(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Plaudernde Freinacht

Es ist 6 Uhr morgens und mein Ausgang mit anschliessendem Plauderstündchen ist zu Ende….. in 30 Minuten geht der Wecker los, ich glaub das mit dem Schlafen lass ich für heute *urks*….. naja hat auch was Gutes, das Abschminken und neu Bemalen kann ich mir diese Nacht ersparen.

Es ist 6:30 Uhr, der Wecker klingelt, ich möchte ihn erschiessen, aber das dürfte genauso wenig an meiner Situation ändern wie die 2 Kaffe die ich getrunken habe. Ich geh nun ins Geschäft, dort werde ich wenigstens geweckt falls ich auf dem Stuhl einschlafe.

Es ist 7:15, ich bin im Geschäft, aber ich bin nicht wirklich da. Mir wird definitiv klar, dass ich über 40 Jahre alt bin, für so Scheiss bin ich einfach zu alt, auch wenn ich mich in letzter Zeit prä-pupertär fühle.

Es ist 11:30, das Delirium und die daraus resultierenden philosophischen Erkenntnisse vertiefen sich…. ab 40 braucht man keine Drogen mehr um stoned zu sein, eine Freinacht reicht da völlig aus für eine Volldröhnung.

Fazit…. nie wieder Freinächte

Wenn Worte das Herz in tausend Teile zerschneiden

Und wenn ihr redet
Wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?
Wart ihr jemals an dem Abgrund zwischen Herz und dem Verstand?
Könnt ihr sagen: Ich erlerne mich?
Eure schreckliche Einfältigkeit
Zu glauben was man euch erzählt:
Natürlichkeit und Selbstbestimmung
Aber bitte nur im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft
(Lacrimosa – Fassade 1. Satz)

Heute im Pub kurz vor Torschluss begann meine Sitznachbarin sich darüber auszulassen, dass ihr Ex “plötzlich” eine Geschlechtsumwandlung anstrebt und dass er den Kindern sagte, dass er nun als Frau leben will. Sinngemäss sagte sie: “so öppis machsch doch eifach nöd”.

Nein Dumpfbacke, sowas macht man nicht einfach so, man tut es wenn man ein Leben lang durch die Hölle gegangen ist, sich ein Leben lang verleugnen musste und irgendwann diese Lüge einfach nicht mehr erträgt. Das und vieles mehr hätte ich ihr gerne gesagt, anstelle dessen habe ich fluchtartig mein Zeug zusammengepackt und bin mit meinem blutenden Herz nachhause gelaufen.

Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Verstand und Einfühlungsvermögen gewisse Mitmenschen haben. Und es wird mir wieder einmal klar, dass ich von dieser Welt kein Verständnis erwarten kann.

Wie dumm und ignorant und gefühlslos muss man sein, um allen Ernstes zu glauben, dass jemand so einen schweren Weg einschlägt auf dem er so einen hohen Preis zahlt und so ziemlich alles verliert was einem lieb sein kann, nur aus einer spontanen Sonntagslaune heraus?

Ich habe diese Welt noch nie verstanden und bin schon immer verzweifelt gewesen über die Oberflächlichkeit meiner Spezies, aber in so Momenten bin ich einfach nur noch traurig, verzweifelt und ratlos.

Schmink-Desaster beim Haare waschen

Man muss ganz schön naiv sein, wenn man badet und die Haare wäscht und allen Ernstes darauf hofft, dass der Mascara da bleibt wo er hingehört. Sieht ulkig aus, aber da ich nicht an eine Gothic Party gehe, war wohl nix mit Schmink-Recycling. Dabei wärs echt witzig gewesen, denn ich trag noch immer die Schinke von gestern Abend, weil ich betrunkenerweise geschminkt schlafen ging *staun*

Ich schreibe meine Geschichte – Geburtsstunde eines Blogs

Ich weiss nicht recht ob es das gestrige Erlebnis war oder ob einfach die Zeit reif ist, ich hatte schon länger vor, ein Blog zu eröffnen in dem ich tagebuchartig meinen Weg beschreiben möchte. Heute ist es soweit und ich fange damit an. Der erste und grosse Teil der Arbeit wird sein, das bisher Geschehene zu rekonstruieren und die Meilensteine des letzten halben Jahres niederzuschreiben. Mit anderen Worten, alle Blogbeiträge die vor diesem datiert sind, wurden im Nachhinein rückwirkend geschrieben. Ab heute geht es life weiter. Nun denn, herzlich willkommen in der Gegenwart, dem einzigen Ort der wirklich Realität ist.

Joan Baez – teach men how to cry

Instead of getting hard ourselves and trying to compete,
women should try and give their best qualities to men -
bring them softness, teach them how to cry.

(Joan Baez)

Gender stereotypes

Gender stereotypes are a prison
that keeps the whole of humanity locked up

Fünf Monate Diana – Dank Euch allen!

Ein Freund ist jemand, der die Melodie Deines Herzens kennt
und der sie Dir vorsingt, wenn Du sie vergessen hast

Jeden Monat am 13. feiere ich innerlich ein kleines Jubiläum. Es war der 13. Januar, als ich die Hormontherapie begann, seit diesem Tag geistern Östrogene durch meinen Körper und arbeiten fleissig an meiner Metamorphose. Seit diesem Tag empfinde ich mich auch körperlich als werdende Frau, es ist sozusagen mein zweiter Geburtstag. Heute feiere ich diesen Tag zum fünften Mal, seit fünf Monaten bin ich auf meinem Weg und dieser Tag macht mich wiedermal sentimental – im positiven Sinn.

Seit fünf Monaten bin ich so glücklich wie ich es vorher nie war. Jeder Tag beginnt mit einem inneren Lächeln, ich wache auf und der erste Gedanke ist, dass ich eine Frau bin, als Frau lebe und als Frau wahr!-genommen werde. Ich mache mir einen Kaffee, leg mich wieder ins Bett und überlege was ich heute anziehen soll, es ist jedes Mal ein erneuter Genuss. Dann gehts ins Badezimmer und spätestens wenn ich mit der Gesichtsbemalung beginne, ist es erneut ein Glücksgefühl, wenn das Gesicht immer weiblicher wird und meinem Inneren zu gleichen beginnt. Oft in so Momenten wird mir bewusst, wie sehr ich mich seit meinem Gender-Change schätze und wie nah ich mir selber bin seit diesem Tag. Ich selbst zu sein und mich darzustellen, ist einfach unbeschreiblich schön. Es ist etwas, was niemand wirklich verstehen kann, denn für Andere ist es selbstverständlich, sich selbst zu sein. Für mich nicht, ich musste mir dieses Recht erkämpfen und ich bin froh, dass ich diesen doch nicht einfachen Weg beschritten habe.

Diese fünf Monate waren eine schwere Zeit, vorallem am Anfang brauchte es wahnsinnig viel Mut und Überwindung, täglich musste ich mich wieder neu zusammensetzen und aus einem Trümmerhaufen ein neues Selbstbewusstsein wachsen lassen. Das ist mir gelungen und dass mir das gelungen ist, habe ich nicht nur meiner Renitenz zu verdanken sondern vorallem auch all den Menschen, die zu mir gehalten haben, die mich angenommen haben und mir beigestanden sind. Deshalb möchte ich mich an diesem Tag einmal bei allen bedanken, ohne Euch hätte ich das nicht geschafft.

Am meisten Dank gebührt meiner letzten Lebenspartnerin Eliane, Du hast mich von Anfang an unterstützt und bist bis heute und für immer meine beste Freundin. Es ist verdammt schwer, wenn der ehemalige Lebenspartner immer mehr zur Frau wird und das was man einst liebte immer mehr verschwindet, Du hast das ertragen und stehst mir immer und überall bei, Du bist meine grösste Kraftquelle.

Danken möchte ich auch all meinen Mitarbeitern, Ihr habt mich als Frau angenommen und mir jeden Tag 8 Stunden Leben in einer weiblichen Rolle ermöglicht. Das Zusammensein mit Euch gibt mir sehr viel, nicht zuletzt weil wir einfach ein cooles Team sind und immer etwas zum lachen haben. Das Geschäft war für mich der erste Ort an dem ich mich frei als Frau bewegen konnte und mich wohl fühlte und das hat sich bis heute nicht geändert.

Weiter danke ich dem Team meinem neuen Stamm-Pub, Ihr habt mir ein neues Zuhause gegeben und habt mich von Anfang an in einer Selbstverständlichkeit als Frau angenommen und ein paar wertvolle Freundschaften sind entstanden und werden vielleicht noch entstehen. Im speziellen gilt das für Bea, hey honey, Du bist wirklich Gold wert, danke für Deine Freundschaft und die vielen tiefgründigen Gespräche.

Ausserdem danke ich meinem Vater und seiner Frau, es ist für einen Vater alles andere als einfach, wenn der Sohn zur Tochter wird. Aber Ihr habt das respektiert und mir gezeigt, dass mein Wohlbefinden das Wichtigste ist für Euch, das gibt mir das Gefühl, wirklich geliebt zu sein.

Speziellen Dank verdient mein bester Freund Andreas. Ich war über ein Jahrzehnt lang Dein bester Freund, nun bin ich Deine beste Freundin. Ich wäre nicht, was ich bin, wenn Du mir nicht ein Jahrzehnt lang beigestanden wärst. Niemand hat mein Denken so geprägt wie Du und ich bin wirklich stolz darauf, so einen grossartigen Menschen als Freund zu haben.

Dann danke ich allen Freunden, die mich auf meinem neuen Weg begleiten. Vorallem Felix, Du warst Dir von Anfang an nicht zu schade, mit mir in den Ausgang zu gehen und damit in Kauf zu nehmen, dass man Dich genauso blöd anguckt wie mich ;-) Unsere philosophischen Gespräche sind immer wieder eine Freude.

Und last but not least danke ich meinem Psychotherapeuten, Sie haben mich jahrelang gestützt und mir beim Verständnis meiner doch eher erwirrenden Wesensart geholfen.

Es gäbe noch viele die ich hier erwähnen müsste und wollte, aber irgendwo muss jeder Blogbeitrag mal zu Ende sein, deshalb allen Andern ein herzliches Dankeschön :-)

Kann man eine Trans-Frau lieben?

Eigenartig
wie das Wort eigenartig
es fast als fremdartig hinstellt
eine eigene Art zu haben
(Erich Fried)

Auch wenn ich noch so glücklich darüber bin, endlich mich selbst zu sein, gibt es doch etwas, das mich immer wieder an die Wand klatscht – heute ist es wieder mal soweit. Ich wusste von Anfang an, dass ich für meine Selbstwerdung einen unvorstellbar hohen Preis zahlen werde und ich habe bewusst ja dazu gesagt, weil kein Preis zu hoch ist dafür, dass ich endlich meine wahre Identität leben darf. Von Anfang an war klar, dass einer der Preise höher ist als alle anderen zusammen, es war die Aussicht, dass ich aufgrund meiner Andersartigkeit vielleicht nie wieder eine Beziehung haben werde.

Ich liebe zwar die Einsamkeit, kann tagelang allein im Wald unter einem Baum sitzen ohne jemanden zu vermissen. Aber das kann ich nur, wenn ich weiss, dass ich irgendwann zurück gehe und dort jemand auf mich wartet, der mich liebt, in den Arm nimmt und mir die Geborgenheit gibt, die ich mehr brauche als die Luft zum atmen.

Doch als transsexuelle Frau bin ich diesbezüglich in einer ziemlich hoffnungslosen Lage. Ich zweifle zwar nicht daran, dass jemand wie ich liebenswert sein kann. Als Trans-Frau werde ich zwar nie so “makellos” sein wie eine Frau, die biologisch korrekt geboren ist und doch verfüge ich als Trans-Frau auch über Vorteile, die in einer Beziehung sehr wertvoll wären. Beispielsweise gehöre ich zu der seltenen Spezies, die sowohl in die männliche als auch in die weibliche Denk- und Gefühlswelt hineinsehen kann und sich hineinfühlen kann. Ich weiss wie Männer denken, weil ich 40 Jahre lang in dieser Rolle gelebt habe und ich weiss was Frauen fühlen, weil ich ein Leben lang innerlich wie eine Frau fühlte.

Wenn zwei Menschen sich in einander verlieben, dann ist das in der Regel nicht aufgrund irgendwelcher anatomischer Vorzüge oder sonstigen Äusserlichkeiten, man verliebt sich, weil zwei Seelen sich begegnen, sich berühren und dabei Funken schlagen. Liebe ist unerklärlich, egal was man sucht und sich vorstellt, die Liebe fällt oft in ganz andere Gefilde. So gesehen zweifle ich nicht daran, dass sich irgendwann jemand in mich verlieben kann, trotz oder gerade wegen meiner Andersartigkeit. Und doch verliere ich von Woche zu Woche mehr von diesem bisschen Resthoffnung, die mir geblieben ist.

Es dürfte schon schwierig sein, ein Wesen wie mich zu lieben, erst Recht in dieser chimärenartigen Zwischenphase in der ich gerade bin. Viel schwieriger wäre jedoch die Tatsache, dass man als PartnerIn einer transsexuellen Person selbst stigmatisiert wird. Es ist kein Problem, eine Trans-Frau als Kollegin zu haben, sowas klingt sogar irgendwie spannend. Aber so eine Frau seinen Kollegen als Lebenspartnerin vorzustellen, sie mit zu seinen Eltern zu nehmen, ans Weihnachtsessen im Geschäft oder sich auch nur schon in der Öffentlichkeit mit ihr zu zeigen, all das würde eine enorme Grösse und Eigenständigkeit erfordern, die den meisten Menschen zu weit ginge.

Der moderne Mensch ist so konditioniert, dass sein Ansehen in der Gesellschaft das Wichtigste ist. Ich bin das, was die anderen über mich denken, ich bin so wertvoll wie die anderen mich einschätzen. Mit dieser Denkweise wird eine Beziehung mit einer Trans-Frau zu etwas bedrohlichem. Jemand der eine Trans-Frau als Partnerin hat, stellt sein Umfeld vor die Frage, ob er/sie nun hetero oder schwul/lesbisch ist, weil eine Trans-Frau von vielen weiterhin als Mann betrachtet wird oder gerade weil sie als Frau gesehen wird. So entzieht man sich selbst jeglicher Schubladisierung und wer in keine Schublade passt, wird in dieser Welt abgelehnt, weil der moderne Mensch in der Regel nur schwarz-weiss denkt.

Ich glaube, es wird sehr schwierig jemanden zu finden, der mich so liebt wie ich bin. Und ich glaube, dass es nahezu unmöglich ist, jemanden zu finden, der mich liebt und auch renitent genug ist um in dieser Gesellschaft zu einer transsexuellen Frau zu stehen und sich all den (oft unausgesprochenen) Fragen zu stellen.

Diese Aussicht zermürbt mich immer wieder von Neuem, weil ich ein sehr liebesbedürftiges Wesen bin, weil das Geliebtwerden für mich die grösste Kraftquelle ist um allen Widrigkeiten des Lebens zu trotzen. Die Befürchtung, vielleicht nie wieder im Herzen berührt zu werden, treibt mich manchmal fast in den Wahnsinn. Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt und auch wenn die Hoffnung mit jedem Crash etwas kleiner wird, wird sie von der Sehnsucht doch immer wieder neu zum Leben erweckt. Aber manchmal ist diese Hoffnung nur noch wie eine Kerzenflamme im Wind, sie vermag nicht wirklich zu wärmen und mit jedem Windstoss erwacht erneut die Angst, dass dieses Licht ausgeht.

Dum spiro spero, heisst der Slogan meiner Pipe Band, solange ich atme hoffe ich……. da kann ich froh sein darüber, Piperin zu sein, denn Piperinnen haben einen langen Atem…… den werde ich wohl brauchen.

Fünf Monate Hormontherapie

Seit fünf Monaten läuft meine Hormontherapie mit der Antibabypille Diane-35 / Cypestra-35 sowie dem Testosteronblocker Androcur. Trotz anfänglich dezenter Dosierung ist doch einiges gegangen. Unter dezenter Dosierung verstehe ich ungefähr folgendes:

  • 1.5 Monate 2mg Estradiol (1 x Cypestra-35)
  • 1.5 Monate 4mg Estradiol (2 x Diane-35)
  • 1 Monat 6mg Estradiol (3 x Diane-35) und 25mg Cyproteronacetat (0.5 x Androcur-50)
  • 1 Monat 6mg Estradiol (3 x Diane-35) und 50mg Cyproteronacetat (1 x Androcur-50)

Nach fünf Monaten ergaben sich folgende Veränderungen (Angaben absolut subjektiv)

  • Brustwachstum ist mit “günstiger Kleidung” und noch mehr ohne Kleidung sichtbar, bis zur Körbchengrösse AA (ja das gibts echt) brauchts aber noch ein wenig. Auf jeden Fall ist die Brust sehr deutlich spürbar, einerseits innerlich durch ein deutliches und manchmal schmerzhaftes Spannen, anderseits äusserlich, man kann da schon wirklich was in die Hand nehmen…. und das fühlt sich unglaublich gut an *smile*
  • Behaarung im Bauch- und Brustbereich nahe eliminiert, wobei zu sagen ist, dass ich da zum Glück schon vor der HT nur spärlich besäht war
  • Behaarung am Oberschenkel deutlich reduziert und das Wachstum massiv verlangsamt
  • Behaarung an Handoberflächen ebenfalls deutlich reduziert
  • Gesicht wurde etwas weich-gezeichnet und leicht feminimer, was jedoch nur im direkten Vergleich mit alten Fotos auffällt
  • Muskulatur an gewissen Stellen deutlich reduziert
  • Gesichtsbehaarung nahezu unbeeinträchtigt, abgesehen von der Wirkung der Laserbehandlung
  • Erhöhte Müdigkeit und leicht reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Seltsame Temperatur-Empfindungen, schneller kalt und öfters Hitzewallungen
  • Leicht erhöhte Emotionalität, wäre ich nicht schon vorher hyperemotional gewesen, wärs wohl deutlicher ausgefallen
  • Leicht erhöhter Futterbedarf, was jedoch sehr willkommen ist, mein Körper braucht schliesslich Baumaterial
  • Das zweite Kleinhirn zwischen den Beinen führt kein Eigenleben mehr, es kann zwar noch aus dem Tiefschlaf geweckt werden, aber von sich aus tut’s nix mehr

Unter dem Strich kann man sagen, dass ich eine deutliche Verweiblichung am ganzen Körper spüre, dass diese Verweiblichung aber nachwievor in einem Bereich liegt, in dem vorallem ich selbst etwas davon bemerke. Aber es ist offensichtlich, dass etwas geht und ich fühle mich so als ob ich seit Kurzem in der Pupertät wäre…… ein atemberaubendes Gefühl *megasmile*

Svenja in der Zeitung

Svenja, die Schreiberin meines Lieblingsblogs, hat ein Interview in einem evangelisch-lutherischen Kirchenblatt gegeben. Es ist immer wieder erfreulich, wenn Zeitungen oder Magazine über Transsexualität berichten, nur so lassen sich die teils schrägen Vorstellungen von Transsexuellen korrigieren. Und wenn dabei eine so hübsche und stilvolle Frau wie Svenja im Mittelpunkt steht, dann ist es einfach eine wahre Freude.

Svenja’s Blogbeitrag zum Zeitungsartikel
Die Nordelbische: Der Busen – das tägliche Wunder

Achja auch wenn mein Busen nach 5 Monaten Hormontherapie erst im Mikrobereich liegt, kann ich bestätigen….. es ist wirklich täglich auf ein neues ein Wunder, dass man endlich so wird wie man immer sein wollte.

Weitere Zeitungsberichte über Transsexualität / Transidentität
- NZZ -Transsexualismus jenseits der Sensation
- Focus.de – Der Raum zwischen den Geschlechtern
- Zeit.de – Im Fremdkörper
- BAZ – Man schaut in den Spiegel und erkennt sich nicht (1)
- BAZ – Man schaut in den Spiegel und erkennt sich nicht (2)

Mein erster BeHa

Als ich Anfang Jahr meinen neuen Weg beschritt, ging es mir völlig gegen den Strich, an mir etwas zu “faken”, deshalb trug ich keinen mit was auch immer gefüllten BH sondern war halt wie ich war, eine werdende Frau die noch keinen Busen hat. Wo nix ist, will ich auch nicht den Eindruck erwecken, es sei da was.

Mittlerweile hat das Brustwachstum eingesetzt und auch wenn noch nicht viel da ist, ist es seeeehr spürbar und je nach Kleidung auch sichtbar. Nun ist langsam genug da um die kleinste Körbchengrösse AA (ja das gibts wirklich) einigermassen zu füllen. Also habe ich getan was die meisten Mädels auch tun und hab mir einen PushUp gekauft. Der bringt das Ganze in Form und vergrössert ein wenig. Mir gefällt’s, vorallem kann ich so langsam alles anziehen. Vorher sahen viele Oberteile einfach deppert aus, mit ein wenig Rundungen wird das Ganze deutlich schöner.

Aber so ganz unter uns, es fühlt sich schon etwas seltsam an so eingepackt zu sein, ist irgendwie so ne Art Bondage für Anfänger. Aber mein Spiegelbild gefällt mir so deutlich besser, da nimmt man so einiges in Kauf, das kenn ich ja schon von den Schuhen.

Von Kindern lernen – Teil 1

Wir Erwachsenen könnten von Kindern viel lernen, leider tun wir das aber nicht sondern belächeln sie nur. Nachfolgende Geschichte bekam ich soeben via Mail (danke Anna-Maria), auch wenn sie erfunden sein dürfte, es gibt genug Kinder die genauso denken…..

Es war einmal ein alter Mann,
der jeden Morgen einen Spaziergang am Meeresstrand machte.
Eines Tages sah er einen kleinen Jungen,
der vorsichtig etwas aufhob und ins Meer warf.
Er rief: “Guten Morgen. was machst Du da?”
Der Junge richtete sich auf und antwortete:
“Ich werfe Seesterne ins Meer zurück.
Es ist Ebbe, und die Sonne brennt herunter.
Wenn ich es nicht tue, dann sterben sie.”
“Aber, junger Mann”, erwiderte der alte Mann,
“ist dir eigentlich klar, dass hier Kilometer um Kilometer Strand ist.
Und überall liegen Seesterne.
Du kannst unmöglich alle retten, das macht doch keinen Sinn.”
Der Junge hörte höflich zu, bückte sich,
nahm einen anderen Seestern auf und warf ihn lächelnd ins Meer.
“Aber für diesen macht es Sinn!”

Das erinnert mich an meine Tochter, als sie noch gaaanz klein war, rettete sie jede Schnecke die sie auf der Strasse fand, in dem sie sie sorgsam aufhob und in die nächste Wiese trug. Sie hätte wohl kein Verständnis gehabt, wenn man ihr erklärt hätte, dass Millionen anderer Schnecken heute noch überfahren werden. Sie hat unzählige Schnecken gerettet und ich bin extrem stolz auf sie, dass sie sogar für diese kleinen Lebewesen soviel Mitgefühl übrig hatte. Und es erinnert mich an eine andere Episode, in der meine Tochter ebenfalls wahre Grösse zeigte:

Im Alter von 7 Jahren entdeckte meine Tochter auf dem Schulweg einen ‘zerzausten Vogel’, der nicht mehr fliegen konnte und nach ihrem Empfinden Hilfe brauchte. Instinktiv stellte sie das Schutzbedürfnis des Vogels über die Pflicht, rechtzeitig zur Schule zu kommen, sie nahm den Vogel auf und brachte ihn einer Frau in der Nachbarschaft, die sich mit Vögeln auskennt. Man muss die Tierliebe meiner Tochter erlebt haben, um sich auch nur annähernd vorzustellen, wie glücklich und stolz sie über ihre ‘Tierrettung’ war.
Doch zu ihrer Überraschung hatte die Lehrerin nicht das geringste Verständnis für ihr Zuspätkommen und quittierte diese Episode mit einem Wölkchen im ‘Strafbuch’ der Klasse. Solche Wölkchen gelten als Strafpunkte die bei Erreichung einer bestimmten Menge mit doch relativ demütigenden Strafarbeiten abgegolten werden.
Meine Tochter nahm dieses Wölkchen verblüffenderweise relativ desinteressiert zur Kenntnis – ganz im Gegensatz zu sonstigen Gelegenheiten. Scheinbar zählte für sie nur der Vogel, sie wusste tief in ihrem kleinen Herzchen, dass sie etwas Gutes getan hat und das schien ihr wichtiger als die Strafe.
Zurück blieb ein Stückweit Verwirrung, warum sie bestraft wird dafür, jemandem geholfen zu haben.

Ein neuer Lieblingsjupe

RosenJupe1aAch heut bin ich mal wieder im 7. Himmel. Gestern kam ein Paket an mit 5 Jupes und meinem ersten Kleid. Mit dabei war ein schneeweisser Jupe mit kleinen bunten Rosen, der auf dem Bild hier. Den hab ich heute zur Arbeit angezogen, ach ich find den soooooo zuckersüss. Sogar dem Wind gefällt mein neuer Lieblingsjupe, vorhin hat er mir doch tatsächlich den Jupe gelüpft, dieser Schelm.

Jedenfalls wurde mir gestern mal wieder klar, dass mein modischer Geschmack schon arg romantisch ist, es hat fast immer irgendwelche Blumenmuster drauf. Naja solange mir niemand Rosen schenkt, muss ich halt Kleider tragen, die etwas geblümelt sind….. selbst ist die Frau ;-)

Übrigens, das auf dem Bild bin nicht ich, das ist aus dem Orsay Onlineshop, den ich übrigens wärmstens empfehlen kann, einerseits wegen der Preise und anderseits wegen der genialen Lupenfunktion.

smile…. und ab heute ist mein Pub wieder 3 Abende lang offen, da kann ich meine neuen Jupes spazieren führen. Das wird ja wieder eine Qual, 3 Abende und mehr als 3 neue Jupes, ich werd Stunden brauchen bis ich mich entscheiden kann ;-)

Lieber charmant als ehrlich

Zugegeben, es ist viel wichtiger, dass jemand ehrlich ist als charmant, trotzdem lieben wir Mädels Komplimente mehr als Rosen und das will wirklich was heissen.. Aber wenn ein liebenswerter Kerl mir im Pub zum Abschied sagt: “Hey Du hast ja ein Bäuchlein, das kommt sicher vom Guinness”, dann bin ich doch a bissrl sprachlos. Aber es gibt so Menschen, die einfach nur offen, direkt und ehrlich sind, was wirklich bezaubernd und vertrauenswürdig ist….. aber soviel Ehrlichkeit muss ja nun wirklich nicht sein ;-)
Doch seltsamerweise kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass diese offene Ehrlichkeit irgendwie süss ist.

End of Hope

Ich bin Mensch und brauche Liebe
Doch was bleibt ist nur die Sehnsucht
(Lacrimosa – Kelch der Liebe)

Heute kam’s, wie es kommen musste. Wenn man sich von Sehnsucht getrieben an eine Illusion klammert, muss man damit rechnen, dass einem das bisschen Restvernunft das man noch hat, früher oder später wieder auf den Boden holt. Und wenn man über den Wolken schwebt und vom Verstand geweckt wird, kommts zwangsläufig zum freien Fall und die Landung ist heftiger als einem gut tun würde. Man muss wirklich komplett verblödet sein, um sich in meiner Situation zu verlieben, aber erklär mal einem sich nach Liebe sehnenden Herz, was realistisch ist und was nicht. Amors Pfeil trifft immer, aber er trifft nicht immer Beide… und manchmal zerreisst sein Pfeil ein Herz in tausend Stücke.

Doch schmerzlich muß ich mir gestehen
Daß einen Traum ich nur verfolgt.
In dieser Hoffnung bleib` ich liegen
Die Lider fest verschlossen, nur
Ein Morgen darf es niemals geben
Da Du, mein Traum, gegangen wärst!
So darf ich denn erwachen, erst
Nachdem auch Du mich liebst im Leben!
(Illuminate – Ein Erwachen)

Aus dem heutigen Konzert im Pub wird nun wohl nichts, so gut es mir auch getan hätte. Jetzt heissts erst mal Scherben zusammenwischen, alles wieder zusammen zu kleben und mir wieder etwas Realitätsbewusstsein einzuhämmern.

Zum Glück sind wir T-Girls härter als das Leben, wir lassen uns nicht unterkriegen, nicht mal durch uns selbst.

Lonely, where should I be if this is not my land
Slowly, life is running through my fingers like sand
Call me, and Ill be whereever you are
Lonely, and the day hides a falling star

And I tried so hard, yes I tried to get out
But the fear kept on strangling my will
And I tried so hard, yes Itried to get out
But the chains they were harder than steel
Lonely, when the bird calls the break of dawn
Lonely, when nightfall takes lovers in its arms

Lonely, when meadows outside grow green
Falling, and the waters take what has been
Flowing, show me a place where I can fall asleep
Lonely, and the ocean are vast and deep

(Deine Lakaien – Lonely)

Back to reality – the show must go on

Irgendwann einmal wird es geschehn,
das Wunder hier auf dieser Erde
Und eine Stimme sagt: Es werde
Ein neuer Tag…
(Illuminate – Ein neuer Tag)

Back to reality – ein neuer Tag hat begonnen. Der gestriger Crash war ein reinigendes Gewitter, einen ganzen Tag lang nur dazusitzen, traurige Musik zu hören und mich mit mir selbst und meinen Gefühlen zu beschäftigen, war einmal mehr eine Rosskur, aber eine die das Innere ausmistet. Man kann dem inneren Schmerz nicht ausweichen, man muss sich ihm stellen, andernfalls beisst er sich im Inneren fest und man trägt ihn weiter mit sich rum.

Ich kann es mir nicht leisten, mich in romantischen Träumereien zu verlieren, die doch schlussendlich schon fast zwangsläufig in eine Enttäuschung münden. Mein Leben ist anstrengend genug und ich brauche meine Kraft um meine Metamorphose voranzutreiben und auch der Alltag fordert so schon genug, in weniger als zwei Wochen werde ich zügeln und tausend Dinge sind noch vorzubereiten.

Die Liebe lässt sich nicht heransehnen, sie lässt sich nicht erhoffen und nicht erträumen, sie kommt dann wenn sie kommen will und sie taucht dort auf, wo ihr Platz ist. Auch wenn ich mich noch so sehr nach Nähe und Wärme sehne, muss ich aufhören mich in diese Gedanken und Gefühle zu verbeissen. Irgendwann wird dieses Wunder vielleicht gesehen und bis dahin kann ich nichts anderes tun als mein Leben zu leben und bereit zu sein. Und heute, nach dem gestrigen Gewitter, wage ich auch wieder zu glauben, dass dieses Wunder irgendwann Realität wird.

Ein neuer Tag bricht an für mich
alte Wunden werden heilen
Ein neuer Tag bricht an für Dich und mich
(Illuminate – Ein neuer Tag)

The show must go on und die Show findet in der Realität statt und nicht in der Welt des Traumes.

DVD gucken bis zum abwinken

Nach dem gestrigen Elend werde ich mir heute mal Ruhe gönnen und guck den ganzen Tag DVDs. Seit Freitag habe ich BlueWin-TV mit Video-on-Demand, da hab ich ja genug Auswahl.

Am liebsten würd ich Dirty Dancing gucken, das ist soooo ein schöner Liebesfilm und ich sehe gerne Leute beim tanzen, aber ich glaub, ein Liebesfilm ist nicht grad das was mir heute gut tun würde. Dann wurde mir noch “Transamerica” empfohlen, ein Road-Movie mit einer Trans-Frau, aber das dürfte wohl auch triggern und Wunden aufreissen. Na ich werd mich mal durch das BlueWin Angebot wühlen, da ist sicher genug Unterhaltsames drin, das nicht gleich wieder einen Sturm in der Gefühlskiste auslöst.

Apropos BlueWin-TV, das ist ja echt abartig, da hats rund 160 Sender, da ist der Abend vorbei bis man sich durch alle Sender gezappt hat. Aber dafür gibts die verrücktesten Spezialsender, von solchen die nur Tierfilme bringen bis zu einem Fashion-Sender, auf dem der ganze Tag Models über Laufstege stöckeln. Ach ich liebe CatWalks :-)

Update 15:00… nachdem ich mich fast nicht mehr von Fashion-TV lösen konnte, hab ich mich doch für Transamerica entschieden, bin gespannt ob der wirklich so gut ist

Update 18:15… Transamerica ist echt ein cooler Film, werde demnächst mal was darüber schreiben. Als Nächstes kommt glaub doch Dirty Dancing dran, oder doch Chasing Amy? Hmmmm…..

Updater 21:00… Ach *schmelz*, Dirty Dancing ist einfach das Süsseste was es gibt. Tanz ist wunderschön, Liebe ist wunderschön, beides zusammen ist einfach umwerfend :-) So zum Abschluss gibts noch was Grusliges, 3 Gefühlsfilme an einem Tag wären wirklich zuviel des Guten.

Transamerica – ein RoadMovie über eine Trans-Frau

Leider gibt es nur wenige Filme über transsexuelle Menschen und erst Recht keine, die auch etwas taugen. Transamerica ist da eine Ausnahme, ein Film der wirklich sehr empfehlenswert ist.

Die transsexuelle Frau Bree (Felicity Huffman) steht eine Woche vor ihrer GaOp (geschlechtsangleichende Operation), als sie ein Telefon bekommt und erfährt, dass sie einen Sohn hat, der gerade im Knast sitzt. Ihre Therapeutin verweigert ihr darauf das Gutachten für die Operation, solange sie sich ihrer Vergangenheit nicht gestellt hat. Also holt Bree ihren Sohn Toby (Kevin Zegers) im Knast ab und gibt sich als Missionarin aus (von der Kirche des potentiellen Vaters). Die zwei ziehen dann quer durch die Staaten, Bree hat die Hoffnung, ihren Sohn wieder mit dem Stiefvater zusammen zu bringen und dann ihre GaOp zu machen, aber das Ganze wird immer mehr ein wildes Road Movie. Mehr will ich hier nicht erzählen, schaut ihn Euch einfach mal an.

Abgesehen von zwei emotionalen Themenbereichen, das Leben einer transsexuellen Frau und der Konflikt zwischen Vater resp Mutter und Sohn, ist der Film auch voll von lustigen Episoden. Ein Beispiel dafür ist ganz zu Beginn ein Gespräch mit einem Psychologen (sinngemäss widergegeben):

Arzt: Gemäss der medizinischen Akademie ist Transidentität eine schwere Persönlichkeitsstörung.
Bree: Seltsam, dass plastische Chirurgie schwere Persönlichkeitsstörungen heilen kann :-)

oder im selben Gespräch…

Arzt: Wie stehen sie zu ihrem Penis?
Bree: Ich hasse ihn, ich will ihn nicht sehen
Arzt: Und ihre Freunde?
Bree: Die wollen ihn auch nicht sehen ;-)
Arzt: Ich meine, haben Sie Freunde…..

Unter dem Strich ist Transamerica ein geniales Road-Movie, mit viel Emotionen und viel Humor, das einem immerhin einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt und die Alltagsprobleme einer transsexuellen Frau aufzeigt.

Fernseh-Dokumentationen über Transsexualität

Das Schweizer Fernsehen hat ein interessantes Film-Dossier zusammengestellt mit momentan 11 Beiträgen zum Thema Transsexualität/Transidentität. Neben einigen kurzen TV-Ausschnitten, gibts dort auch ein paar sehr informmative Sendungen, die ich hier Interessierten sehr empfehlen kann. Im speziellen empfehle ich folgende umfangreichen Reportagen über transsexuelle Menschen:

Dok: Traum: Frau

Coco ist 20 Jahre alt. Sie arbeitet als Fotomodell, Putzfrau, tanzt, singt und spielt in Theater. Ihr Geist wurde als Frau geboren – in einem Männerkörper. Schon immer wollte Sie ein Mädchen sein. Doch erst nach einer Hormontherapie und einer Geschlechtsumwandlung 1990 konnte sie endlich zur Frau werden.

Dok: Sex-Change – Wie Christian zu Nadia wurde

Kann man im falschen Körper zur Welt kommen? Ist es möglich, vom Mann zur Frau zu werden? Christian hat 1998 den Schritt zur operativen Geschlechtsumwandlung gewagt und lebt seitdem als Nadja weiter. Alain Godet hat den Stationenweg von Nadjas Frauwerdung acht Jahre lang mit der Kamera aufgezeichnet – ein Leben zwischen Selbstdarstellung und der Suche nach Zärtlichkeit und Liebe.

Auch die restlichen Sendungen sind empfehlswert, diese zwei sind einfach am Umfangreichsten (beide gehen rund eine Stunde) und beide bedeuten mir sehr viel. Im speziellen die Reportage von Coco (Traum-Frau) hat mich extrem geprägt, denn als ich vor rund 20 Jahren diese Sendung erstmals sah, wurde mir mit einem Schlag klar, was mit mir los ist.

Filmarchiv SF-DRS: Transsexuell

Alles wird kompliziert: Wäsche waschen

Damit’s nachher nicht heisst, ich hätte behauptet, als T-Girl sei alles einfacher und schöner (ok schöner ist es schon), beginne ich hier die Serie “Alles wird kompliziert” in der ich gelegentlich Klagelieder anstimmen werde über die Komplexität und den Schweregrad des weiblichen Lebens.

Fangen wir mit der Wäsche an. Früher hiess waschen, 2-3 paar Jeans, ein paar T-Shirts und ein Rudel Unterwäsche alles in die Waschmaschine schmeissen, 60 Grad einstellen und fertig war der Spass.

Heute wird erst alles aussortiert, sorgsam von innen nach aussen gekehrt, alles was schön ist kommt in die 30 Grad Gruppe, ausser es ist weiss, dann kommts in die Weiss-Gruppe. Strumpfhosen werden in einen Kissenüberzug gestopft damit sie nach der Wäsche nicht in einander verknotet sind (ja ich weiss, dafür gibts extra Waschsäckchen für uns Mädels, aber solche hab ich noch nicht) und die BH’s müssen sowieso in Kissenbezüge verfrachtet werden, denn die haben so fiese Häckchen, die sonst all die hübschen Sachen zerfetzen als ob eine Katze damit gespielt hätte. Irgendwelche gürtelartigen Teile und Bändel werden vom Kleidungsstück entfernt, Knöpfe zugeknöpft, Reissverschlüsse zugezippt.

Beim Waschen gilt dann höchste Konzentration, denn schusslig wie ich bin, ist es mir locker zuzutrauen, dass ich 60 anstatt 30 Grad wähle. Falls mir das je passiert, wird man mich schweizweit hören, weil ich ein paar Stunden lang nur noch hysterisch kreische. Ich darf gar nicht dran denken.

Das Trocknen der Wäsche ist das nächste Abendteuer. Unterwäsche lassen wir Mädels natürlich nicht in der Waschküche, die wird in der Wohnung auf Heizungskörpern verteilt. Strümpfe werden ebenfalls nicht Fetischisten zur Verfügung gestellt sondern sorgsam über die Stange des Duschvorhangs gehängt. Die Kleider werden von aussen nach innen umgekehrt, ausgeschüttelt und glatt gestrichen (weil ich kein Bügeleisen habe) und aufgehängt.

Das dicke Ende kommt dann, wenn die Wäsche trocken ist, denn dann geht das Orakel los, welches Teil im Schrank wo hin gehört. Früher gabs da einen Haufen Hosen und einen Haufen Shirts, that’s it. Nun kommt die Hälfte an einen Bügel und der Rest wird sorgfältig zusammengefaltet und auf einen der ca 42 Kleiderhaufen gelegt.

Und das Übelste daran, da man wegen der Aufteilung zwischen 30 und 60 Grad sowie der Weiss-Gruppe mindestens 3 Waschgänge machen muss, ist man den ganzen Abend beschäftigt. Wenn ich jetzt auch noch ein Bügeleisen hätte, wär mein Leben ruiniert ;-)



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