(t)-Girl Diana

Transsexualität – Tagebuch einer transsexuellen Frau

Das erste Outing und ein verzweifeltes Kind

Ich wusste, dass das Outing bei meiner zwölfjährigen Tochter das Schwierigste sein wird und dass ich alle Kraft brauchen werde, um das durchzustehen. Trotzdem war ich erschüttert, wie schlimm es wirklich wurde. Wenn man ein Kind so liebt wie ich meine Tochter liebe, dann zerreisst es einem das Herz, wenn man dieses geliebte Kind so erschüttern muss. Einem Kind zu sagen, dass der Vater nun eine Frau sein wird, ist unerträglich für Beide.

Die erste Reaktion war, dass sie sagte, sie würde nie wieder zu mir kommen – der Super-GAU war eingetreten – und damit waren wir beide wohl am schlimmsten Tag unseres Lebens angekommen. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass weniger meine Veränderung als Solches das Problem war sondern ihre Angst, sich an der Seite einer „Transe“ zum Gespött zu machen. Mir wurde klar, dass ich hier meinen einzigen Kompromiss machen musste, wenn ich sie nicht verlieren wollte, also versprach ich ihr, an den Wochenenden an denen sie zu mir kommt in meiner alten Rolle zu leben. Ich dachte, ich habe ja 40 Jahre lang so gelebt, da werde ich auch 2 Tage in 2 Wochen nochmal so leben können. Wie schwer das wirklich sein würde, wurde erst später klar.

Aber das Wichtigste war, ich verlor meine Tochter nicht und ich kann den Schmerz den ich ihr zufüge auf ein Minimum reduzieren. Nie habe ich sie so verzweifelt gesehen und ich hasste mich für das was ich ihr antue. Aber ich war an einem Punkt, an dem ich keine andere Wahl mehr hatte. Ich hoffe, dass sie das irgendwann verstehen wird.



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