T-Girl Diana

Tagebuch einer transsexuellen Frau

Plaudernde Freinacht

Es ist 6 Uhr morgens und mein Ausgang mit anschliessendem Plauderstündchen ist zu Ende….. in 30 Minuten geht der Wecker los, ich glaub das mit dem Schlafen lass ich für heute *urks*….. naja hat auch was Gutes, das Abschminken und neu Bemalen kann ich mir diese Nacht ersparen.

Es ist 6:30 Uhr, der Wecker klingelt, ich möchte ihn erschiessen, aber das dürfte genauso wenig an meiner Situation ändern wie die 2 Kaffe die ich getrunken habe. Ich geh nun ins Geschäft, dort werde ich wenigstens geweckt falls ich auf dem Stuhl einschlafe.

Es ist 7:15, ich bin im Geschäft, aber ich bin nicht wirklich da. Mir wird definitiv klar, dass ich über 40 Jahre alt bin, für so Scheiss bin ich einfach zu alt, auch wenn ich mich in letzter Zeit prä-pupertär fühle.

Es ist 11:30, das Delirium und die daraus resultierenden philosophischen Erkenntnisse vertiefen sich…. ab 40 braucht man keine Drogen mehr um stoned zu sein, eine Freinacht reicht da völlig aus für eine Volldröhnung.

Fazit…. nie wieder Freinächte

Wenn Worte das Herz in tausend Teile zerschneiden

Und wenn ihr redet
Wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?
Wart ihr jemals an dem Abgrund zwischen Herz und dem Verstand?
Könnt ihr sagen: Ich erlerne mich?
Eure schreckliche Einfältigkeit
Zu glauben was man euch erzählt:
Natürlichkeit und Selbstbestimmung
Aber bitte nur im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft
(Lacrimosa – Fassade 1. Satz)

Heute im Pub kurz vor Torschluss begann meine Sitznachbarin sich darüber auszulassen, dass ihr Ex “plötzlich” eine Geschlechtsumwandlung anstrebt und dass er den Kindern sagte, dass er nun als Frau leben will. Sinngemäss sagte sie: “so öppis machsch doch eifach nöd”.

Nein Dumpfbacke, sowas macht man nicht einfach so, man tut es wenn man ein Leben lang durch die Hölle gegangen ist, sich ein Leben lang verleugnen musste und irgendwann diese Lüge einfach nicht mehr erträgt. Das und vieles mehr hätte ich ihr gerne gesagt, anstelle dessen habe ich fluchtartig mein Zeug zusammengepackt und bin mit meinem blutenden Herz nachhause gelaufen.

Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Verstand und Einfühlungsvermögen gewisse Mitmenschen haben. Und es wird mir wieder einmal klar, dass ich von dieser Welt kein Verständnis erwarten kann.

Wie dumm und ignorant und gefühlslos muss man sein, um allen Ernstes zu glauben, dass jemand so einen schweren Weg einschlägt auf dem er so einen hohen Preis zahlt und so ziemlich alles verliert was einem lieb sein kann, nur aus einer spontanen Sonntagslaune heraus?

Ich habe diese Welt noch nie verstanden und bin schon immer verzweifelt gewesen über die Oberflächlichkeit meiner Spezies, aber in so Momenten bin ich einfach nur noch traurig, verzweifelt und ratlos.

Schmink-Desaster beim Haare waschen

Man muss ganz schön naiv sein, wenn man badet und die Haare wäscht und allen Ernstes darauf hofft, dass der Mascara da bleibt wo er hingehört. Sieht ulkig aus, aber da ich nicht an eine Gothic Party gehe, war wohl nix mit Schmink-Recycling. Dabei wärs echt witzig gewesen, denn ich trag noch immer die Schinke von gestern Abend, weil ich betrunkenerweise geschminkt schlafen ging *staun*

Ich schreibe meine Geschichte – Geburtsstunde eines Blogs

Ich weiss nicht recht ob es das gestrige Erlebnis war oder ob einfach die Zeit reif ist, ich hatte schon länger vor, ein Blog zu eröffnen in dem ich tagebuchartig meinen Weg beschreiben möchte. Heute ist es soweit und ich fange damit an. Der erste und grosse Teil der Arbeit wird sein, das bisher Geschehene zu rekonstruieren und die Meilensteine des letzten halben Jahres niederzuschreiben. Mit anderen Worten, alle Blogbeiträge die vor diesem datiert sind, wurden im Nachhinein rückwirkend geschrieben. Ab heute geht es life weiter. Nun denn, herzlich willkommen in der Gegenwart, dem einzigen Ort der wirklich Realität ist.

Joan Baez – teach men how to cry

Instead of getting hard ourselves and trying to compete,
women should try and give their best qualities to men -
bring them softness, teach them how to cry.

(Joan Baez)

Erich Fried – Dich

troesten-baer

Dich nicht näher denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist

Dich nicht älter denken
und dich nicht jünger denken
nicht größer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kälter

Dich denken und mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist

Gender stereotypes

Gender stereotypes are a prison
that keeps the whole of humanity locked up

(Diana)

transgender-butterfly

Ein vertrauter Abend im Classroom

Der heutige Abend im Classroom war einfach wunderschön, wie schade, dass Abende wie diese irgendwann enden müssen. Was bleibt ist zu Träumen……. und die Hoffnung, dass auch Träume manchmal Realität werden :-)

Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen.
Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
aber aufgehört haben zu leben.

(Mark Twain)

20090611-1

Beyonce – Halo

*seufz*….. mein Lieblingslied geht mir mal wieder nicht mehr aus dem Ohr

Remember those walls I built
Well baby they tumbling down
And they didn’t even put up a fight
They didn’t even make a sound
I found a way to let you in
But I never really had a doubt
Standing in the light of your halo
I got my angel now

It’s like I’ve been awakened
Every rule I had you breaking
It’s the risk that I’m taking
I ain’t never gonna shut you out
Everywhere I’m looking now
I’m surrounded by your embrace
Baby I can see your halo
You know you’re my saving grace
You’re everything I need and more
It’s written all over your face
Baby I can feel your halo
Pray it won’t fade away

I can’t feel your halo halo halo
I can see your halo halo halo ……

Hit me like a ray of sun
Burning through my darkest night
You’re the only one that I want
Think I’m addicted to your light
I swore I’d never fall again
But this don’t even feel like falling
Gravity can’t forget
So pull me back to the ground again

Feels like I’ve been awakened
Every rule I had you breaking
The risk that I’m taking
I’m never gonna shut you out
Everywhere I’m looking now
I’m surrounded by your embrace
Baby I can see your halo
You know you’re my saving grace
You’re everything I need and more
It’s written all over your face
Baby I can feel your halo
Pray it won’t fade away

I can feel your halo halo halo…..

Everywhere I’m looking now
I’m surrounded by your embrace
Baby I can see your halo
You know you’re my saving grace
You’re everything I need and more
It’s written all over your face
Baby I can feel your halo
Pray it won’t fade away
I can feel your halo halo
I can see your halo halo halo

Richard Sanderson – Reality

Met you by surprise, I didn’t realize
that my life would change forever
saw you standing there, I didn’t know I cared
there was something special in the air.

Dreams are my reality
the only real kind of real fantasy
illusions are a common thing
I try to live in dreams
it seems as if it’s meant to be.

Dreams are my reality
a different kind of reality
I dream of loving in the night
and loving seems alright
although it’s only fantasy.

If you do exist, honey don’t resist
show me a new way of loving
tell me that it’s true
show me what to do
I feel something special about you.

Dreams are my reality
the only kind of reality
maybe my foolishness has past
and maybe now at last
I’ll see how a real thing can be.

Dreams are my reality
a wonderous world where I like to be
I dream of holding you all night
and holding you seems right
perhaps that’s my reality.

Met you by surprise, I didn’t realize
that my life would change forever
tell me that it’s true
feelings that are cue
I feel something special about you.

Dreams are my reality
a wonderous world where I like to be
illusions are a common thing
I try to live in dreams
although it’s only fantasy.

Dreams are my reality
I like to dream of you close to me
I dream of loving in the night
and loving you seems right
perhaps that’s my reality.

Fünf Monate Diana – Dank Euch allen!

Ein Freund ist jemand, der die Melodie Deines Herzens kennt
und der sie Dir vorsingt, wenn Du sie vergessen hast

Jeden Monat am 13. feiere ich innerlich ein kleines Jubiläum. Es war der 13. Januar, als ich die Hormontherapie begann, seit diesem Tag geistern Östrogene durch meinen Körper und arbeiten fleissig an meiner Metamorphose. Seit diesem Tag empfinde ich mich auch körperlich als werdende Frau, es ist sozusagen mein zweiter Geburtstag. Heute feiere ich diesen Tag zum fünften Mal, seit fünf Monaten bin ich auf meinem Weg und dieser Tag macht mich wiedermal sentimental – im positiven Sinn.

Seit fünf Monaten bin ich so glücklich wie ich es vorher nie war. Jeder Tag beginnt mit einem inneren Lächeln, ich wache auf und der erste Gedanke ist, dass ich eine Frau bin, als Frau lebe und als Frau wahr!-genommen werde. Ich mache mir einen Kaffee, leg mich wieder ins Bett und überlege was ich heute anziehen soll, es ist jedes Mal ein erneuter Genuss. Dann gehts ins Badezimmer und spätestens wenn ich mit der Gesichtsbemalung beginne, ist es erneut ein Glücksgefühl, wenn das Gesicht immer weiblicher wird und meinem Inneren zu gleichen beginnt. Oft in so Momenten wird mir bewusst, wie sehr ich mich seit meinem Gender-Change schätze und wie nah ich mir selber bin seit diesem Tag. Ich selbst zu sein und mich darzustellen, ist einfach unbeschreiblich schön. Es ist etwas, was niemand wirklich verstehen kann, denn für Andere ist es selbstverständlich, sich selbst zu sein. Für mich nicht, ich musste mir dieses Recht erkämpfen und ich bin froh, dass ich diesen doch nicht einfachen Weg beschritten habe.

Diese fünf Monate waren eine schwere Zeit, vorallem am Anfang brauchte es wahnsinnig viel Mut und Überwindung, täglich musste ich mich wieder neu zusammensetzen und aus einem Trümmerhaufen ein neues Selbstbewusstsein wachsen lassen. Das ist mir gelungen und dass mir das gelungen ist, habe ich nicht nur meiner Renitenz zu verdanken sondern vorallem auch all den Menschen, die zu mir gehalten haben, die mich angenommen haben und mir beigestanden sind. Deshalb möchte ich mich an diesem Tag einmal bei allen bedanken, ohne Euch hätte ich das nicht geschafft.

Am meisten Dank gebührt meiner letzten Lebenspartnerin Eliane, Du hast mich von Anfang an unterstützt und bist bis heute und für immer meine beste Freundin. Es ist verdammt schwer, wenn der ehemalige Lebenspartner immer mehr zur Frau wird und das was man einst liebte immer mehr verschwindet, Du hast das ertragen und stehst mir immer und überall bei, Du bist meine grösste Kraftquelle.

Danken möchte ich auch all meinen Mitarbeitern, Ihr habt mich als Frau angenommen und mir jeden Tag 8 Stunden Leben in einer weiblichen Rolle ermöglicht. Das Zusammensein mit Euch gibt mir sehr viel, nicht zuletzt weil wir einfach ein cooles Team sind und immer etwas zum lachen haben. Das Geschäft war für mich der erste Ort an dem ich mich frei als Frau bewegen konnte und mich wohl fühlte und das hat sich bis heute nicht geändert.

Weiter danke ich dem Team von Classroom Pub, Ihr habt mir ein neues Zuhause gegeben und habt mich von Anfang an in einer Selbstverständlichkeit als Frau angenommen und ein paar wertvolle Freundschaften sind entstanden und werden vielleicht noch entstehen. Im speziellen gilt das für Bea, hey honey, Du bist wirklich Gold wert, danke für Deine Freundschaft und die vielen tiefgründigen Gespräche.

Ausserdem danke ich meinem Vater und seiner Frau Maya, es ist für einen Vater alles andere als einfach, wenn der Sohn zur Tochter wird. Aber Ihr habt das respektiert und mir gezeigt, dass mein Wohlbefinden das Wichtigste ist für Euch, das gibt mir das Gefühl, wirklich geliebt zu sein.

Speziellen Dank verdient mein bester Freund Andreas. Ich war über ein Jahrzehnt lang Dein bester Freund, nun bin ich Deine beste Freundin. Ich wäre nicht, was ich bin, wenn Du mir nicht ein Jahrzehnt lang beigestanden wärst. Niemand hat mein Denken so geprägt wie Du und ich bin wirklich stolz darauf, so einen grossartigen Menschen als Freund zu haben.

Dann danke ich allen Freunden, die mich auf meinem neuen Weg begleiten. Vorallem Felix, Du warst Dir von Anfang an nicht zu schade, mit mir in den Ausgang zu gehen und damit in Kauf zu nehmen, dass man Dich genauso blöd anguckt wie mich ;-) Unsere philosophischen Gespräche sind immer wieder eine Freude.

Und last but not least danke ich meinem Psychotherapeuten, Sie haben mich jahrelang gestützt und mir beim Verständnis meiner doch eher erwirrenden Wesensart geholfen.

Es gäbe noch viele die ich hier erwähnen müsste und wollte, aber irgendwo muss jeder Blogbeitrag mal zu Ende sein, deshalb allen Andern ein herzliches Dankeschön :-)

Kann man eine Trans-Frau lieben?

Eigenartig
wie das Wort eigenartig
es fast als fremdartig hinstellt
eine eigene Art zu haben
(Erich Fried)

mischwesenAuch wenn ich noch so glücklich darüber bin, endlich mich selbst zu sein, gibt es doch etwas, das mich immer wieder an die Wand klatscht – heute ist es wieder mal soweit. Ich wusste von Anfang an, dass ich für meine Selbstwerdung einen unvorstellbar hohen Preis zahlen werde und ich habe bewusst ja dazu gesagt, weil kein Preis zu hoch ist dafür, dass ich endlich meine wahre Identität leben darf. Von Anfang an war klar, dass einer der Preise höher ist als alle anderen zusammen, es war die Aussicht, dass ich aufgrund meiner Andersartigkeit vielleicht nie wieder eine Beziehung haben werde.

Ich liebe zwar die Einsamkeit, kann tagelang allein im Wald unter einem Baum sitzen ohne jemanden zu vermissen. Aber das kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich irgendwann zurück gehe und dort jemand auf mich wartet, der mich liebt, in den Arm nimmt und mir die Geborgenheit gibt, die ich mehr brauche als die Luft zum atmen.

Doch als transsexuelle Frau bin ich diesbezüglich in einer ziemlich hoffnungslosen Lage. Ich zweifle zwar nicht daran, dass jemand wie ich liebenswert sein kann. Als Trans-Frau werde ich zwar nie so “makellos” sein wie eine Frau, die als Frau geboren ist und doch verfüge ich als Trans-Frau auch über Vorteile, die in einer Beziehung sehr wertvoll wären. Beispielsweise gehöre ich zu der seltenen Spezies, die sowohl in die männliche als auch in die weibliche Denk- und Gefühlswelt hineinsehen kann und sich hineinfühlen kann. Ich weiss was Männer fühlen, weil ich 40 Jahre lang in dieser Rolle gelebt habe und ich weiss was Frauen fühlen, weil ich ein Leben lang innerlich wie eine Frau fühlte.

Wenn zwei Menschen sich in einander verlieben, dann ist das in der Regel nicht aufgrund irgendwelcher anatomischer Vorzüge oder sonstigen Äusserlichkeiten, man verliebt sich, weil zwei Seelen sich begegnen, sich berühren und dabei Funken schlagen. Liebe ist unerklärlich, egal was man sucht und sich vorstellt, die Liebe fällt oft in ganz andere Gefilde. So gesehen zweifle ich nicht daran, dass sich irgendwann jemand in mich verlieben kann, trotz oder gerade wegen meiner Andersartigkeit. Und doch verliere ich von Woche zu Woche mehr von diesem bisschen Resthoffnung, die mir geblieben ist.

Es dürfte schon schwierig sein, ein Wesen wie mich zu lieben, erst Recht in dieser chimärenartigen Zwischenphase in der ich gerade bin. Viel schwieriger wäre jedoch die Tatsache, dass man als Partner einer transsexuellen Person selbst stigmatisiert wird. Es ist kein Problem, eine Trans-Frau als Kollegin zu haben, sowas klingt sogar irgendwie spannend. Aber so eine Frau seinen Kollegen als Lebenspartnerin vorzustellen, sie mit zu seinen Eltern zu nehmen, ans Weihnachtsessen im Geschäft oder sich auch nur schon in der Öffentlichkeit mit ihr zu zeigen, all das würde eine enorme Grösse und Eigenständigkeit erfordern, die den meisten Menschen zu weit ginge.

Der moderne Mensch ist so konditioniert, dass sein Ansehen in der Gesellschaft das Wichtigste ist. Ich bin das, was die anderen über mich denken, ich bin so wertvoll wie die anderen mich einschätzen. Mit dieser Denkweise wird eine Beziehung mit einer Trans-Frau zu etwas bedrohlichem. Ein Mann der eine Trans-Frau als Partnerin hat, stellt sein Umfeld vor die Frage, ob er nun hetero oder schwul/lesbisch ist, weil eine Trans-Frau von vielen weiterhin als Mann betrachtet wird. So entzieht er sich selbst jeglicher Schubladisierung und wer in keine Schublade passt, wird in dieser Welt abgelehnt, weil der moderne Mensch in der Regel nur schwarz-weiss denkt.

Ich glaube, es wird sehr schwierig jemanden zu finden, der mich so liebt wie ich bin. Und ich glaube, dass es nahezu unmöglich ist, jemanden zu finden, der mich liebt und auch renitent genug ist um in dieser Gesellschaft zu einer transsexuellen Frau zu stehen und sich all den (oft unausgesprochenen) Fragen zu stellen.

Diese Aussicht zermürbt mich immer wieder von Neuem, weil ich ein sehr liebesbedürftiges Wesen bin, weil das Geliebtwerden für mich die grösste Kraftquelle ist um allen Widrigkeiten des Lebens zu trotzen. Die Befürchtung, vielleicht nie wieder im Herzen berührt zu werden, treibt mich manchmal fast in den Wahnsinn. Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt und auch wenn die Hoffnung mit jedem Crash etwas kleiner wird, wird sie von der Sehnsucht doch immer wieder neu zum Leben erweckt. Aber manchmal ist diese Hoffnung nur noch wie eine Kerzenflamme im Wind, sie vermag nicht wirklich zu wärmen und mit jedem Windstoss erwacht erneut die Angst, dass dieses Licht ausgeht.

Dum spiro spero, heisst der Slogan meiner Pipe Band, solange ich atme hoffe ich……. da kann ich froh sein darüber, Piperin zu sein, denn Piperinnen haben einen langen Atem…… den werde ich wohl brauchen.

Fünf Monate Hormontherapie

Seit fünf Monaten läuft meine Hormontherapie mit der Antibabypille Diane-35 / Cypestra-35 sowie dem Testosteronblocker Androcur. Trotz anfänglich dezenter Dosierung ist doch einiges gegangen. Unter dezenter Dosierung verstehe ich ungefähr folgendes:

  • 1.5 Monate 2mg Estradiol (1 x Cypestra-35)
  • 1.5 Monate 4mg Estradiol (2 x Diane-35)
  • 1 Monat 6mg Estradiol (3 x Diane-35) und 25mg Cyproteronacetat (0.5 x Androcur-50)
  • 1 Monat 6mg Estradiol (3 x Diane-35) und 50mg Cyproteronacetat (1 x Androcur-50)

Nach fünf Monaten ergaben sich folgende Veränderungen (Angaben absolut subjektiv)

  • Brustwachstum ist mit “günstiger Kleidung” und noch mehr ohne Kleidung sichtbar, bis zur Körbchengrösse AA (ja das gibts echt) brauchts aber noch ein wenig. Auf jeden Fall ist die Brust sehr deutlich spürbar, einerseits innerlich durch ein deutliches und manchmal schmerzhaftes Spannen, anderseits äusserlich, man kann da schon wirklich was in die Hand nehmen…. und das fühlt sich unglaublich gut an *smile*
  • Behaarung im Bauch- und Brustbereich nahe eliminiert, wobei zu sagen ist, dass ich da zum Glück schon vor der HT nur spärlich besäht war
  • Behaarung am Oberschenkel deutlich reduziert und das Wachstum massiv verlangsamt
  • Behaarung an Handoberflächen ebenfalls deutlich reduziert
  • Gesicht wurde etwas weich-gezeichnet und leicht feminimer, was jedoch nur im direkten Vergleich mit alten Fotos auffällt
  • Muskulatur an gewissen Stellen deutlich reduziert
  • Gesichtsbehaarung nahezu unbeeinträchtigt, abgesehen von der Wirkung der Laserbehandlung
  • Erhöhte Müdigkeit und leicht reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Seltsame Temperatur-Empfindungen, schneller kalt und öfters Hitzewallungen
  • Leicht erhöhte Emotionalität, wäre ich nicht schon vorher hyperemotional gewesen, wärs wohl deutlicher ausgefallen
  • Leicht erhöhter Futterbedarf, was jedoch sehr willkommen ist, mein Körper braucht schliesslich Baumaterial
  • Das zweite Kleinhirn zwischen den Beinen führt kein Eigenleben mehr, es kann zwar noch aus dem Tiefschlaf geweckt werden, aber von sich aus tut’s nix mehr

Unter dem Strich kann man sagen, dass ich eine deutliche Verweiblichung am ganzen Körper spüre, dass diese Verweiblichung aber nachwievor in einem Bereich liegt, in dem vorallem ich selbst etwas davon bemerke. Aber es ist offensichtlich, dass etwas geht und ich fühle mich so als ob ich seit Kurzem in der Pupertät wäre…… ein atemberaubendes Gefühl *megasmile*

Svenja in der Zeitung

Svenja, die Schreiberin meines Lieblingsblogs, hat ein Interview in einem evangelisch-lutherischen Kirchenblatt gegeben. Es ist immer wieder erfreulich, wenn Zeitungen oder Magazine über Transsexualität berichten, nur so lassen sich die teils schrägen Vorstellungen von Transsexuellen korrigieren. Und wenn dabei eine so hübsche und stilvolle Frau wie Svenja im Mittelpunkt steht, dann ist es einfach eine wahre Freude.

Svenja’s Blogbeitrag zum Zeitungsartikel
Die Nordelbische: Der Busen – das tägliche Wunder

Achja auch wenn mein Busen nach 5 Monaten Hormontherapie erst im Mikrobereich liegt, kann ich bestätigen….. es ist wirklich täglich auf ein neues ein Wunder, dass man endlich so wird wie man immer sein wollte.

Weitere Zeitungsberichte über Transsexualität / Transidentität
- NZZ -Transsexualismus jenseits der Sensation
- Focus.de – Der Raum zwischen den Geschlechtern
- Zeit.de – Im Fremdkörper
- BAZ – Man schaut in den Spiegel und erkennt sich nicht (1)
- BAZ – Man schaut in den Spiegel und erkennt sich nicht (2)

Mein erster BeHa

Als ich Anfang Jahr meinen neuen Weg beschritt, ging es mir völlig gegen den Strich, an mir etwas zu “faken”, deshalb trug ich keinen mit was auch immer gefüllten BH sondern war halt wie ich war, eine werdende Frau die noch keinen Busen hat. Wo nix ist, will ich auch nicht den Eindruck erwecken, es sei da was.

Mittlerweile hat das Brustwachstum eingesetzt und auch wenn noch nicht viel da ist, ist es seeeehr spürbar und je nach Kleidung auch sichtbar. Nun ist langsam genug da um die kleinste Körbchengrösse AA (ja das gibts wirklich) einigermassen zu füllen. Also habe ich getan was die meisten Mädels auch tun und hab mir einen PushUp gekauft. Der bringt das Ganze in Form und vergrössert ein wenig. Mir gefällt’s, vorallem kann ich so langsam alles anziehen. Vorher sahen viele Oberteile einfach deppert aus, mit ein wenig Rundungen wird das Ganze deutlich schöner.

Aber so ganz unter uns, es fühlt sich schon etwas seltsam an so eingepackt zu sein, ist irgendwie so ne Art Bondage für Anfänger. Aber mein Spiegelbild gefällt mir so deutlich besser, da nimmt man so einiges in Kauf, das kenn ich ja schon von den Schuhen.

Von Kindern lernen – Teil 1

Wir Erwachsenen könnten von Kindern viel lernen, leider tun wir das aber nicht sondern belächeln sie nur. Nachfolgende Geschichte bekam ich soeben via Mail (danke Anna-Maria), auch wenn sie erfunden sein dürfte, es gibt genug Kinder die genauso denken…..

Es war einmal ein alter Mann,
der jeden Morgen einen Spaziergang am Meeresstrand machte.
Eines Tages sah er einen kleinen Jungen,
der vorsichtig etwas aufhob und ins Meer warf.
Er rief: “Guten Morgen. was machst Du da?”
Der Junge richtete sich auf und antwortete:
“Ich werfe Seesterne ins Meer zurück.
Es ist Ebbe, und die Sonne brennt herunter.
Wenn ich es nicht tue, dann sterben sie.”
“Aber, junger Mann”, erwiderte der alte Mann,
“ist dir eigentlich klar, dass hier Kilometer um Kilometer Strand ist.
Und überall liegen Seesterne.
Du kannst unmöglich alle retten, das macht doch keinen Sinn.”
Der Junge hörte höflich zu, bückte sich,
nahm einen anderen Seestern auf und warf ihn lächelnd ins Meer.
“Aber für diesen macht es Sinn!”

Das erinnert mich an meine Tochter, als sie noch gaaanz klein war, rettete sie jede Schnecke die sie auf der Strasse fand, in dem sie sie sorgsam aufhob und in die nächste Wiese trug. Sie hätte wohl kein Verständnis gehabt, wenn man ihr erklärt hätte, dass Millionen anderer Schnecken heute noch überfahren werden. Sie hat unzählige Schnecken gerettet und ich bin extrem stolz auf sie, dass sie sogar für diese kleinen Lebewesen soviel Mitgefühl übrig hatte. Und es erinnert mich an eine andere Episode, in der meine Tochter ebenfalls wahre Grösse zeigte:

Im Alter von 7 Jahren entdeckte meine Tochter auf dem Schulweg einen ‘zerzausten Vogel’, der nicht mehr fliegen konnte und nach ihrem Empfinden Hilfe brauchte. Instinktiv stellte sie das Schutzbedürfnis des Vogels über die Pflicht, rechtzeitig zur Schule zu kommen, sie nahm den Vogel auf und brachte ihn einer Frau in der Nachbarschaft, die sich mit Vögeln auskennt. Man muss die Tierliebe meiner Tochter erlebt haben, um sich auch nur annähernd vorzustellen, wie glücklich und stolz sie über ihre ‘Tierrettung’ war.
Doch zu ihrer Überraschung hatte die Lehrerin nicht das geringste Verständnis für ihr Zuspätkommen und quittierte diese Episode mit einem Wölkchen im ‘Strafbuch’ der Klasse. Solche Wölkchen gelten als Strafpunkte die bei Erreichung einer bestimmten Menge mit doch relativ demütigenden Strafarbeiten abgegolten werden.
Meine Tochter nahm dieses Wölkchen verblüffenderweise relativ desinteressiert zur Kenntnis – ganz im Gegensatz zu sonstigen Gelegenheiten. Scheinbar zählte für sie nur der Vogel, sie wusste tief in ihrem kleinen Herzchen, dass sie etwas Gutes getan hat und das schien ihr wichtiger als die Strafe.
Zurück blieb ein Stückweit Verwirrung, warum sie bestraft wird dafür, jemandem geholfen zu haben.

Gordon Walker – Scottish Connections

Dass eine Great Highland Bagpipe laut ist, wissen wohl die Meisten. Dass man ganz schön Puste braucht um so ein archaisches Instrument zu spielen, dürfte auch vielen klar sein. Aber es dürfte nur Wenigen bewusst sein, was für eine enorme Fingerfertigkeit ein Piper braucht, um schottische Musik zu spielen. Gordon Walker -- einer der ganz grossen Piper -- zeigt hier was Pipe Musik ausmacht und weil die Filmaufnahme ausgezeichnet ist, kann man dem Herrn mal ganz genau auf die Finger schauen und staunen. Und um allfälligen Fragen zuvorzukommen, nein soooo schnell bin ich bei Weitem nicht ;-)

und wenn wir schon grad dabei sind, hier noch ein Video, in dem Gordon Walker zusammen mit Chris Armstrong auf einer!!! Pipe gleichzeitig spielt. Beim spielen auf der Pipe braucht es eine enorme Koordination zwischen beiden Händen, weil Töne meist beide Hände brauchen und bei dem Affentempo muss man sehr präzise sein. Wie zwei Leute mit je einer Hand dasselbe Lied auf einer Pipe spielen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Ein neuer Lieblingsjupe

RosenJupe1aAch heut bin ich mal wieder im 7. Himmel. Gestern kam ein Paket an mit 5 Jupes und meinem ersten Kleid. Mit dabei war ein schneeweisser Jupe mit kleinen bunten Rosen, der auf dem Bild hier. Den hab ich heute zur Arbeit angezogen, ach ich find den soooooo zuckersüss. Sogar dem Wind gefällt mein neuer Lieblingsjupe, vorhin hat er mir doch tatsächlich den Jupe gelüpft, dieser Schelm.

Jedenfalls wurde mir gestern mal wieder klar, dass mein modischer Geschmack schon arg romantisch ist, es hat fast immer irgendwelche Blumenmuster drauf. Naja solange mir niemand Rosen schenkt, muss ich halt Kleider tragen, die etwas geblümelt sind….. selbst ist die Frau ;-)

Übrigens, das auf dem Bild bin nicht ich, das ist aus dem Orsay Onlineshop, den ich übrigens wärmstens empfehlen kann, einerseits wegen der Preise und anderseits wegen der genialen Lupenfunktion.

smile…. und ab heute ist das Classroom Pub wieder 3 Abende lang offen, da kann ich meine neuen Jupes spazieren führen. Das wird ja wieder eine Qual, 3 Abende und mehr als 3 neue Jupes, ich werd Stunden brauchen bis ich mich entscheiden kann ;-)

Lieber charmant als ehrlich

Zugegeben, es ist viel wichtiger, dass jemand ehrlich ist als charmant, trotzdem lieben wir Mädels Komplimente mehr als Rosen und das will wirklich was heissen.. Aber wenn ein liebenswerter Kerl mir im Pub zum Abschied sagt: “Hey Du hast ja ein Bäuchlein, das kommt sicher vom Guinness”, dann bin ich doch a bissrl sprachlos. Aber es gibt so Menschen, die einfach nur offen, direkt und ehrlich sind, was wirklich bezaubernd und vertrauenswürdig ist….. aber soviel Ehrlichkeit muss ja nun wirklich nicht sein ;-)
Doch seltsamerweise kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass diese offene Ehrlichkeit irgendwie süss ist.

Darfs ein bisschen mehr sein?

Aber abgesehen von dieser eher amüsanten Episode sass ich jemand Anderem wieder gegenüber, hörte ihm zu, sah in seine Augen….. und hätte am liebsten gesagt: “Hör auf zu reden und nimm mich endlich in Deine Arme”….. Don’t stop dreaming, little girl, keep on waiting for a miracle.

Baby it’s you I want,
So stop wasting my time
And baby it’s you I need,
So please make up your mind
It’s time to choose

(Veronicas – I don’t wanna wait)

20090618-1


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