemlich ins Grübeln gebracht und hat eine Reihe von Fragen resp Gedanken hervorgebracht, die mich wieder etwas auf die Beine gestellt haben.

Vielleicht ist es heutzutage nicht das Ziel,
herauszufinden, was wir sind,
sondern zu verweigern,
was wir sind.

(Hubert L. Dreyfus)

Genau betrachtet ist “das Ich” oder “die Identität” bestenfalls eine Vorstellung dessen, was man wirklich ist. Noch genauer betrachtet ist diese Ich-Vorstellung auch nur wieder eine Reduzierung auf ein Bildnis, das wie alle Bilder bestenfalls einen Teil des Ganzen zeigen kann. Ein Wesen ist viel mehr als unsere Vorstellungen, es ist viel fascettenreicher als jedes Bild es malen könnte.

Wer glaubt, sein Ich zu kennen und zu benennen, der wird zum Sklaven seiner Vorstellung und versorgt sich selbst in einer dieser niedlichen Schubladen, in die wir Menschen einander und uns selbst so gerne versorgen. Aber damit verliert man die Freiheit sich zu verändern und die Freiheit, heute anders zu sein als man sich gestern noch gedacht hat.

In der Torah resp dem alten Testament wird Gott (JHWH) nach seinem Namen gefragt. Seine Antwort wird meist übersetzt als “Ich bin, der ich bin”, aber ich liess mir mal sagen, dass es korrekterweise eigentlich heissen müsste: “Ich bin, der ich sein werde”. Diese Aussage hat mich extrem fasziniert, weil Gott damit eigentlich sagt, dass er sich nicht an einer Vorstellung festmachen lässt. Er ist Veränderung und Wandlung und lässt sich in keinem Bild und keiner Definition festlegen. Er entzieht sich jeglicher Reduzierung auf naive Vorstellungen.

Es erinnert mich auch an den Mythos des Phönix, der immer wieder verbrennt um aus der Asche neu emporzusteigen. Die Frage “wer bin ich” oder “was bin ich” ist eigentlich die absurdeste Frage der Menschheit, auch wenn sie die am häufigsten Gestellte ist. Die einzige Antwort die es darauf gäbe, wäre: “Ich bin”.

Mein Ich meldet sich zurück

Gestern Abend hatte ich erstmals seit meinem Crash Anfangs Woche wieder das Gefühl, ich zu sein. Warum ich zu mir zurück gekommen bin, ist mir zwar nicht ganz klar, aber ich bin froh, mich wieder zu spüren und wahrzunehmen.

Einerseits liegt das sicher an dem Telefongespräch, das ich gestern mit meinem besten Freund führte und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich gestern mit Epiktets “Wege zum glücklichen Handeln” begonnen habe. Beides hat wohl das Fundament gelegt, dass ich gestern im Verlauf des Tages wieder Rückenwind bekam.

Am Abend hatte ich dann ein “Date” mit einem sehr netten Herrn. Nicht was Ihr jetzt denkt, es war eher ein formelles Treffen. Jedenfalls hatte ich das Bedürfnis, meine Identitätskrise damit zu umschiffen, dass ich mein Lieblingskleid anzog (ein schwarzes einteiliges Kleid mit Wasserfallausschnitt) und meine geschundenen Füsse, die mit drei Compeed Pflastern notbedürftig repariert waren, in meine schwarzen Lack-Pumps mit verchromtem Absatz steckte. So stöckelte ich dann leicht overdressed durch den Feierabendverkehr, was glaub zu mittelschweren Irritationen führte.

Dann folgte ein spannendes und angenehmes Gespräch in einem Zürcher Kaffee und anschliessend stöckelte ich wieder heimwärts.

Am Bahnhof angekommen, erbeutete ich dann noch einen “Kebab ohni Tomatä mit echli scharf” und trug meine Beute stolz nachhause wie eine Katze die eine Maus gefangen hat. Ne, ich trug den Kebab nicht im Mund, das wär dann doch etwas zu auffällig gewesen.

Als ich dann zuhause ankam, spürte ich plötzlich, dass ich irgendwie wieder da war. Nicht so wie vor meinem Crash, irgendwie noch etwas geisthaft, aber doch spürbar…… Ich war endlich wieder zurück :-)

Heute morgen erwachte ich dann um 6 Uhr (um 1:30 ging ich ins Bett) und war hellwach. Ich hatte einen wunderschönen Traum, in dem ich in unglaublich intensiver Form Zärtlichkeit erlebte, so als würden sich zwei Teenies erstmals begegnen. Das Verrückteste war aber, dass ich mir zum ersten Mal in einem Traum meines Busens bewusst war, sogar die Grösse stimmte. Als ich nach dem Aufwachen mit geschlossenen Augen im Bett lag und der Traum nochmal an mir vorbei zog, wurde mir irgendwann bewusst, dass ich ein sanftes Lächeln in meinem Gesicht hatte. Ich glaube, heute wird ein guter Tag :-)

Sind Transsexuelle männlich oder weiblich?

transsexuell-mann-frauÜber Transsexuelle herrschen viele falsche Vorstellungen, der grösste Irrtum der ein Verständnis von Transsexualität nahezu verunmöglicht, ist die Frage, welchem Geschlecht Transsexuelle angehören.

Für die meisten meiner Mitmenschen dürfte ich als Trans-Frau ein Mann sein, der lieber eine Frau wäre und deshalb seinen Körper verweiblicht. Man sieht das ähnlich wie bei einem Transvestiten, der ein Mann ist, der manchmal Frauenkleider trägt. Aber ist das wirklich so?

Wenn ein Mann sich als Mann fühlt, aber manchmal Frauenkleider trägt, dann ist er “ein Transvestit”….. ergo männlich.
Wenn jemand mit weiblicher Geschlechtsidentität und männlichem Körper eine Geschlechtsangleichung vornimmt, dann ist sie “eine Transsexuelle”….. ergo weiblich.

Auch die Fachwelt scheint das so zu sehen. Wenn jemand sich für Jesus hält, wird er von Psychiatern kaum mit Jesus angesprochen. Wenn ich einmal pro Monat in der Psychiatrischen Universitätsklinik antanze, werde ich als Frau angesprochen.

Es stellt sich die Frage, was denn das Geschlecht ausmacht, ist es der Körper oder ist es die Persönlichkeit? Wäre der Körper ausschlaggebend, wäre dann ein kastrierter Mann noch ein Mann? Und wie würden wir Intersexuelle nennen, die mit beiden Geschlechtsmerkmalen zur Welt kommen, wären die dann Beides?

Ich glaube, dass Transsexuelle erst dann echte Akzeptanz und echten Respekt erfahren, wenn die Leute einsehen, dass eine Trans-Frau eben eine Frau ist und ein Trans-Mann ein Mann. Solange das nicht so ist, werden wir weiterhin als “gestört” stigmatisiert und werden uns weiterhin von der Welt missverstanden fühlen.

Manchmal liest man auch den Ausdruck des “dritten Geschlechts”, was besagen will, dass Transsexuelle irgend etwas zwischen beiden Geschlechtern sind. Das entspricht zwar nicht meinen Empfindungen, aber damit könnte ich leben. Womit ich nicht leben kann ist die Unterstellung, ich sei ein Mann, denn das war ich nie und werde es nie sein.

Ist Transsexualität heilbar?

Wenn Menschen erstmals mit dem Thema Transsexualität resp Transidentität konfrontiert werden, ist die erste Reaktion meistens: “ja aber kann man Transsexualität denn nicht heilen?”.

Die Antwort darauf ist klar, wenn auch überraschend:
Ja man kann Transsexualität heilen……. mittels Hormontherapie und plastischer Chirurgie…. und nein, es gibt keinen anderen Weg um Transsexuelle von ihren Leiden zu erlösen.

Bis zum heutigen Tag ist es nicht ein einziges Mal gelungen, die Geschlechtsidentität eines Menschen zu verändern. Fachleute gehen davon aus, dass spätestens im Alter von 3 Jahren die Geschlechtsidentität so stark ausgeprägt ist, dass sie nie mehr änderbar ist.

Man hat es mit allen Mitteln versucht, weder Medikamente noch Elektroschocks konnten an der Geschlechtsidentität rütteln. Deshalb kam schlussendlich auch die Fachwelt zum Schluss, dass Transsexuellen nur geholfen werden kann, in dem man den Körper der Identität angleicht soweit das möglich ist.

Ich wünschte mir, es gäbe andere Wege als eine chemische Kastration, lebenslang Medikamente einnehmen zu müssen, eine rund 8-stündige Operation mit unzähligen Risiken machen zu lassen und ein Leben lang stigmatisiert zu sein, aber es gibt nur diesen einen Weg, ein harter und beschwerlicher Weg, aber ein Weg, der uns Transsexuellen zu Würde und Lebensfreude verhilft und einer lebenslangen Verzweiflung ein Ende setzt, die für Aussenstehende nicht mal ansatzweise begriffen werden kann.

Kürzlich sah ich in einem Internet-Video eine Rede von einer postOp Transsexuellen, die erzählte, dass sie auf die Frage “bist Du transsexuell” antworten würde: “Nein, seit meiner geschlechtsangleichenden Operation nicht mehr”.

Besser könnte ich es nicht ausdrücken.

Alles beim Alten: das Online-Shopping geht weiter

Langsam bin ich wieder ganz die Alte, hab soeben wieder mal ein paar Sachen im BonPrix Online-Shop bestellt.

Abgehen von irgendwelchen Oberteilen (davon hat man ja eh nie genug) und einem rot-weissen Kleid, das ich bereits in schwarz-weiss habe, gabs dieses Prachtteil dazu *stolzerhebtihrhaubt*, ist das nicht ideal um zur Arbeit zu gehen?

Übrigens, für die, die’s noch nicht gesehen haben, oben rechts hats einen Menüpunkt namens “Kleiderschrank“, da hats noch mehr Katalogbilder von meinen Lieblingskleidern.

Jetzt bin ich hormonell betrachtet ein Vollweib

Ich glaubs fast nicht, aber aus hormoneller Sicht bin ich jetzt ein hunderprozentiges, kerngesundes Vollweib :-)

Der Arztbesuch war ein voller Erfolg.
Blut- und Leberwerte sind alle im grünen Bereich und die Hormonwerte sind so ziemlich da, wo ich sie am liebsten gehabt hätte.

Für eine Selbstmedikation zeige ich mich anscheinend ganz schön begabt, ich hätte Endokrinologin werden sollen.

Nun aber zu den erfreulichen Details.

Das böse böse männliche Hormon Testosteron ist auf 10% gesunken.
- Testosteron frei: 2.1 pmol/L (Referenzwert für Männer 25-80)
- Testosteron: 2.0 nmol/L (Referenzwert für Männer 8.4-28.7)
Irgendwo habe ich gelesen, eine biologische Frau hätte einen Wert von rund 3, da wär ich somit mit 2 ein richtiges Prachtsweibchen :-)

Das herzallerliebste weibliche Hormon Estradiol resp Östradiol ist auf 0.34 nmol/L (Referenzwert für Männer < 0.19)
Bei Frauen variiert der Östrogenpegel ums Vielfache während des Zyklus, deshalb kann man keinen wirklichen Mittelwert festlegen. Der Bereich liegt ungefähr zwischen 0.1 und 1.4 nmol/L.
Ich las mal, dass eine TransFrau mit 0.4 nmol/L gut bedient ist. Mit 0.34 bin ich also recht gut dran.

Mit anderen Worten, wenn ich einem Arzt diese Hormonwerte zeige, wird er diese klar einer Frau in den besten Jahren zuschreiben. Ich bin also hormonell gesehen endlich ganz weiblich :-)

Fazit: Der Mann ist weg, die Frau ist da, jupeidi und trallalla :-)

PS: ich war natürlich wieder sooooo hingerissen von meiner bezaubernden Ärztin, dürfte man eine Ärztin in der Praxis um ein Date bitten? Irgendwie trau ich mich nicht *seufz*

Der vierte Uni-Termin

Gestern war ich zum vierten Mal in der Uniklinik. Wie jedes mal fühlte ich mich dort angenommen und verstanden, mal abgesehen vom Thema Hormonabgabe, aber damit habe ich mich langsam abgefunden. Bei den Hormonwerten die ich habe, kann mich das irgendwie nicht mehr so richtig nerven.

Diesmal war zusätzlich noch ein Student dabei, was irgendwie ulkig war. Es ist schon etwas surreal, wenn man einer Ärztin gegenübersitzt und ihr beispielsweise freudig erzählt, dass zwischen den Beinen langsam aber sicher tote Hose ist, aber wenn dann noch ein männlicher Student mithört, hat das schon etwas real-satirisches. Hoffentlich kriegt der Ärmste jetzt keine Albträume, nur weil ich über die “chemische Kastration” geplaudert habe und mich auch noch diebisch darüber freuen konnte ;-)

Nach dem offiziellen Fahrplan wird mein Alltagstest noch bis ca Ende Jahr dauern, dann kommt ein Jahr Hormontherapie (die ich zwar bis dann bereits vollendet habe) und somit wäre ungefähr Anfang 2011 der Termin für die GaOp. Ich hoffe aber nachwievor, dass man in der Zeitfrage etwas flexibel sein wird, da ich doch schon ein paar Jahre lang mit einem Psychotherapeuten an dieser Frage herumgebissen habe. Mein “Wunsch” zur Transformation kam ja nicht einfach von heute auf morgen, dieses Thema war jahrelang der wichtigste Teil meiner Psychotherapie. Man kann sich seines Weges kaum sicherer sein als ich es bin, hoffentlich wird das ein bisschen berücksichtigt.

Wir philosophierten auch noch kurz über die Schweizer Gesetzgebung in Sachen Namensrecht und waren uns einig, dass hier einmal mehr Leute Gesetze und Regeln machen, die sich nie auch nur annähernd mit der Thematik befasst haben. Eine Namensänderung von einem chirurgischen Eingriff abhängig zu machen ist einfach nur noch grotesk. Es drängt sich mir wirklich die Frage auf, ob ich mich da eines Tages politisch oder juristisch engagieren sollte. Momentan habe ich genug mit mir selbst zu tun, aber ich glaube fast, dass ich da eines Tages einen kleinen Kreuzzug starten werde. Wie mir meine Ärztin erzählte, hat eine andere TransFrau diese Namens-Frage bis vor Bundesgericht durchgekämpft (dank sei Dir dafür, wer auch immer Du bist) und es gäbe nun einen Präzedenzfall zu unseren Gunsten. Falls jemand hier mehr darüber weiss oder die Betreffende zufällig mitliest, wärs toll mehr darüber zu erfahren.

Aber als ich auf dem Heimweg mit Tram, Bus und S-Bahn mein Hirn kochen liess, wurde mir mal wieder klar, dass solche Temperaturen einfach gegen die Menschenrechte verstossen und dass man die Konstrukteure dieser Busse, Trams und Züge dafür erschiessen müsste, dass sie solche Brutkästen gebaut haben. Das müssen echt Sadisten gewesen sein, vermutlich dieselben Mistkerle, die Kopfsteinpflaster erfunden haben oder Gesetze zur Namensänderung festlegten. Ich bin ja gegen die Todesstrafe, aber wenn ich bei über 30 Grad öffentliche Verkehrsmittel benütze, zweifle ich manchmal an meiner Einstellung ;-)

Füsse für Fortgeschrittene

Bisher habe ich mich nicht getraut, so offene Sandalen zu tragen, weil ich meinen Füssen nie die nötige Weiblichkeit hätte attestieren können. Aber der weibliche Übermut führt ja bekanntlich manchmal zu unerwarteten Vorkommnissen und so passierte es auch mir, dass ich plötzlich von heute auf morgen zu einer Liebhaberin von so Schuhen wurde…… und das kam so:

DSCF0005-1Als ich am Montag in die Musikstunde ging, drängte mich Gott oder zumindest eine unsichtbare Kraft in mir dazu, eine halbe Stunde früher zu gehen um dort nach Schuhen Ausschau zu halten, schliesslich ist jetzt Sommerausverkauf und alles im Sales-Fieber. Ich stürmte in das erste Schuhgeschäft, rief laut “Platz da, ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs” und gondelte anschliessend wie Biene Maja in einem Honigglas durch dieses Fuss-Beglückungs-Institut.

Und dann sah ich sie plötzlich vor mir stehen, diese wunderschönen sexy Sandalen (sagt man denen so?) – es war Liebe auf den ersten Blick. Wir sahen uns an und wussten beide sofort, dass wir für einander bestimmt waren und dass wir heute zusammen heim gehen würden. Ich zwängte mich also von Verzückung getrieben in meine neue Liebschaft hinein (meine Grösse hatte es nicht mehr, also gabs die eins kleiner), stand einmal drauf um den Stand zu prüfen und stolzierte verliebt Richtung Kasse. Beim Rausgehen kamen noch zwei T-Shirts mit, aber widmen wir uns doch lieber wieder dem was mich nun trägt.

Aber meine Fusskomplexe waren noch immer stark genug, dass ich zum Schluss kam, ich müsste nun zuerst Schminke für meine Füsse organisieren. Also kaufte ich mir gestern auf dem Heimweg vom Uni-Spital einen blutroten Nagellack, den ich mir dann abends kurz vor zwölf auf die Zehen malte. Naja von Nahem betrachtet eher ein bescheidenes Kunstwerk, aber als ich die nun geschminkten Füsse am anderen morgen in meine neuen Lieblinge steckte und sie mit den Riemchen da ran fesselte, war ich völlig verblüfft. Ich fand meine Füsse einfach soooo heiss, dass ich hin und weg war.

Den ganzen Tag freute ich mich jedesmal wieder wenn sich unsere Blicke kreuzten, am liebsten hätte ich die Füsse auf den Tisch und die Tastatur auf die Beine gelegt, doch das hätte meine Konzentrationsfähigkeit beim arbeiten wohl ziemlich torpediert. Aber ich muss mir wirklich überlegen, ob ich nicht doch einen Glastisch beantragen soll. Es ist einfach keine artgerechte Haltung von Frauen, wenn man sie so hinsetzt, dass sie ihre Füsse nicht sehen können, so etwas ist (für Männer) unvorstellbar grausam. Wozu geben wir soviel Geld für Schuhe aus, wenn wir sie fast nie sehen können?

So bin ich denn heute zur Fussfetischistin geworden (bisher war ich nur Schuhfetischistin). Falls meine neuen narzistischen Gefühle anhalten sollten und ich weiter selbstverliebt und auf meine Füsse starrend herumstolpere, bitte ich um Verständnis, bei diesen Schuhen ist das wirklich unvermeidbar, ich wasche meine Füsse also in Unschuld ;-)

Das Leben als Weibchen ist wirklich aufregend, als Frau kann man sogar mit gefesselten Fesseln im CatWalk laufen. Die Frauenwelt ist schon voll von Wundern und immer neuen Überraschungen :-)

Halleluja, mein Pub ist wieder offen

Endlich ist die Welt wieder in Ordnung, mein Stamm-Pub hat die Sommerpause beendet und ich konnte gestern erstmals wieder in mein zweites Zuhause stöckeln. Nach mehrwöchigem Ausgang-Entzug war mir schon fast feierlich zumute, als ich das mit Kerzen beleuchtete Lokal betrat. Zur Begrüssung gabs ein Bier aufs Haus, ich vermute es war dieses Bier, das mir heute Morgen Kopfschmerzen bescherte ;-) Es war toll, ein paar der Stammgäste wieder mal zu sehen, mein Pub und die Leute haben mir echt gefehlt. Und weil das so eine freudige Sache ist und heute auch noch meine herzallerliebste Busenfreundin hinter der Theke steht, werde ich heute gleich nochmal gehen, ist ja logo….. aber heute will ich ein gaaaanz braves Mädel sein und nur gaaaanz kleine Schlücke trinken ;-)

Übrigens, auch meine Füsse waren hell begeistert, das war das erste Mal, dass sie das Pub anschauen konnten. Sie sind nachwievor ganz ausser sich ob der neuen Schuhe und meine bunten Zehen waren sichtlich stolz, sich nun auch im Pub präsentieren zu dürfen. Meine Füsse wollen heute unbedingt auf der Theke tanzen um besser gesehen zu werden, aber ich glaub das lass ich lieber ;-)

7. Transosophisches Naturgesetz: Schuhe erfordern Untreue

DSCF0007-3Treue wird ja hierzulande gross geschrieben, aber es gibt auch Ausnahmen, beispielsweise Schuhe, zumindest schöne Schuhe. Denn schöne Schuhe sind erstens unbequem und zweitens beschädigen sie die Füsse. Die einen Schuhe drücken da, andere dort, diese kratzen hier, jene sonstwo.

Wenn man die Beziehung zu seinen Schuhen nicht gefährden will, gibts nur eine Lösung: Kompromisslose und konsequente Untreue.

Das heisst, niemals zwei Tage hintereinander dieselben Schuhe anziehen – never! So wird der Fuss jeden Tag an einer anderen Stelle malträtiert und die anderen Stellen können sich erholen.

Ok bis Ende Woche ist der Fuss dann gefleckt wie eine Milka-Kuh, aber man hat wenigstens keine grösseren Schäden, die dann nur noch mit diesen hoch-heiligen Compeed Pflastern reparierbar sind.

Aber Untreue bringt auch Abwechslung, es hat also alles auch etwas Gutes ;-)

Passing oder Respekt? Who cares!

Heute morgen musste ich vor der Arbeit zur Post um meine soeben eingetroffenen Medis abzuholen. Das ist immer ein spannender Moment, wenn ich etwas Eingeschriebenes abholen muss, das auf meinen alten Namen adressiert ist, weil ich dann nicht nur für meine eigene Frau gehalten werde sondern auch noch einen alten Ausweis hinlegen kann, auf dem ein altes Bild “meines Mannes” drauf ist. Das kann dann schon mal zu Verwirrung führen. Eine Frau holt etwas ab für einen Mann und zeigt seinen Ausweis – hä?

Aber heute habe ich echt Bauklötze gestaunt. Nachdem ich die Abholungseinladung samt Ausweis hinlegte, guckte sich der nette Herr das Zeug an, holte mein Packet, legte mir die Einladung nochmal hin und sagte: “Könnten Sie hier noch unterschreiben, Frau X.”……. wow, ich werde immer mit Glückshormonen durchflutet, wenn ich so angesprochen werde. Ich lächelte freundlich, unterschrieb, gabs zurück und dann kam ein nettes “En schöne Tag, Frau X.”. Mindestens zwei cm höher schwebte ich dann Richtung Geschäft und war hin- und hergerissen, was ich davon halten sollte. War mein Passing so gut, dass er mich wirklich für die Frau des Empfängers hielt oder hat er mich als Trans-Frau wahrgenommen und war einfach respektvoll, wie es sich gegenüber einer Lady eigentlich gehört? Ich konnte mich da nicht festlegen und irgendwie war es eigentlich nicht so wichtig. Egal ob er mich für eine Bio-Frau hielt oder mich als Trans-Frau respektierte, ich fühlte mich als Frau wahr!-genommen und als Solche behandelt, warum spielte irgendwie keine Rolle.

Auch gestern Abend war so eine nette Situation, als ich mit meiner Leidernichtmehrfreundin auswärts essen ging und die Servierdame kam und fragte: “Haben die Damen schon etwas ausgesucht?”. In so Momenten würde ich der betreffenden Person am liebsten um den Hals fallen und sie dankbar mit Küssen übersähen. Auch da war es nicht wirklich wichtig, warum sie uns so angesprochen hat, hauptsache sie tat es :-)

Verrücktes aus der Blogstatistik

Heute habe ich mich wieder mal mit meiner Blogstatistik vergnügt. Was die Leute bei Google so alles für Fragen stellen, haut einem echt um. Ich würde dann jeweils gerne darauf antworten, vorallem bei den eher verrückten Fragen. Also tue ich das jetzt mal hier, vielleicht hiflts ja jemandem ;-)

    1. macht testosteron blöd: Also wenn ich das Verhalten von Männern etwas genauer betrachte, würde ich diese Frage definitiv mit ja beantworten :-)
    2. meine freundin gab mir einen klaps auf den hintern: Ui das ist ja echt ein Drama, ich hoffe, dass Deine Männlichkeit deswegen nicht ganz im Eimer ist. Aber warum in aller Welt erzählst Du das Google?
    3. meine frau will das ich ein transvestit werde: Und ich will eine Frau, die will, dass ich eine Transsexuelle bin
    4. mann wurde frau transsexuell: Man wird nicht transsexuell, man ist es, Du Knalltüte!
    5. lieben eine transsexuelle: Da bin ich voll dafür, ich würde mich da allenfalls zur Verfügung stellen
    6. kann man schwanger werden mit cypestra-35: Ich garantiert nicht und Du wohl auch nicht, schwanger wirst Du eher OHNE cypestra-35
    7. ich bin transsexuell: Ich auch
    8. frauen lieben frauen mit einer transe: Junge Junge, Deine Fantasie überbordet aber wirklich
    9. frau liebt transgender: Meine Telefonnummer ist……..
    10. entkabeln englisch deutsch: Ich sollte wirklich mal mit Google reden, was habe ich mit englisch-deutschem Entkabeln zu tun?
    11. duschhahn: Ne, also für alles bin ich nun wirklich nicht zuständig, versuch’s bei einem Sanitär
    12. diane 35 triebtäter: Mit einer Anti-Baby-Pille kommste da nicht weit, da ist ein Testosteronblocker wie Androcur angesagt. Oder willst Du Triebtäter werden und denkst, mit Diane-35 ginge das besser?
    13. bin ich transsexuell?: Woher soll ich das wissen?
    14. bin ich lesbisch: Besuch mich mal ein Wochenende und wir finden’s gemeinsam raus :-)
    15. alles mit 30° waschen: Entweder trägst Du keine Unterwäsche oder Du bist ein Ferkel
    16. transsexualität heilen: Bist Du katholisch?
    17. ts transsexuelle pervers: Aber Du bist katholisch, stimmts?
    18. welche wäsche gehört wo hin?: Und sowas willst Du von Google wissen? Die Schuhe ins Schuhgestell und die Kleider in den Kleiderschrank. Empfehlenswert ist, helle Kleidungsstücke in die oberen Regale zu stellen (da sind sie dem Himmel näher) und dunkle eher unten. Unterwäsche gehört ins Gefrierfach und Röcke hängst Du am besten an den nächstbesten Fahnenmast
    19. wie fühlt mann sich als transe: Wundervoll….. und wenn Du nochmal “Transe” sagst, dann tret ich Dir so zwischen die Beine, dass Du selber ein T-Girl wirst
    20. wohin mit kaputten strumpfhosen: Schmeiss sie in den Mülleimer oder verkauf sie einem Fetischisten
    21. zwangs epilation: gröhl, also Ihr habt ja echt Ideen, ich fass es nicht

      Apropos Statistik, mittlerweile sind es 144 Blogbeiträge von mir und 470 Kommentare von uns allen (etwa 90% dürfte von Juliet sein *knutsch*)…… danke Euch allen für dieses Gemeinschaftswerk :-)

      Und wenn wir schon bei der Statistik sind, in den nicht ganz 3 Monaten seit es dieses Blog gibt, waren hier rund 1500 Besucher, die mit rund 3000 Besuchen fast 10’000 Seiten angeguckt haben und durchschnittlich 4 Minuten hier im Blog waren. Für ein so junges Blog ist das gar nicht mal so übel. Auch hier ein herzliches Dankeschön an all die, die an meinem Leben Anteil nehmen.

      Transgender Stammtisch – ein neuer Anfang

      Vor Jahren war ich schon einmal am Stammtisch des Transensyndikats, einer Transgender-Community in Zürich. Gestern war ich das erste Mal nach Jahren wieder dort und fühlte mich dabei so wohl, dass ich mit Sicherheit wieder gehen werde.

      Wir waren ein kleiner Haufen T-Girls, die im Hot Pot an einem Tisch sassen, assen, tranken und plauderten wie jede andere Frauen-Clique auch. Es war ein gutes Gefühl, unter Gleichartigen zu sein. Ich bin mich ja gewohnt, stets das einzige T-Girl zu sein in meinem Umfeld und irgendwie in der Rolle einer Ausserirdischen zu sein. So hat es wirklich gut getan, mal nicht alleine zu sein mit meiner Wesensart.

      Die Gespräche waren vielseitig, unterhaltsam, spannend, informativ und vieles mehr und einiges an diesem Abend hat in mir etwas hinterlassen, hat Fragen aufgeworfen oder Antworten gegeben:

      • Unter T-Girls – zumindest an diesem Stammtisch – gibt es verblüffend viele Informatikerinnen. Einen kausalen Zusammenhang zwischen Transsexualität und Informatik konnte ich zwar nicht ausmachen, aber es war zumindest statistisch gesehen schon irgendwie ein Phänomen.
      • Bei der Hormontherapie gibt es eine Unzahl von Varianten der Dosierung und Verabreichungsform. Wenn die Konformisten vom Uni-Spital mir endlich ein Gespräch mit einem Endokrinologen ermöglichen würden, könnte ich meine HRT wohl deutlich risikoärmer durchführen.
      • Ich sollte endlich mit dieser Scheiss-Raucherei aufhören, sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch der Beziehungskompatibilität zuliebe.
      • Es ist tatsächlich möglich, dass man als Trans-Frau sogar von den eigenen Kindern als Frau angenommen und akzeptiert wird. Eine wunderschöne Vorstellung, wenn auch für mich nachwievor unvorstellbar. Aber es stärkt die Hoffnung, dass doch alles irgendwann gut werden kann.
      • Es gibt Trans-Frauen, die so natürlich und feminim sind, dass einem fast die Luft weg bleibt. Nach einem halben Jahr HRT habe ich mich zwar schon etwas verändert, aber es wurden nicht grad neue Welten erschaffen. Öfters wenn ich vor dem Spiegel stehe, hält sich meine Begeisterung arg in Grenzen, weil der Anblick meinerselbst noch weit entfernt ist von der Frau, die ich innerlich bin. Es gibt jemandem wie mir unglaublich viel Kraft und Hoffnung, andere T-Girls zu erleben die auf ihrem Weg weiter sind und das Äussere mit dem Inneren übereinstimmt.
      • Ich sollte doch anfangen, mich mit Nagellack zu beschäftigen
      • Der Verstand und das Herz sind zwei eigenständige Betriebseinheiten, von denen der Eine nicht weiss, was der Andere tut und selbst wenn sie es wissen, verstehen sie sich gegenseitig nicht ;-)
      • Testosteron und Alkohol führen wirklich zu einem Totalausfall des Hirns. Auf dem Heimweg im Tram kamen wir an einem Rudel Jungs vorbei, die grad daran arbeiteten, sich demnächst auf die Schnauze zu hauen. Die aggressive Stimmung ist bei so Gelegenheiten schon fast unmenschlich….. oder eben grad menschlich?
      • Epiktet hat Recht :-)

      Als ich wieder zuhause war, blieb ich noch lange wach, vieles geisterte mir durch den Kopf und schlussendlich ging ich so spät ins Bett, dass ich heute bis um zwölf schlief. Damit ist auch meine geplante Shopping-Tour heute ins Wasser gefallen. Schade, in Anbetracht der tiefen Temperaturen habe ich mich wirklich mega darauf gefreut, endlich mal wieder zu shoppen ohne in dabei in Schweiss gebadet zu sein. Und mein geplanter Pub-Besuch wird heute glaub auch baden gehen, es gibt zuviel über das ich grad nachdenken muss.

      Wie dem auch sei, der Stammtisch hat sich gelohnt und ich werde zukünftig öfters da reinschauen.

      War schön, Euch kennen zu lernen, Mädels :-)

      Within Tempation – Are you the one?

      Was für ein schönes Lied, was für ein gefühlsvoller Text und was für phantastische Bilder – ein Video, in dem Liebeshungrige versinken können :-)

      Are you the one?
      The traveller in time who has come
      To heal my wounds to lead me to the sun
      To walk this path with me until the end of time

      Are you the one?
      Who sparkles in the night like fireflies
      Eternity of evening sky
      Facing the morning eye to eye

      Are you the one?
      Who’d share this life with me
      Who’d dive into the sea with me
      Are you the one?
      Who’s had enough of pain
      And doesn’t wish to feel the shame, anymore
      Are you the one?

      Are you the one?
      Whose love is like a flower that needs rain
      To wash away the feeling of pain
      Which sometimes can lead to the chain of fear

      Are you the one?
      To walk with me in a garden of a stars
      The universe, the galaxies and Mars
      The supernova of our love is true

      Are you the one?
      Who’d share this life with me
      Who’d dive into the sea with me
      Are you the one?
      Who’s had enough of pain
      And doesn’t wish to feel the shame, anymore
      Are you the one?

      Are you the one?

      

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