(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Unerwartetes am Umzugstag

Der heutige Umzugstag fängt ja sehr speziell an. Erste Überraschung, mein Internet läuft bisher noch :-)

Nächste Überraschung, der Monat hat gewechselt. Das wär ansonsten nicht so spektakulär, aber gestern wollte ich noch Östrogene bestellen und die Zahlungsfirma verweigerte die Transaktion, weil ich das Monatslimit von 250 Dollar überschritten hatte. Naja ich hab ja vor einer Woche neue Testo-Blocker bestellt und die sind schweineteuer. Ich habs dann nach Mitternacht nochmal vergeblich probiert und machte mir schon arge Sorgen, was bei denen unter einem Monat zu verstehen ist, gehts nach Kalender oder gilt sozusagen eine 30 Tage Frist. Dann wär ich nämlich in ca 2 Wochen in ein Hormonloch gestürzt, was mich gestern schon ziemlich zermürbte. Aber siehe da, ein letzter verzweifelter Versuch heut morgern und meine Bestellung ist durchgeflutscht :-)

Unerfreulicher ist die nächste Überraschung, ich kann kaum noch laufen, meine linke Ferse tut weh wie blöd wenn ich drauf stehe. Ich muss also im Balett-Stil rumlaufen. Nun bereue ich, dass ich alle Pumps eingepackt hab. Das hätt zwar doof ausgesehen, mit Pumps zu zügeln, aber das laufen wär deutlich besser gegangen. Nun lauf ich halt auf unsichtbaren Pumps, sieht auch nicht viel intelligenter aus. Mist und sowas an einem Umzugstag, ich hasse Murphy und sein idiotisches Gesetz.

Apropos Murphys Gesetz, noch ne Überraschung gabs, der Kaffee ist alle. Und sowas heute, ich fass es nicht.

Na denn, ich leg mal los, muss jetzt noch TV, Computer, Lampen und so Zeugs demontieren, entkabeln und verpacken, um 13:30 gehts dann los mit dem Umzug. Noch 6 Stunden und noch einiges zu tun, also los Mädel, heute wird nicht mehr getrödelt…..

Zügeltag….. und wieder back to life… äh online :-)

Und da bin ich schon wieder. Die Jungs von der Telefogesellschaft haben mich brühwarm angelogen, sie sagten, ich wär erst Freitag wieder online. Aber siehe da, optimistisch wie T-Girls nunmal sein müssen, verkupple ich all die Geräte und probier allen Ernstes….. wow, Telefon geht, BlueWin-TV geht, Internet geht….. hä? Na so ne Überraschung liebe ich.

Kurz gesagt, mit den zwei Jungs war der Umzug in 3 Stunden rum, ich bin jetzt zerschunden als hätt ich den Elch-Test nicht bestanden, meine Füsse schmerzen als ob ich n’Tag lang auf 14cm HighHeels gelaufen wäre….. dabei hatte ich Turnschuhe an, yeeeek, und ich dachte ich würd meinen Füssen was Gutes tun so. Wir Ladies gehören halt doch in hochhakige Schuhe ;-)

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Wie es sich für n’Mädel gehört, hab ich natürlich mit den wichtigsten Dingen angefangen auszupacken. Erst wurden alle Kleider zusammengesucht und in den dreiflügligen Einbauschrank gehängt, dann kam das Badezimmer mit diesen unzähligen kleinen bunten Dingern, dann wurden alle Schuhe auf den Schachteln aufgereiht, dann wurde die Küche gefüllt und am Schluss kam alles was sich aus Stromkabeln ernährt. Tja Prioritäten muss man setzen können :-)

Meine ersten Eindrücke sind kurzgefasst:

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Das Badezimmer ist genial, es hat einen Doppel-Kasten mit zwei Spiegeln innen und aussen *jubel*, hey so kann ich mich beim Frisieren endlich auch mal von hinten sehen….. öhm, will ich das wirklich?

Im Gegensatz zu vorher hat das Badezimmer auch n’Fenster, endlich sehe ich meine Schminkerei so wie die Welt da draussen es sieht…….. ich sollte das eigentlich nicht wollen ;-)

Die Badewanne ist so gross, dass ich gestreckt drin liegen kann und bis zum Hals im Wasser bin, wow das ist ein Gefühl. Am alten Ort hatte ich Knie und Rücken gebogen und war nicht so tief eingewassert :-)

Der Duschhahn lässt sich an so ner Stange anmachen, so dass man ihn nicht selber halten muss. Jaja die Jungs lachen jetzt, aber steht mal 5 Minuten auf einem Bein, haltet den Duschhahn in einer Hand, die Rasierklinge in der andern und rasiert Euch mal so die Rückseite Eurer Waden.

DSCF0053-1Der Einbauschrank ist gross genug, dass ich meine aufgehängten Röcke, Tunikas und so Zeug durchblättern kann, früher waren sie aneinandergepferrcht…… naja das wird wohl bald wieder so sein ;-)

In der Küche hats gaaanz viele kleine Kästchen, da kann man jeder Gattung ein eigenes Kämmerchen geben. Dafür braucht man Monate, bis man weiss in welcher dieser vielen Wohnungen wer wohnt.

Der Balkon ist sonnig, von morgens bis Abend. Abgesehen vom Mittag hat man da trotz Sonnenstoren nie Schatten, es scheint morgens links und abends rechts rein, eine Sauhitze ist das.

Der Verkehrslärm ist zwar nicht extrem, aber für mich ziemlich strange, ich war vorher verkehrsgeräuschfrei…… dafür hats keine Jungs mehr draussen die stundenlang diesen Scheiss-Fussball gegen die Wände knallen….. das los zu sein ist viel wert :-)

Ich habe ein Gelübde vor mir selbst abgelegt, ich will in dieser Wohnung nicht mehr rauchen. Ne ich will schon, ich lass mich aber nicht mehr. Aber bei meiner Renitenz bin ich unsicher, ob ich mich daran hindern kann. Bisher geh ich jedenfalls schön brav auf den Balkon.

Apropos Balkon, gegenüber davon ist ein anderes Haus und ich bin im untersten Stock, da fühlt man sich wie auf einer Bühne. Ist irgendwie ein grusliges Gefühl und die erste Nachbarin hat es sich denn auch schon im Treppenhaus am Fenster gemütlich gemacht und mich ausgiebig gescannt oder sowas. Hab dann von Hose auf Rock gewechselt.

Ich brauch unbedingt Vorhänge mit roten Rosen drauf und einen Klodeckel mit einer Rose und Duftkerzen…….

Das Licht hätte ich installieren sollen bevor es dunkel wird *urks*

So und jetzt setzt neben meinem Körper auch langsam der Geist aus, ich werd Euch morgen mehr von meinem neuen Zuhause erzählen. Good night and welcome back oder so ;-)

Artgerechte Wohnung für Schuhe

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Ok ich geb’s zu, ich bin Schuh-Fetischistin. Ich habe eines meiner Bücherregale geopfert um meinen ach-so-geliebten Schuhen eine geräumige Wohnung zu bieten. Na, ist das artgerechte Haltung oder nicht? Nun kann ich morgens endlich vor meinem Schuhparadies stehen und genüsslich auswählen, welches dieser Schuhpaare mich heute durchs Leben tragen soll. Übrigens, in der obersten Reihe sind die Schönen, in den mittleren Reihen die einigermassen bequemen und zu unterst die Stiefel. Das zweite Paar Stiefel von links ist mein Lieblingsstück, die sehen nicht nur toll aus sondern sind verblüffend bequem und man kann damit stundenlang rumlaufen. So ich muss das nächste Regal zusammenbauen, die Bücher müssen ja auch ne Wohnung kriegen.

Ohne meine Tochter?

Du brauchst jetzt nichts zu sagen
Brauchst mich nicht zu lieben
Ich habe Hoffnung für uns beide
Denn am Ende stehen wir zwei

Meine Hoffnung soll mich leiten
Durch die Tage ohne Dich
Und die Liebe soll mich tragen
Wenn der Schmerz die Hoffnung bricht.

(Lacrimosa – Am Ende stehn wir zwei)

Nun scheint das Worst-Case-Szenario eingetreten zu sein und auch der letzte, höchste Preis für meine Selbstverwirklichung wird eingefordert. Meine Tochter, die ich über alles liebe, will nicht mehr zu mir kommen. Vom ersten Tag an wusste ich, dass das passieren kann, dass es vermutlich sogar passieren wird. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – einmal mehr vergebens.

Es ist für eine Zwölfjährige einfach zuviel, wenn ihr Vater so einen Weg einschlägt. Ich verstehe, dass sie damit überfordert ist und ich akzeptiere, dass sie vorläufig auf Distanz geht.

Aber für mich ist das der tiefste Fall meines Lebens und alles was bleibt ist die Hoffnung, dass sie irgendwann ihren weiblichen Vater zu akzeptieren lernt. Vielleicht passiert das schon bald, vielleicht dauert es Jahre…. ich werde auf sie warten.

My baby she left me, my baby she’s gone.
My sweet little angel has spread her wings and flown.
Can’t think of a reason for going on.
From this day I will play the blues.

She said it was over, this time it’s the end.
Bad luck and trouble gonna be my only friend.
I still can’t believe it, after all we’ve been through.
Everyday I will play the blues.

Everybody knows what the blues is all about.
It’s a pain you can’t live with.
It’s a woman you can’t live without.
She came from Chicago.
She read me the news.
In the headlines was a story of the blues.

They say a broken heart can always mend.
Time is the healer and sadness will end.
But I’ve done so much crying, when will I laugh again?
Till that day I will play the blues.

Everybody knows what the blues is all about.
It’s a pain you can’t live with.
It’s a woman you can’t live without.
Could have cried me a river
when they told me the news.
On that day was a story of the blues.

(Gary Moore – Story of the Blues)

Dark Sanctuary – weil mir die Worte fehlen

Mir fehlen die Worte um auszudrücken was ich grad empfinde. Aber Bilder und Lieder sagen mehr als tausend Worte. Vielleicht können diese Videos mit Musik der Gothic-Band “Dark Sanctuary” ausdrücken, was ich nicht mehr zu sagen vermag…….

La Clameur du Silence

L’instant Funebre

Valley of Pain

Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen,
was von selber aus mir heraus wollte.
Warum war das so schwer?
(Hermann Hesse, Demian)

Warum?

Schaut mich nicht an! Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind – für euch ein fremdes Wesen – vielleicht
Mit Augen und Ohren, einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand?
(Lacrimosa – Fassade 1)

Warum leben wir in einer Gesellschaft, die Andersartigkeit per Definition als falsch oder krank klassifiziert?

Warum zwingt uns unser modernes, rationales Denken dazu, nur noch in schwarz-weiss Kategorien zu denken und keine Grautöne mehr zuzulassen?

Warum wird ein Individuum nur dann toleriert, wenn es seine Individualität aufgibt und sich in eine dieser schwarz-weissen Schubladen stecken lässt?

Warum wird uns Selbstbestimmung zugesprochen, aber nicht zugelassen?

Warum ist der Druck zur Normalität so gross, dass ein Kind sich für ihren weiblichen Vater schämen muss, nur weil diese(r) weibliche Vater sich selbst ist?

Warum verwechselt der Mensch Andersartigkeit mit Abartigkeit?

Warum schafft Gott oder die Natur eine Frau in einem Männerkörper, wenn solche Wesen so untragbar sind für diese Welt?

Warum stellt uns das Leben soviele Fragen, auf die es keine Antwort gibt?

Vielleicht bin ich nur ein Mensch
Und vielleicht bin ich auch nur ein Argument
Vielleicht bin ich letztlich einer dieser Fragen
Deren Antwort sich die Blösse gibt ein fragend Mensch zu sein
(Lacrimosa – Fassade 3)

Der Stolz einer Trans-Frau

Erneut sehe ich mich mit der Frage konfrontiert, ob ich mich für meine Wesensart schämen müsste oder ob mir Nahestehende sich für mich schämen müssten. Und einmal mehr komme ich zum Schluss, dass genau das Gegenteil der Fall ist, auch wenn diese Gesellschaft das (noch) nicht so sieht.

Seien wir doch ehrlich, unsere moderne Gesellschaft hat uns zu kleinbürgerlichen Marionetten gemacht. Wir fragen nicht wer wir sind sondern wer wir sein sollen. Wir fragen nicht was wir sind sondern was wir darstellen sollen. Wir sehen nicht in den Spiegel unserer Seele um zu erkennen was uns ausmacht sondern lassen uns bestimmen durch das Bild das andere von uns haben. Ich bin nur gut, wenn man mich für gut hält. Ich bin nur soviel wert, wie andere mir an Wert zusprechen.

Wieviel Mut braucht es, um seine Selbstbestimmung im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft eingrenzen zu lassen? Wieviel Kraft braucht es, um das zu tun was von uns erwartet wird? Wie schwer ist es, cool zu sein, angepasst gekleidet zu sein, ein schickes Auto zu haben, einen standesgemässen Job……..

Es braucht nicht viel, “normal” zu sein, politically correct wie man so schön sagt. Man erspart sich so, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, man umgeht so Konflikte und Ablehnung. Der moderne Mensch ist so sehr davon abhängig, den anderen genehm zu sein, dass er sich selbst dabei verliert.

Transsexuelle werden für ihre Wesensart und noch mehr für den von ihnen eingeschlagenen Weg von einigen belächelt, von manchen verachtet, von wenigen sogar angegriffen….. weil sie sich erdreisten, wider jeglicher gesellschaftlichen Geschlechterdiktatur sich selbst zu sein. Muss man sich dafür schämen, dass man sich selbst ist und für sich selbst einsteht, obwohl es in den Augen anderer “nicht normal” ist? Oder sollte man nicht stolz darauf sein, zu den wenigen zu gehören, die den Mut dazu haben und sich nicht unterkriegen lassen von den ungeschriebenen Gesetzen dieser uniformen schwarz-weiss-denkenden Welt?

Ich wüsste vieles in meinem Leben, wofür ich mich schämen müsste und vieles, wofür ich mich heute noch schäme. Aber dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, nötigt mir einen ungeheuren Respekt vor mir selbst ab. Ich bin stolz auf mich, dass ich zum ersten Mal im Leben so konsequent für mich einstehe. Ich bin stolz darauf, dass ich mein Innerstes nach aussen kehre ungeachtet etwelcher Blicke und Kommentare. Ich bin stolz darauf, dass ich mit erhobenem Haupt durch eine Menschenmenge gehen kann, die in ihrem Konformitätswahn glaubt, in mir etwas Kurioses zu erblicken.

Transsexuelle, die ihren Weg gehen, müssen der Angst ins Auge blicken und ihre Ängste überwinden. Sie nehmen gesundheitliche Risiken in Kauf, sie riskieren Ablehnung und Ausgrenzung, sie riskieren angepöbelt oder angegriffen zu werden. Transsexuelle legen ihren bisherigen sozialen Status und ihr Ansehen ab wie einen alten Mantel, geben das Coolsein und das Normalsein auf zugunsten des Ichseins. Transsexuelle nehmen bewusst in Kauf, dass sie immer in einem Rechtfertigungszwang stecken und nie wirklich verstanden werden. Transsexuelle machen es sich nicht einfach, gehen nicht den Weg des geringsten Widerstands….. sie kämpfen für Ihr Recht auf die Individualität eines Individuums.

Glaubt mir, es braucht verdammt viel Grösse, Mut, Entschlossenheit und Tapferkeit, um diesen Weg zu gehen. Dass ich diesen meinen Weg trotz aller Widrigkeiten gegangen bin und immer noch gehe, das macht mich stolz wie ich noch nie vorher stolz war und es gibt mir eine Form von Würde, die ich vorher nie gekannt habe.

Heute kann ich in den Spiegel schauen und sehe ein Wesen, das weder sich noch anderen etwas vormacht, das zu sich selbst steht, für sich einsteht und sich nicht unterkriegen lässt. Ein Wesen, das so ist wie es ist und nicht so, wie andere es haben möchten.

Wer von diesen vielen “normalen Menschen” da draussen hätte den Mut dazu?

Stand and fight, live by your heart
Always one more try, I’m not afraid to die
Stand and fight, say what you feel
Born with a heart of steel
(Manowar – Heart of Steel)

Manowar – Heart of Steel

Für alle T-Girls die ihren eigenen Kampf führen….

Build a fire a thousand miles away to light my long way home
I ride a comet
My trail is long to stay
Silence is a heavy stone…
I fight the world and take all they can give
There are times my heart hangs low
Born to walk against the wind
Born to hear my name
No matter where I stand I’m alone

Stand and fight
Live by your heart
Always one more try
I’m not afraid to die
Stand and fight
say what you feel
Born with a heart of steel

Burn the bridge behind you
Leave no retreat
There’s only one way home
Those who laugh and crowd the path
And cut each other’s throats
Will fall like melting snow
They’ll watch us rise with fire in our eyes
They’ll bow their heads
Their hearts will hang low
Then we’ll laugh and they will kneel
And know this heart of steel was
Too hard to break
Too hard to hold

Stand and fight
Live by your heart
Always one more try
I’m not afraid to die
Stand and fight
Say what you feel
born with a heart of steel

Technische Neuerungen im Blog

Ich habe das Blog um einige Funktionen erweitert, einerseits GoogleFriendConnect, eine kleine Buchempfehlung, die Möglichkeit, neue Blogbeiträge via Mail zu erhalten sowie die Möglichkeit, bei Kommentaren Mails für alle nachfolgenden Kommentare zu bekommen.

GoogleFriendConnect: Die aktiven BloggerInnen kennen es wohl, in der Sidebar der Frontseite hats neu dieses kleine Fenster, in dem man sich eintragen kann, wenn man regelmässige Leserin ist.

Buchempfehlung: auf allen Seiten ist in der Sidebar eine kleine Liste von Buchempfehlungen, auf diese Bücher kann man klicken und gelangt direkt in einen Amazon Shop. Wenn man dann dort etwas kauft, egal ob das empfohlene Buch oder sonstwas, krieg ich ein paar Prozente. Wenn Ihr also alle hundert Bücher, CDs oder DVDs bestellt, kann ich mir ein paar neue Schuhe kaufen ;-)

Blogbeiträge als Mail: In der Sidebar auf allen Seiten im oberen Teil hat’s einen neuen Menüpunkt der “Blogbeiträge als Mail” heisst. Klickt man darauf, kann man dort seine Mailadresse angeben und kriegt von da an jeden neuen Blogbeitrag innert Minuten zugeschickt. Nach der Anmeldung wird ein Bestätigungsmail verschickt, das einen Link drin hat, der angeklickt werden muss, damit die Registrierung abgeschlossen ist.

Folgekommentare als Mail: Wenn man Blogbeiträge kommentiert, möchte man evtl wissen, was später noch dort geplaudert wird. Neu kann man beim Erfassen eines Kommentars die kleine Checkbox anklicken bei der steht: “Sende mir ein Mail wenn neue Kommentare geschrieben werden”. Macht man das, kriegt man jeden nachfolgenden Kommentar direkt via Mail zugeschickt.

Doch mit meiner Tochter

Soeben habe ich erfahren, dass meine Tochter nun doch übers Wochenende zu mir kommt. Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Als sie letzten Sonntag sagte, sie wolle nicht mehr zu mir kommen, ist für mich die Welt zusammengebrochen. Jetzt dreht sich die Welt wieder :-) Aber ich darf mir nichts vormachen, es wird noch einige Zerreissproben geben und die Zukunft ist ungewiss. Fürs Erste bin ich einfach masslos glücklich, dass ich meine Tochter doch nicht verloren habe :-)

Ersatzschuhe ambulant erwerben

Wie so oft im Leben von uns Mädels, kommen wir auch mal zu neuen Schuhen ohne dass wir das geplant hätte. Sowas passiert uns einfach. Gestern wars mal wieder soweit…….

DSCF0074-2In aller Herrgottsfrühe stöckelte ich ganz in jungfräulichem Weiss mit meinen beigen Lieblingspumps zu meinem Therapeuten, als mich das Geräusch meiner Schuhe aus dem Tritt brachte.
DSCF0084-1Anstatt dem gewohnten “Dug, Dug, Dug, Dug” erklang da ein “Dug,Tic,Dug,Tic”. Ich inspizierte die Schuhe im Zug und siehe da, bei einem Absatz war die Mini-Sohle weg, ich lief also auf einer Seite auf einem Nagel. Das war eben der, der immer “Tic” sagte. Würde ich noch länger so rumlaufen, wäre der Absatz bald ganz hinüber und da es eine meiner Lieblingspumps waren und zudem die einzig Hellen, gabs nur noch eine Rettung für meine Lieblinge, Ersatz musste raschmöglichst her um sie zu schonen…. dann ab zum Schuhmacher damit.
DSCF0061-2Also stöckelte ich nach der Therapie in den nächsten Schuhladen anstatt ackern zu gehn und suchte was Helles, Hohes und Laufbares (eine üble Kombination). Aber da ich heute in Weiss unterwegs war, musste es halt was Helles sein. Das einzige im Laden was dem entsprach, war ein Peeptoe. Die heissen so, weil die Zehen vorne aus dem Schuh gucken können. Der Schuh sass perfekt, drückte überall in beruhigender Weise und war prächtig zum laufen. Also hab ich ambulant meine ersten Peeptoes erbeutet.
DSCF0080-1Aber heimtückisch wie Pumps nunmal sind, ergaben sich auf dem Heimweg die ersten Probleme. Das Gucklock für den grossen Zeh war eben grad so gross, dass er allein rausgucken konnte. Aber aufgrund der Schwerkraft drückt es einem auf hohen Absätzen nach vorne und dadurch irritiert wollten dann weitere Zehen auch da aus dem Loch gucken. Das gibt ein ziemliches Gedränge da am Fenster, was auf längere Zeit wirklich nervig werden kann.

Aber was nimmt man für das Wohlbefinden von Schuhen nicht alles in Kauf. Dafür hab ich so meine Lieblingspumps gerettet resp kann sie noch retten lassen….. und für die Füsse wird es wieder eine neue, spannende Bewusstseinserweiterung…… und ich hab ein paar Schuhe mehr :-)

Schubladisierendes Geschlechtsdenken

Bereits an anderer Stelle habe ich mich darüber ausgelassen, dass der moderne Mensch ein erschreckendes Schwarz-Weiss-Denken hat. Gerade in Geschlechsfragen hat diese Schubladisierung groteske Ausmasse angenommen. Es fällt einem kaum auf, aber wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, sieht man unzählige “ungeschriebene Gesetze”, die die Geschlechter in Zwangsjacken stecken:

  • Jungs weinen nicht
  • Mädels können nicht Fussball spielen
  • Jungs spielen nicht mit Puppen
  • Mädel interessieren sich nicht für Autos
  • Jungs sind muskulös, Mädels grazil

Die Liste liesse sich beliebig erweitern, es gibt tausend Dinge, die das eine Geschlecht muss während es das andere nicht darf. Ich will nicht abstreiten, dass es Geschlechterdifferenzen gibt, das ist so und soll so sein. Aber diese Differenzen sagen nur aus, dass Mädels/Jungs eher einen Hang haben, dies und das zu tun. Sie sagen keinesfalls aus, dass sie es müssen oder nicht können oder nicht dürfen. Aber in unseren Köpfen scheint das doch soweit betoniert zu sein, dass unser geschlechtspolitischer Normierungswahn teils bizarre Blüten treibt.

Über ein wirklich groteskes Beispiel berichtet heute 20 Minuten.

Nach einem Kinder-Fussballspiel drehten ein paar Mütter der unterlegenen Man(n)schaft komplett durch, weil zwei Mädels der Siegerman(n)schaft mehr Tore schossen als die anderen und weil diese zwei Mädels dann auch noch kurze Haare hatten, kam bei diesen Hirnakrobatinnen der Verdacht auf, dass diese gut fussballspielenden Mädels sicher Jungs seinen….. und man glaubt es kaum, sie forderten lauthals, diese zwei Mädels müssten die Hosen runterlassen um zu beweisen, dass sie echte Mädels sind. Abgesehen davon, dass dies eine strafrechtlich relevante Nötigung ist, zeigt es auch, wie verknorkst das menschliche Hirn in Geschlechterfragen ist.

Mich hat die Geschichte echt geschockt. Einerseits weil diese Mädels durch so ein hysterisches Affentheater ziemlich traumatisiert sein dürften und anderseits, weil es eben einmal mehr zeigt, dass wir in dieser Thematik extreme Scheuklappen tragen.

Und genau das macht das Leben von transsexuellen Kindern zur Hölle. Weil sie so ständig anecken, sich ständig unkorrekt verhalten, weil sie einfach nicht “artgerecht” sind. Das ist der Anfang von Ausgrenzungen und von Psychoterror – das ist der Anfang eines langen Leidensweges.

20-Minuten: 10-jährige Mädchen sollten Hosen runterlassen

Gender stereotypes are a prison
that keeps the whole of humanity locked up
(Diana)

6 Monate Leben als Frau

Juhuiiiii….. heute ist mein erster halber Geburtstag. Am 13. Januar 2009 nahm ich meine erste Pille und begann damit meine Hormontherapie. Seit diesem Tag krabbeln Östrogene durch meinen Körper und seit diesem Tag fühle ich mich auch körperlich als werdende Frau.

Viel ist passiert in diesem halben Jahr, mein Körper verändert sich immer mehr und ich habe mich in meiner neuen Identität mittlerweile recht gut eingelebt. Vieles, was zu Beginn extrem schwer war und viel Überwindung brauchte, wie beispielsweise der Gang an die Öffentlichkeit, ist heute selbstverständlich geworden.

Meine ganze Selbstwahrnehmung ist völlig anders, ich bin eine Trans-Frau und kann mir absolut nicht vorstellen, je wieder etwas anderes zu sein – irgendwie kann ich mir sogar nicht einmal mehr richtig vorstellen, dass ich einmal in einer anderen Identität gelebt habe.

Die Diskrepanz zwischen innen und aussen löst sich immer mehr auf und die Zerrissenheit, die zentraler Bestandteil meines bisherigen Lebens war, nimmt von Monat zu Monat immer mehr ab. Ich bin unheimlich froh, dass ich den Mut fand für diesen doch nicht einfachen Schritt – es war der grösste Befreiungsschlag meines Lebens – der Weg durchs Feuer hat sich gelohnt.

Seltsames aus der Welt der Hühner

Manche halten Hühner ja für doof, sind sie vielleicht auch, aber versucht mal das nachzumachen…..

Hühner sind nicht nur körperlich begabt sondern haben auch einen vorbildlichen Charakter. Wenn sich Andere streiten, schlichten sie den Streit, selbst wenn’s Hasen sind….

Und wenn wir’s schon grad von Hühnern haben, die Schweizer Ladenkette “Migros” amüsiert den TV-Zuschauer seit Jahren mit witziger Werbung. Dieses Huhn hat jedoch bereits Kultstatus und ich muss zugeben, dass ich auch nach dem X-ten Mal noch grinsen muss, im Speziellen über die lustige Schrittart am Schluss des Clips……

Hoffnung aus der Blogstatistik

Wie ich ja hier schonmal erzählt habe, lese ich gerne in meiner Blogstatistik, im Speziellen die Google Suchanfragen. Die zeigen, nach was für Stichworten jemand gesucht hat, als er in meinem Blog landete. Abgesehen von teils sehr amüsanten Suchanfragen, gibts gelegentlich auch etwas fürs Herz.

Heute landete jemand bei mir, der/die bei Google “ich liebe eine transsexuelle frau” eingegeben hat. Dass dieser Eintrag meine Fantasie beflügelt hat, brauche ich nicht speziell zu betonen. Tue ich aber trotzdem.

Ich habe immer wieder so Frustrationsattacken (regelmässige Leser kennen das ja mittlerweile), weil ich immer wieder in so Hoffnungslosigkeitshöllen falle. Es fällt mir schwer darauf zu hoffen, dass mir irgendwann jemand begegnet, der/die mich so liebt wie ich bin.

Als ich diesen Eintrag las, wurde mir echt warm ums Herz. Es gibt sie also doch, die Menschen die sich in ein T-Girl verlieben. Offenbar bereitet dieses Gefühl auch diesem/r Suchenden gewisse Probleme, andernfalls würde er/sie kaum in Google nach Antworten auf dieses Gefühl suchen. Aber es gibt’s, auch T-Girls werden geliebt……. und damit steigt wieder ein wenig Hoffnung aus dem Nebel meines Innersten auf, die Hoffnung, dass ich irgendwann wieder aufwache am morgen und nicht alleine bin :-)

….. und ich muss gestehen, dass ich mich beim Lesen dieses Eintrags dabei ertappt habe, wie ich mir vorstellte, ich sei damit gemeint….. und “er” hätte danach gesucht…..

Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen.
Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)

Kim Petras – eine TransFrau wird Popstar

Durch das BadHairDays Blog wurde ich auf Kim Petras aufmerksam gemacht. Sie ist ein T-Girl wie ich, kam im falschen Körper zur Welt, hatte jedoch das Glück, schon mit zarten 16 Jahren ihre GaOP machen zu können. Ich finde sie ist ein wunderschönes Mädel und hat eine beneidenswerte Stimme. Sie hat nun eine Pop-Karriere gestartet und erste Singles sind veröffentlicht. Ich wünsche Kim Petras viel Erfolg!

Hier mal ein Video mit dem Song “Die for you”, ist sie nicht zuckersüss?

Traurig an der ganzen Sache ist jedoch einmal mehr, dass Kim Petras in den Medien in der Regel als “Junge der ein Mädel sein will” dargestellt wird oder gar als “Transvestit” betitelt wird. Die Bloggerin von BadHairDays hat sich hier mit diesem Thema auseinander gesetzt:
Bad hair days Blog: Good girl gone bad
…. einmal mehr Prädikat “lesenswert”

Update 17.7.2009
Unterdessen haben auch Schweizer Medien das Thema “Kim Petras” aufgegrffen und überraschend objektiv darüber berichtet. Zu denken geben einem aber die Kommentare der Blick Online Ausgabe. Es gibt tatsächlich Leute die allen ernstes denken, jemand würde eine geschlechtsangleichende Operation zu PR-Zwecken machen. Es bedarf nicht allzuviel an Verstand um zu sehen, dass niemand so extreme Massnahmen einleitet, wenn nicht ein ungeheurer Leidensdruck einem dazu zwingt.
Blick: Kim (16) war mal Tim
20 Minuten: Neue Single, neues Geschlecht, neuer Star?

Gibt es ein Leben nach dem Pub?

Regelmässige Leser wissen ja bereits, dass ich regelmässig in mein Stamm-Pub gehe. Abgesehen davon, dass ich Pubs und im Speziellen Guinness liebe, ist mir mein Pub mega ans Herz gewachsen. Einerseits verkehren da einfach tolle und aufgeschlossene Leute, so dass auch ein T-Girl wie ich ohne Aufsehen zu erregen da rein kann und sich wohl fühlt und anderseits ist das Personal dort ausnahmslos liebenswert. Das liegt wohl daran, dass dieses Pub kein kommerzielles Pub ist sondern von Privatleuten organisiert wird. Ein Rudel durchgeknallter Lehrer fühlte sich eines Tages dazu berufen, ein Pub zu eröffnen, also taten sie genau dies und nun ist das Classy jeden Donnerstag, Freitag und Samstag offen. Ausser…….

…. ja ausser eben jetzt. Verwöhnt wie Lehrer nunmal sind, machen sie ständig Ferien und wenn Lehrer Ferien machen, dann dauert das schon mal n’bisschen. Deshalb hat auch das Pub über einen Monat lang Sommerpause. Natürlich verstehe ich, dass die Leute vom Pub auch mal Pause brauchen, sie stehen schliesslich neben ihrer Arbeit abends auch noch im Pub rum, irgendwann muss man auch mal seine Ruhe haben.

Aber alles Verständnis und Wohlwollen ändert nichts daran, dass gestern Abend mein erster Pub-freier Donnerstag war und ich hab jetzt schon massive Entzugserscheinungen. Der niedrige Guinness-Pegel wäre ja noch verkraftbar, ich hab mir nämlich selbst geholfen und erstmals Bier online bestellt (mehr dazu im nächsten Blogbeitrag) und heute Abend bringt mir n’Kerl mein Guinness nachhause :-) Aber ich vermisse die gemütliche Atmosphäre meines Pubs und noch mehr vermisse ich die Jungs und Mädels, die sich dort immer so nett um mich kümmern.

Falls jetzt jemand denkt, ich würde das schreiben um zu meckern….. nein, es ist meine unorthodoxe Art, meinem Pub eine Liebeserklärung zu machen ;-)

Also honeys, geniesst den Sommer, ich freu mich mega drauf, im August wieder zu Euch zu stöckeln…… und falls es jemandem von Euch mal langweilig ist, besucht mich, dann bin ich diejenige, die das Guinness einschenkt :-)

Eurythmics – Sweet Dreams

Ach es läuft grad mal wieder Eurythmics im Radio und dann auch noch eines meiner Lieblingslieder. Na dann teil ich das mal mit Euch, hier etwas Musik aus der guten alten Zeit (1983)……

Sweet dreams are made of this
Who am I to disagree?
Travel the world and the seven seas
Everybody’s looking for something
Some of them want to use you
Some of them want to get used by you
Some of them want to abuse you
Some of them want to be abused

I wanna use you and abuse you
I wanna know what’s inside you
(Whispering) Hold your head up, movin’ on
Keep your head up, movin’ on
Hold your head up, movin’ on
Keep your head up, movin’ on
Hold your head up, movin’ on
Keep your head up, movin’ on
Movin’ on!

Futter und Getränke hausgeliefert

Bekanntlich bestell ich ja ständig Kleider und Schuhe im Internet, aber jetzt artet das Online-Shopping langsam aus. Seit meinem Umzug habe ich keine vernünftigen Einkaufs-Möglichkeiten für Futter und Getränke in meiner Umgebung. Und da ich kein Auto habe, muss ich die Einkäufe jeweils zu Fuss machen.

Naja, es sieht definitiv nicht lady-like aus, wenn ich im Rock auf hochhakigen Pumps mit nem Rucksack auf dem Rücken und einem Sixpack Bier in der linken und einem Sixpack Cola in der rechten Hand die Strasse lang dackle. Und es ist für n’Mädel einfach unzumutbar, soviel Kram rumzuschleppen – was nicht in der Handtasche Platz hat, sollte von nem Kerl getragen werden, jawoll.

Also hab ich gestern erstmals bei einem Nahrungsmittelladen online meinen Wocheneinkauf erledigt. Heute Abend wird mir irgend n’Kerl all den Kram frei Haus liefern, cool was? Ey normalerweise muss man in ner Beziehung sein, damit man n’Kerl hat, der einem das Bier nachhause bringt. Ich schaff das jetzt sogar ohne Beziehung. Ok kuscheln wird er wohl nicht mit mir, insofern fehlt mir nachwievor etwas, aber immerhin trägt mir einer das Zeugs heim, das ist doch schonmal ein guter Anfang ;-)

Wer das auch mal ausprobieren möchte und sich einen Mann äh Futter und Getränke frei Haus liefern lassen möchte, die Migros bietet mit leShop ein umfangreiches Sortiment und für 10 Franken Aufpreis wird das Zeug angeblich bis in die Küche getragen.

Ist Transsexualität eine Krankheit?

Für 99% der Bevölkerung und für einen Grossteil der Fachleute dürfte diese Frage kaum zur Frage stehen, Transsexualität resp Transidentität ist eine Krankheit. Aber ist das wirklich so? Und wenn Transsexualität eine Krankheit wäre, wäre es dann eine psychische Störung oder eine körperliche Fehlbildung? Als ich mich an der Psychiatrischen Universitätsklinik angemeldet habe, habe ich beim Einweisungsgrund “Geburtsgebrechen” angekreuzelt, somit dürfte meine eigene Haltung klar sein, ob sie den Tatsachen gerecht wird, bleibt aber offen.

Wir können Transsexualismus nicht als eine Störung der Geschlechtsidentität betrachten, sondern müssen ihn als Normvariante ansehen, die in sich, wie alle sexuellen Orientierungen, das ganze Spektrum von psychischer Gesundheit bis Krankheit enthält.
(Prof. Dr. Udo Rauchfleisch)

Interessant in dieser Frage ist der Standpunkt von Prof. Dr. Udo Rauchfleisch, er war jahrelang als klinischer Psychologe und Psychotherapeut an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel tätig und hat dort unzählige Transsexuelle behandelt. Nach all seinen Erfahrungen kommt Rauchfleisch zur Überzeugung, dass Transsexuelle nicht krank sind sondern, dass Transsexualität eine “Normvariante” ist. Die Norm ist, dass ein Mensch männlich oder weiblich ist und dass das biologische Geschlecht mit der inneren Geschlechtsidentität übereinstimmt. Transsexuelle sind also eine Variante zu diesen Norm-Fällen. Die gesellschaftliche Akzeptanz wäre wohl deutlich höher, wenn wir es so sehen könnten und die Stigmatisierung Transsexueller wäre ebenfalls stark reduziert. Aber Rauchfleisch ist wohl in der Minderheit mit seinem Standpunkt, betrachten wir also die Alternativen.

Was ist Krankheit? Wann ist jemand krank? Das Kranksein wird in der Regel so verstanden, dass jemand dann krank ist, wenn etwas an seiner psychischen oder physischen Gesundheit zu Leiden führt. Transsexuelle leiden enorm unter der Kluft zwischen ihrem biologischen Geschlecht und der Geschlechtsidentität. Somit kann man also von einem krankhaften Zustand sprechen. Aber was ist krank, Körper oder Geist?

Die offiziell medizinische Haltung ist seit je her so, dass Transsexualität eine Geschlechtsidentitätsstörung ist (Gender Identity Disorder), schon das Wort sagt also, dass die Identität gestört ist und nicht der Körper. Woher man diese Gewissheit nimmt, ist und bleibt ein Rätsel, denn bis zum heutigen Tag konnte niemand den Beweis dafür erbringen und niemand konnte diesen Standpunkt widerlegen.

Das einzige was man mit Sicherheit weiss ist, dass Transsexuelle schwerstem Leiden ausgesetzt sind, weil ihre Geschlechtsidentität nicht mit dem “biologischen Geschlecht” übereinstimmt. Wenn man aber die wissenschaftlichen Arbeiten anschaut, wird verwirrenderweise klar, dass es da verschiedene Denkansätze gibt. Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? War zuerst, die Geschlechtsidentität oder das biologische Geschlecht? Tatsache ist, dass ein Embryo die ersten Tage weder männlich noch weiblich ist, selbst das primäre Geschlechtsorgan unterscheidet sich nicht. Erst nach ein paar Wochen beginnt sich der Körper in eine Richtung zu entwickeln. Was, frage ich, wenn die Geschlechtsidentität bis zu diesem Zeitpunkt bereits festgelegt ist?

Es gibt eine Vielzahl sich gegenseitig bestätigender Studien die davon ausgehen, dass eine hormonelle Störung im Körper der Mutter den Prozess der biologischen Geschlechtsbildung beeinflussen kann. Was also, wenn die Identität bereits festgelegt ist und der Körper sich plötzlich anders entwickelt? Es gibt sogar neurologische Studien, die zeigen, dass transsexuelle Frauen dieselbe anatomische Hirnstruktur haben wie andere Frauen auch, der Bereich BSTc der für die Geschlechtsentwicklung zuständig ist, hat dieselbe Grösse und Neuronendichte. Transsexualität hat auf jeden Fall biologische Ursachen.

Über die verschiedenen möglichen Ursachen möchte ich ein anderes Mal detailierter sprechen, fürs Erste möchte ich den Leser einfach mal mit der Frage konfrontieren, was nun krank sein soll, der Körper, der Geist…. oder eine Gesellschaft, nur nur schwarz-weiss Kategorien anerkennt?

Das einzige was wir mit Sicherheit wissen: Transsexuelle leiden und ihr Leiden kann reduziert werden, das alleine ist wichtig und hier soll Betroffenen auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden. Welche das sind, werde ich in einem nachfolgenden Beitrag erläutern.

Milton Diamond: Medizinische Ursachen für Transsexualität (Kapitel 2)



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